Tübinger Forum für Wissenschaftskulturen

Wissenschaft im Spiegel –
Formen und Konsequenzen der Selbstdarstellung
in der akademischen Praxis

Freitag, 18. bis Sonntag, 20. Oktober 2024
Organisation: Dr. Leonhard Möckl (Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts), Michael Herrmann (TFW, Universität Tübingen)

Programm und Ablauf


Thema

Obwohl das Narrativ des Wissenschaftlers im Elfenbeinturm kaum von seiner Attraktivität eingebüßt hat, scheint es mit der akademischen Realität nur noch wenig gemein zu haben. Wissenschaftler aller Disziplinen berichten von einem immer stärkeren Gefühl der Verpflichtung, sich gegenüber diversen Gruppen – Kollegen, Förderstellen, Politikern usw. – günstig darzustellen. Hierbei sind einige Aspekte auffällig:

  • Es wird ein starker externer Druck wahrgenommen, der aber keine klar angebbare Quelle zu haben scheint. Es wird eher von diffuser Erwartungshaltung berichtet sowie der Angst, Nachteile zu haben, wenn man sich dem Trend verschließt.

  • Diese Entwicklung wird praktisch ausnahmslos als negativ wahrgenommen (lästig, ablenkend).

  • Trotz dieser negativen Konnotation wird die Notwendigkeit der günstigen Selbstdarstellung durchwegs bejaht und kaum hinterfragt.

  • Das Vertrauen in die Wissenschaft kann durch Selbstdarstellung gestärkt, aber auch geschwächt werden.

  • Eine gewisse Idealisierung der Vergangenheit ist zu beobachten, die kritisch zu beleuchten und mit der Gegenwart zu kontextualisieren ist: Kommunikation der eigenen Forschung und Einstehen für deren Qualität und Einfluss war immer Teil akademischer Praxis.

Deshalb stellt sich die zentrale Frage: Was genau macht diese Entwicklung der akademischen Selbstdarstellung im Wesenskern aus; und wie ist ihr Wandel im Vergleich zu früheren Situationen zu bewerten?


Ziel

Wir wollen gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern an allen relevanten Schnittstellen zwischen Universität, Förderinstitutionen und Gesellschaft über dieses Thema sprechen, die Veränderungen im System Wissenschaft diskutieren & bewerten und schließlich auch nach Lösungsideen suchen, die auch direkte Handlungsanregungen aufzeigen sollen.


Ablauf

Die Fragestellung wird am ersten Tag zunächst durch Kurzreferate in den folgenden vier Kernbereichen aufgegriffen:

  1. Selbstdarstellung gegenüber der eigenen wissenschaftlichen Community
  2. Selbstdarstellung gegenüber Förderinstitutionen und politischen Entscheidungsträgern
  3. Selbstdarstellung gegenüber der Gesellschaft
  4. Selbstdarstellung gegenüber sich selbst

Am zweiten Tag werden die Schlüsselprobleme identifiziert und in Bezug zu dem jeweiligen Kernbereich gesetzt. Im Anschluss werden in abwechselnden Sitzungen die positiven und negativen Implikationen diskutiert und ein wertender Vergleich zu früheren Zeiten vorgenommen.

Am dritten Tag stehen Lösungsansätze im Fokus sowie das Festhalten von Ergebnissen, die im Nachgang in einem Abschlussbericht publiziert werden. Eine Kurzversion soll dann als (Zeitungs-)Artikel veröffentlicht werden, der die Ergebnisse der Öffentlichkeit vorstellt.

Der Ablauf und das Programm gibt es hier.

 

Bewerbung

Wir laden Vertreterinnen und Vertreter aller Disziplinen und Karrierestufen aus der Universität und Wissenschaft, den Förderinstitutionen, Wissenschaftsberatung, -management, -kommunikation ein, sowie Personen aller angrenzenden Bereiche der Gesellschaft, die in Wechselwirkung mit der Wissenschaft stehen und zu diesem Workshop etwas beitragen möchten.

Bitte schicken Sie uns einen CV sowie ein einseitiges Motivationsschreiben an infospam prevention@tfw.uni- tuebingen.de.

Bewerbungsfrist: 23.08.2024
Eine Rückmeldung erfolgt dann am 30.08.2024.
 

Förderung

Die Reisekosten aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden übernommen, Übernachtungskosten können anteilig übernommen werden.