Kunsthistorisches Institut

Dr. Saskia C. Quené

Wissenschaftliche Assistentin

Raum 07 (rechter Burseneingang)
+49 (0)7071 29-78553
saskia.quenespam prevention@uni-tuebingen.de
Sprechstunde: nach Vereinbarung per E-Mail

 

 

Vita

Saskia Quené forscht zur mittelalterlichen Kunst- und Bildkultur mit einem Schwerpunkt auf intermedialen Perspektiven, die Tafelbilder, Handschriften, Architektur, Skulptur und Diagramme systematisch aufeinander beziehen. Im Zentrum ihrer Arbeit steht das Verhältnis von künstlerischen Praktiken, Materialität und medialer Form einerseits sowie theoretischen Zugängen zu Bildlichkeit, Raum und Wahrnehmung andererseits. Ihre 2022 publizierte Monographie Goldgrund und Perspektive. Fra Angelico im Glanz des Quattrocento hat gezeigt, dass flächendeckende Blattgoldapplikationen nicht als Gegenmodell zur Perspektive zu verstehen sind, sondern eigene Formen räumlicher Organisation entfalten. Der von ihr herausgegebene Band Between Figure and Ground: Seeing in Premodernity führt diese Fragen weiter und untersucht, wie moderne Sehgewohnheiten und Beschreibungssprachen unsere Wahrnehmung vormoderner Bildordnungen prägen.

Im Zentrum ihrer aktuellen Forschung steht die Habilitationsschrift Zeit sehen. Formen imaginierter Temporalität im Quadrivium. Das Projekt geht aus Forschungsarbeiten hervor, die sie unter anderem an der University of California, Berkeley, am Utrecht University Centre for Medieval Studies sowie in ihrer Tätigkeit am Kunsthistorischen Institut der Universität Tübingen verfolgte. Untersucht werden kosmologische und musikalische Diagramme des 9. bis 12. Jahrhunderts und die Frage, wie Zeit, Zeitlichkeit und Ewigkeit in visuellen Ordnungen nicht nur dargestellt, sondern ontologisch hervorgebracht werden. Daran knüpft das Drittmittelprojekt Formen der Zeit. Zur Erfindung der Zeitmatrix im Mittelalter an, das der Arbeit an vormodernen Zeitmodellen und diagrammatischen Verfahren einen eigenständigen Rahmen gibt. Ein besonderes Interesse gilt dabei auch digitalen Visualisierungen als methodischen Werkzeugen einer visuell orientierten Mediävistik. 

In der Lehre verbindet Saskia Quené Forschungsnähe mit einer sorgfältigen Einführung in Terminologie, Beschreibung und Methoden. Wichtig ist ihr eine Arbeitsatmosphäre, in der Studierende genaues Sehen, präzises Formulieren und eigenständiges Denken entwickeln können. Sie versteht Lehre als gemeinsamen Arbeitsprozess am Objekt, in dem Theorie, historische Kontextualisierung und analytische Praxis ineinandergreifen. Studierende sollen ermutigt werden, eigene Fragestellungen zu entwickeln und sich auch komplexeren Bild- und Wissensformen des Mittelalters mit methodischer Sicherheit und intellektueller Neugier zu nähern.

Curriculum Vitae

Beruflicher Werdegang


Ausbildung


Stipendien und Drittmittel


Preise und Auszeichnungen  


Betreuung von Abschlussarbeiten


Forschungsschwerpunkte

Forschungsprojekt

2026–2028: Projektleiterin Formen der Zeit. Zur Erfindung der Zeitmatrix im Mittelalter, Eliteprogramm für Postdocs, Baden-Württemberg Stiftung gGmbH

Habilitationsprojekt

2022– : Zeit sehen. Formen imaginierter Temporalität im Quadrivium. 


Publikationen

Monographien

Quené, Saskia C.: Goldgrund und Perspektive. Fra Angelico im Glanz des Quattrocento, Berlin/Boston 2022.
https://www.deutscherkunstverlag.de/books/9783422800533

Auszeichnungen:
Hans-Janssen-Preis 2024 für herausragende Forschungen auf dem Gebiet der europäischen Kunstgeschichte der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

Jan van Gelderprijs 2024 der Vereniging van Nederlandse Kunsthistorici (VNK) in Amsterdam. Gutachten der Jury: https://www.kunsthistorici.nl/nieuws/jan-van-gelderprijs/ 

Willibald Sauerländer-Preis 2021 für Kunstgeschichte als Wissensgeschichte  des Zentralinstituts für Kunstgeschichte, München für Goldgrund und Perspektive. Fra Angelico im Glanz des Quattrocento (Dissertation).

