Große Exkursion Japan 2026

Japan-Exkursion 2026 – Zwischen Megacitys, Tradition und wirtschaftlichem Wandel

Japan vereint faszinierende kulturelle Traditionen, hochmoderne Metropolen und eine dynamische Wirtschaft. Im Rahmen der Großen Exkursion 2026 der Geographie führte die Reise vom 10. bis 24. März durch die Städte Tokio, Toyama, Kyoto, Osaka und Nagoya.

Im Mittelpunkt standen die sozialen, kulturellen und ökonomischen Strukturen Japans sowie deren räumliche Ausprägungen. Von der Stadtentwicklung Tokios über historische Kulturlandschaften Kyotos bis hin zu den industriellen Strukturen rund um Toyota in Nagoya bot die Exkursion vielfältige Einblicke in die geografischen Besonderheiten und aktuellen Entwicklungen des Landes. Ergänzt wurde das Programm durch den Besuch des Chubu-Sangaku-Nationalparks sowie Gespräche mit lokalen Akteuren, Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Organisationen.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf studentischen Forschungsprojekten, die es ermöglichten, ausgewählte Fragestellungen direkt vor Ort zu untersuchen und geografische Perspektiven mit eigenen Beobachtungen zu verbinden.

Diese Website bündelt die Ergebnisse, Eindrücke und Erkenntnisse der Exkursion. Sie bietet einen Einblick in die verschiedenen Forschungsprojekte und thematischen Schwerpunkte und lädt dazu ein, Japan aus einer humangeographischen Perspektive zu entdecken.

Projektergebnisse 

Kommerzialisierung in Akihabara

In den vergangenen Jahrzehnten haben Anime, Manga, Videospiele und mediale Elemente der japanischen Popkultur erheblich an ökonomischer Bedeutung und internationaler Aufmerksamkeit gewonnen. Dadurch hat sich die japanische Popkultur zu einem globalen kulturellen und ökonomischen Phänomen entwickelt. Ursprünglich wurden diese kulturellen Ausdrucksformen vor allem im Kontext der Otaku-Kultur und innerhalb Japans rezipiert und gelebt. Mittlerweile haben sie sich jedoch zu internationalen Kulturgütern entwickelt, die nicht nur medial verbreitet, sondern gezielt vermarktet, touristisch inszeniert und an die Bedürfnisse eines globalen Marktes angepasst worden sind. Dieser Wandel lässt sich besonders deutlich an Akihabara, einem Stadtteil in Tokio, beobachten. Akihabara fungiert heute nicht mehr nur als Einkaufs- und Vermarktungsraum, sondern vor allem als kultureller Erlebnisraum der japanischen Popkultur. Anime-, Manga- und Videospielgeschäfte, Themencafés sowie Einkaufszentren wie beispielsweise Don Quijote verbinden unterschiedliche Facetten der japanischen Popkultur und machen diese für Besucherinnen und Besucher unmittelbar sichtbar und erlebbar. Auffällige Leuchtreklamen, Musik, helle Beleuchtungen und Plakate sowie verkleidete Personen prägen den Stadtteil Tokios und schaffen eine immersive Erlebniswelt, in der kulturelle Inhalte und kommerzielle Angebote eng miteinander verknüpft sind.

Obwohl Akihabara in der Forschung häufig als Symbol der Kommerzialisierung der japanischen Popkultur betrachtet wird, liegt der Schwerpunkt bisher überwiegend auf staatlichen Maßnahmen und ökonomischen Entwicklungen sowie der Otaku-Kultur selbst. Weniger untersucht ist hingegen, wie die Prozesse der Kommerzialisierung im öffentlichen Raum konkret sichtbar und für Besucherinnen und Besucher erlebbar gemacht werden.

Vor diesem Hintergrund wird untersucht, wie die Kommerzialisierung der japanischen Kultur in Akihabara durch visuelle, auditive und räumliche Gestaltungselemente inszeniert und erfahrbar gemacht wird. Im Mittelpunkt steht die Forschungsfrage: „Wie wird die Kommerzialisierung der japanischen Kultur in Akihabara visuell und räumlich sichtbar und erlebbar?“ Zur Beantwortung dieser Frage werden die Ergebnisse einer qualitativen empirischen Untersuchung ausgewertet, die auf drei unterschiedlichen Fragebogen basiert und verschiedene Erlebnisräume in Akihabara analysiert.

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