Uni-Tübingen

Studium Generale

Das Studium Generale
an der Eberhard Karls Universität Tübingen

… sucht die wissenschaftsgeleitete Auseinandersetzung in Gegenwartsfragen,
… behandelt Grundfragen der menschlichen Existenz,
… bietet das Gespräch über die Grenzen der Einzeldisziplin hinaus.


Programm-Flyer

Der Programm-Flyer für das Wintersemester 2026/27 zum Download: 

Studium-Generale-Programm 2026/27 (PDF)

Wichtiger Hinweis: Der Flyer hat den Stand des Druckdatums und enthält somit keine Informationen, die sich durch Terminverschiebungen oder -absagen ergeben. Diese werden bei der jeweiligen Veranstaltungsreihe im digitalen Vorlesungsverzeichnis ALMA und im zentralen Veranstaltungskalender bekanntgegeben.


Themenübersicht Wintersemester 2026/27

Kulturelles Erbe im Wandel: Provenienz, Restitution und gesellschaftliche Verantwortung

  • Findet statt: jeweils Montag, 18:00 Uhr c.t.
  • Veranstaltungsort: Hörsaal 25 im Kupferbau
  • Organisation: Dr. Stephan Blum, Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters & Dr. Annika Vosseler, Museum der Universität Tübingen | MUT

Welche Verantwortung tragen Museen, Universitäten und andere Institutionen für die Geschichte ihrer Sammlungen? Wie können Provenienzforschung, internationale Zusammenarbeit und Restitution heute verantwortungsvoll gestaltet werden?

Die interdisziplinäre Vortragsreihe beleuchtet aktuelle rechtliche, politische, archäologische und postkoloniale Perspektiven. Ausgehend von Fragen nach Eigentum, Unrecht und institutioneller Verantwortung richtet sie den Blick auf die Praxis der Provenienzforschung und auf die Zusammenarbeit mit Partner*innen und Herkunftsgesellschaften.
Fallbeispiele aus afrikanischen und ozeanischen Kontexten zeigen, wie Sammlungsgeschichten gemeinsam aufgearbeitet und neue Formen der Teilhabe, Beziehungspflege und Rückgabe entwickelt werden können. Dabei werden auch die Herausforderungen thematisiert, die sich im Spannungsfeld zwischen Transparenz, sensiblen Daten und unterschiedlichen Interessen ergeben.

Die Reihe lädt Studierende, Forschende und alle Interessierten dazu ein, über Geschichte, Gerechtigkeit und die zukünftige Verantwortung von Museen und Universitäten zu diskutieren.

Termine:

  • 19.10.2026
  • 26.10.2026
  • 02.11.2026
  • 09.11.2026
  • 16.11.2026
  • 23.11.2026
  • 30.11.2026
  • 07.12.2026
  • 14.12.2026
  • 11.01.2027
  • 18.01.2027
  • 25.01.2027

Wertvolles Wissen?! Zur Vielfalt des Wissens für Nachhaltige Entwicklung

  • Findet statt: jeweils Dienstag, 18:00 Uhr c.t.
  • Veranstaltungsort: Hörsaal 21 im Kupferbau
  • Organisation: Dr. Luzia Sievi, Kerstin Schopp & Prof. Dr. Thomas Potthast, Kompetenzzentrum für Nachhaltige Entwicklung

Wissenschaftler*innen, und nicht nur sie, sind davon überzeugt, dass ihre Erkenntnisse wertvoll sind. Diese Überzeugung wird zum einen gespeist durch die Art und Weise wie Wissen generiert wird: Es wird durch systematische Methoden erzeugt und die Ergebnisse werden diskutiert, kritisiert, überprüft und gegebenenfalls korrigiert. Zum anderen hat sich seit der „Wissenschaftlichen Revolution“ in der Frühen Neuzeit das Leben durch die wissenschaftlich gewonnen Erkenntnisse stark verändert – etwa durch neue Verständnisse in Bereichen wie Politik, Psychologie und Umwelt sowie Errungenschaften wie technische Systeme oder medizinische Anwendungen. Aus ihren Erfolgen leitet die Wissenschaft ab, dass sie besonders gutes Wissen generiert. Doch wann wird die Ansicht, über besseres oder gar überlegenes Wissen zu verfügen, problematisch? Und wann stehen Ungerechtigkeiten in der Produktion von Wissen und ein einseitiger Fokus auf bestimmte Wissensformen einer Nachhaltigen Entwicklung entgegen? 