Rezensionen:
Julia von Ditfurth: "Goldgrund und Perspektive neu gedacht" [Rezension zu:] Quené, Saskia C.: Goldgrund und Perspektive. In: Kunstchronik. Monatsschrift für Kunstwissenschaft, Jg. 78 Nr. 9/10 (2025), S. 625–632. https://doi.org/10.11588/kc.2025.9/10. Letzter Zugriff 01.10.2025. https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/kchronik/issue/view/7452k/issue/view/7452

Katharina Weiger: [Rezension zu:] Quené, Saskia C.: Goldgrund und Perspektive. In: ArtHist.net, 19.12.2024. Letzter Zugriff 26.07.2025. https://arthist.net/reviews/43598 

Henrike C. Lange: [Rezension zu:] Quené, Saskia C.: Goldgrund und Perspektive. In: 21: Inquiries into Art, History, and the Visual, 5 (4), 1047–1052. https://doi.org/10.11588/xxi.2024.4.108509

Herausgeberschaften

Quené, Saskia C. (Hrsg.): Between Figure and Ground: Seeing in Premodernity, Berlin/Boston 2025
652 Seiten, mit Beiträgen von Claudia Blümle, Gottfried Boehm, Péter Bokody, Beate Fricke, Bruno Haas, David Young Kim, Aden Kumler, Christopher Lakey, Karin Leonhard, Jürgen Müller, Veronica Peselmann, Christoph Poetsch, Raphael Rosenberg, Tom Steinert, Nicola Suthor und Noa Turel.
Open Access:  https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/9783422801226/html
 
Im Erscheinen 
Quené, Saskia C. und Andrea Worm (Hrsg.): Page – Margin – Frame: Studies in Visual and Material Liminality, Turnhout 2026. Mit Beiträgen von Tina Bawden, Laura Cleaver, Lynn Jacobs, Cornelia Logemann, Henrike Manuwald, Elisabeth Morrison, Maria Theisen, Gia Toussaint und Daniela Wagner.

Artikel

Quené, Saskia C.: „Imagining Spoken Words: The Framing of St. Edmund in MS M.736 and Pictorial Narrative in Twelfth-century England” in: Quené, Saskia C./Worm, Andrea: Page – Margin – Frame: Studies in Visual and Material Liminality, Turnhout 2026 [angenommen und peer review Verfahren erfolgreich durchlaufen, schriftliche Bestätigung liegt vor]
 
Quené, Saskia C.: „Jerome in Art” in: Cain, Andy/Rebenich, Stefan (Hrsg.): The Oxford Handbook on Jerome, Oxford 2026 [angenommen, schriftliche Bestätigung liegt vor]
 
Quené, Saskia C.: „Musical Notation” in: Ganz, David/Rainer, Thomas/Schmid, Sabrina/Theil, Katharina (Hrsg.): Handbook of Medieval Book Ornament, Boston 2026 [angenommen und peer review Verfahren erfolgreich durchlaufen, schriftliche Bestätigung liegt vor]
 
Quené, Saskia C.: „Aural Qualities” in: Ganz, David/Rainer, Thomas/Schmid, Sabrina/Theil, Katharina (Hrsg.): Handbook of Medieval Book Ornament, Boston 2026 [angenommen und peer review Verfahren erfolgreich durchlaufen, schriftliche Bestätigung liegt vor]
 
Quené, Saskia C. und Andrea Worm: „Introduction” in: Quené, Saskia C./Worm, Andrea: Page – Margin – Frame: Studies in Visual and Material Liminality, Turnhout 2026 [peer review Verfahren erfolgreich durchlaufen, schriftliche Bestätigung liegt vor]
 
Quené, Saskia C.: „Figur – Konfiguration. Bildtheoretische Aspekte einer mittelalterlichen Diagrammatik”, in: Worm, Andrea/Goerss, Eleanor: Diagrams in Dialogue. Visual Configurations and their Contexts, Berlin/Boston 2027 [in Vorbereitung]
 
