Zentrum für Islamische Theologie (ZITh)

Tagung: „Religion und extreme Rechte, Forschungsimpulse aus den Tübinger Theologien“

Am Tübinger Campus der Theologien wurden am 5. und 6. März 2026 im Rahmen der Tagung „Religion und extreme Rechte. Forschungsimpulse aus den Tübinger Theologien“ der gesellschaftliche Rechtsruck sowie seine theologischen Deutungen und Bearbeitungen aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven untersucht. Im Zentrum stand die Frage, auf welche Weise rechte Ideologien innerhalb religiöser Kontexte wirksam werden, aus diesen heraus gefördert werden und wie religiöse Ressourcen dazu beitragen können, rechte Positionen gesellschaftlich zu stabilisieren und hegemonial werden zu lassen.

Ausgangspunkt der Tagung war die Beobachtung, dass die extreme Rechte weltweit an Einfluss gewinnt, indem sie Anschluss an unterschiedliche gesellschaftliche Milieus findet und strategische Allianzen eingeht. In diesem Zusammenhang sucht sie auch die Nähe zu religiösen Kontexten, darunter zum Christentum ebenso wie zum Islam. Dabei greift sie Themen, Motive und Deutungsmuster auf, die in rechtsaffinen, fundamentalistischen oder integralistischen christlichen und islamischen Strömungen anschlussfähig sind, und verbindet diese mit der Verheißung einer erneuerten christlichen beziehungsweise islamischen Ordnung nach dem vermeintlichen Niedergang einer als dekadent oder verfallen wahrgenommenen Gegenwart.

Diese theologischen Auseinandersetzungen mit der extremen Rechten sowie mit Formen des Engagements gegen sie standen im Mittelpunkt eines Workshops. Im Rahmen dieses Workshops wurden unterschiedliche Perspektiven aus den beteiligten Fakultäten zusammengeführt und miteinander ins Gespräch gebracht. Aus dem ZITh hielt Dr. Abdelghafar Salim einen Vortrag zum Verständnis der Umma im salafistischen Denken. Monzer Haider sprach in zwei Vorträgen zum einen über die Ideologie der Grauen Wölfe und die Rolle der Religion, zum anderen über die Konstruktion von Frauenrollen im Salafismus.

Veranstaltet wurde der Workshop gemeinsam von der Evangelisch-Theologischen Fakultät, der Katholisch-Theologischen Fakultät und dem Zentrum für Islamische Theologie.