Die Ringvorlesung wirft solche Fragen zur epistemischen Gerechtigkeit auf und thematisiert, inwieweit und wie Wissenschaftler*innen, gemeinsam mit weiteren Akteur*innen, Analysen und Lösungen zu sozial-ökologischen Problemen erarbeiten sollten. Sie zeigt exemplarisch eine Vielfalt von lokalen, indigenen und künstlerischen Wissensformen auf, die zu einer Nachhaltigen Entwicklung beitragen können. Wissenschaft erscheint vielen als neutral, doch gerade in Umweltkonflikten ist sie eng mit Macht und Ungleichheit oder auch deren Kritik verknüpft. Die Ringvorlesung behandelt, wie unterschiedliche Bezüge auf Wissenschafts- und Technikpraktiken bestimmen, welches Wissen als gültige Evidenz gilt – und welches unsichtbar bleibt. Diese vielfältigen Spannungsfelder wertvollen Wissens möchten wir in der Ringvorlesung konzeptionell, ethisch und politisch genauer erkunden.

Termine:

  • 20.10.2026
  • 27.10.2026
  • 03.11.2026
  • 10.11.2026
  • 17.11.2026
  • 24.11.2026
  • 01.12.2026
  • 08.12.2026
  • 15.12.2026
  • 12.01.2027
  • 26.01.2027
  • 02.02.2027

Rechtsextremismus und Religionen

  • Findet statt: jeweils Dienstag, 18:00 Uhr c.t.
  • Veranstaltungsort: Hörsaal 25 im Kupferbau - sowie im Livestream
  • Organisation: Prof. Dr. Annett Heft, Institut für Rechtsextremismusforschung (IRex), Prof. Dr. Monique Scheer & Prof. Dr. Holger Zellentin, Center for Religion, Culture and Society (CRCS)

Die geplante Ringvorlesung, gemeinschaftlich organisiert von CRCS und IRex, widmet sich dem komplexen Spannungsfeld von Rechtsextremismus und Religionen. Ziel der dreizehnteiligen Veranstaltungsreihe ist es, die vielschichtigen Wechselwirkungen zwischen religiösen Praktiken bzw. Identitäten und extrem rechten sowie nationalistischen Ideologien aus interdisziplinärer und internationaler Perspektive zu beleuchten.  

Nach einer theoretischen Einführung in die Kernbegriffe werden zunächst in dezidierten Länderstudien globale Manifestationen dieses Nexus analysiert. Das thematische Spektrum reicht dabei vom autoritären Populismus der radikalen evangelikalen Rechten in den USA über den Zusammenhang von Ethnonationalismus und “japanischer Spiritualität” bis hin zur Rolle der Religion im türkischen Rechtsextremismus am Beispiel der Grauen Wölfe. Eingehend analysiert werden der politische Antisemitismus im postfaktischen Zeitalter sowie die Herausforderungen von Rechtsextremismus und Antisemitismus im schulischen Bildungskontext. Ferner werden rechtsextreme Lebenswelten mit regionalem Fokus auf Baden-Württemberg sowie das Phänomen der sogenannten „Conspirituality“ – der Überschneidung von esoterischen Milieus und Verschwörungsideologien wie QAnon oder der Querdenker-Bewegung – wissenschaftlich aufgearbeitet. Die Reihe beinhaltet außerdem ein anwendungsbezogenes Dialogformat zu zivilgesellschaftlichen Handlungsstrategien.

Insgesamt fragt die Ringvorlesung, inwieweit die aktuellen Entwicklungen die These der Instrumentalisierung von Religion in zeitgenössischen antidemokratischen Diskursen bestärkt, und inwieweit Religion als kulturelle Praxis von sich aus anfällig für exkludierende gruppenbezogene Diskurse sein kann.

Termine:

  • 13.10.2026
  • 20.10.2026
  • 03.11.2026
  • 10.112026
  • 17.11.2026
  • 24.11.2026
  • 01.12.2026
  • 08.12.2026
  • 15.12.2026
  • 12.01.2027
  • 19.01.2027
  • 26.01.2027
  • 02.02.2027

Eastern Cityscapes. Von der Ostsee bis zum Mittelmeer

  • Findet statt: jeweils Mittwoch, 18:00 Uhr c.t.
  • Veranstaltungsort: Hörsaal 25 im Kupferbau
  • Organisation: Thomas Diez, Klaus Gestwa, Schamma Schahadat, Daniela Simon & Martina Thiele, Kompetenzzentrum für Ost-, Südost- und Mitteleuropa (KOSME)