Quené, Saskia C.: „Gestalt im Verhältnis“ in: Blümle, Claudia/Klammer, Ursula/van der Meulen, Nikolaj (Hrsg.): Mit Bildern denken. In Resonanz zu Gottfried Boehm, Basel 2026 [in Vorbereitung]
 
Quené, Saskia C. „Konflikt Fläche – Raum: Ein kunsthistoriographischer Schlichtungsversuch”  [in Vorbereitung zur Einreichung in 21: Inquiries into Art, History, and the Visual]
 
Quené, Saskia C.: „Form follows material? Äquivokationen aus Gold und Licht bei Cennino Cennini und Joe Ramirez” in: Azzouz, Wacyl (Hrsg.): Material und Wahrheit, Berlin 2027 [in Vorbereitung]

Quené, Saskia C. und Christopher Lakey: „Between Figure and Ground: Lorenzetti’s Gold” in: Quené, Saskia C. (Hrsg.): Between Figure and Ground: Seeing in Premodernity, Berlin/Boston 2025, S. 291–322. Open Access: doi.org/10.1515/9783422801226-011
 
Quené, Saskia C.: „Sharing Ground: An Introduction in Conversation with David Young Kim” in: Quené, Saskia C. (Hrsg.): Between Figure and Ground: Seeing in Premodernity, Berlin/Boston 2025, S. 11–34. Open Access: doi.org/10.1515/9783422801226-001
 
Quené, Saskia C. und Toni Hildebrandt: „Die Lesbarkeit der Farben – Joyce’ Naturgeschichte von Brissago”, in: Schmidt, Werner (Hrsg.): James Joyce und die Farben des Ulysses, Berlin 2025, S. 285–289.
 
Quené, Saskia C.: “Figure, Ground, and Gold Ground: Relocating the Madonna of Humility” in: Different Visions: New Perspectives on Medieval Art 9, hrsg. von Rachel Dressler und Benjamin Tilghman, 2023. Open Access: https://differentvisions.org/figures-grounds-and-gold/
 
Quené, Saskia C.: „Polimentvergolden”, in: Krajewski, Markus/von Schöning, Antonia/Wimmer, Mario (Hrsg.): Enzyklopädie der Genauigkeit, Konstanz 2021, S. 380–389.
 
Quené, Saskia C. und Toni Hildebrandt: Review of Christopher Wood: A History of Art History, in: 21: Inquiries into Art, History, and the Visual – Beiträge zur Kunstgeschichte und visuellen Kultur 1, 2020, S. 227–232. Open Access: doi.org/10.11588/xxi.2020.1.73146 
 
Quené, Saskia C.: „Malerei deckt zu, Kunst deckt auf”, in: Blümle, Claudia/Wismer, Beat (Hrsg.): Hinter dem Vorhang. Verhüllung und Enthüllung seit der Renaissance – Von Tizian bis Christo, Ausst. Kat. Kunstpalast Düsseldorf, München 2016, S. 256–271.
 
Quené, Saskia C. und Heinz von Loesch: „Beethoven und das imaginäre Museum der Musik – Zur Konzeption des musikalischen Kunstwerkes”, in: Ebd.: 10. Hessische Schülerakademie Oberstufe. Lehreraus- und Weiterbildung. Dokumentation, Eiterfeld 2014, S. 51–65.
 
Quené, Saskia C. und Peter Gorzolla: „Erzählte Geschichte(n) und gedachte Sprache”, in: Ebd.: 9. Hessische Schülerakademie Oberstufe. Lehreraus- und Weiterbildung. Dokumentation, Eiterfeld 2013, S. 67–87.
 
Quené, Saskia C. und Peter Gorzolla: „Reise durch den Herbst des Mittelalters”, in: Hog-Angeloni, Cynthia/Metzler, Wolfgang/Wiegand, Birthe Anne (Hrsg.): 8. Hessische Schülerakademie Oberstufe. Lehreraus- und Weiterbildung. Dokumentation, Eiterfeld 2012, S. 75–93.

Konferenzen


Sektionen  

Vorträge

Abend- und Einzelvorträge auf Einladung


Konferenzbeiträge