Städte sind Orte, an denen Geschichte sichtbar wird. In ihren Straßen, Gebäuden und öffentlichen Räumen verdichten sich politische Ordnungen, soziale Veränderungen und kulturelle Erfahrungen. Besonders deutlich zeigt sich dies in den Städten zwischen Ostsee und Mittelmeer. Hier überlagern sich imperiale Hinterlassenschaften, Grenzverschiebungen und Migrationen, sprachliche und religiöse Vielfalt sowie die tiefgreifenden Umbrüche des 20. und frühen 21. Jahrhunderts. In Narva etwa wird die Nähe zu Russland im Stadtraum ebenso sichtbar wie in politischen Debatten über Zugehörigkeit und Grenze; in Temeswar oder Novi Sad erinnern Architektur und kulturelles Erbe an die multiethnischen Traditionen habsburgischer Städte; und in Nikosia ist die politische Teilung bis heute im urbanen Raum eingeschrieben. Der urbane Raum bewahrt solche historischen Schichten und macht erfahrbar, wie unterschiedliche Zeiten und politische Projekte im Stadtbild fortwirken.

Die Beiträge aus Geschichts-, Literatur- und Kulturwissenschaft sowie aus den Medienwissenschaften und der Politikwissenschaft verbinden städtische Fallstudien mit vergleichenden Perspektiven. Welche Spuren imperialer und sozialistischer Vergangenheit prägen heutige Stadtlandschaften – etwa in Bukarest oder Warschau? Welche Rolle füllen diese Städte als Erinnerungsorte aus? Wie verändern politische Transformationen Architektur, Infrastruktur und öffentliche Räume, und wie gehen Städte mit konflikthaften Vergangenheiten um – etwa im ukrainischen Krementschuk, dessen jüngste Geschichte den Stadtraum auf dramatische Weise geprägt hat? Wie überhaupt werden Städte vertextet und in Literatur umgewandelt? Die Vorträge stellen unterschiedliche urbane Konstellationen vor: Grenzstädte, Metropolen, regionale Zentren oder geteilte Städte und eröffnen so vergleichende Perspektiven auf Geschichte und Gegenwart des östlichen Europas

Termine:

  • 21.10.2026
  • 28.10.2026
  • 04.11.2026
  • 11.11.2026
  • 18.11.2026
  • 25.11.2026
  • 02.12.2026
  • 09.12.2026
  • 16.12.2026
  • 13.01.2027
  • 20.01.2027
  • 27.01.2027
  • 03.02.2027

Kann Tübingen Klima? Vom Wissen und Handeln „for Future“

  • Findet statt: jeweils Donnerstag, 18:00 Uhr c.t.
  • Veranstaltungsort: Hörsaal 25
  • Organisation: Prof. Dr. Matthias Möhring-Hesse, Kath.-Theol. Fakultät Tübingen, Dr. Christiane Bertram, Scientists for Future & Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung, Hans-Ullrich Brändle, Health for Future, Julienne Götz, Health for Future & Thilo Schäfer, Teachers for Future & Umweltzentrum Tübingen

In ökologischen Krisen steht nicht „die Zukunft“ in Frage; es stehen aber menschen- und lebensfreundliche Verhältnisse auf dem Spiel. Um auf diese Krisen eine zukunftsfähige Antwort zu geben, braucht es entsprechendes Wissen – und ein Handeln, das diesem Wissen folgt. In der Tübinger Stadtgesellschaft, in der Stadtverwaltung und an der Universität wird solches Wissen erlangt und praktisch nutzbar. Dieses Wissen gilt es zusammenzutragen, um angesichts der menschengemachten Naturzerstörungen, der zunehmenden Klimaerwärmung und des Verlustes der Biodiversität einen wertigen Lebensraum in der Zukunft zu schaffen.

Wenn sich Klima und Gesellschaft krisenhaft wandeln, wird sich zeigen, was Nachhaltigkeit global gesehen bedeutet – und konkret in Tübingen. Jetzt gilt es, die Zeichen zu erkennen, die Folgen der Krisen in gesundheitlicher, sozialer, politischer und ethischer Hinsicht zu benennen, und Handlungen vorzubereiten. Hierfür teilen inner- und außeruniversitäre Expert:innen aus Ethik, Geo- und Umweltwissenschaften, Medizin, Pädagogik und Psychologie, Siedlungsplanung und Sozialwissenschaften ihr Wissen, auf der Suche nach Lösungen aus der Krise.

In der Ringvorlesung fragen Tübinger Wissenschaftler:innen und in Klimaschutz und Klimapolitik engagierte Menschen, sowie Expert:innen der lokalen Stadtentwicklung, was schon erreicht wurde und wie die Stadt Tübingen 950 Jahre nach der Stadtgründung und die Universität Tübingen 550 Jahre nach der Universitätsgründung kooperieren können, um eine menschen- und lebensfreundliche Zukunft lokal und global wahrscheinlich zu machen.

Termine:


FAQs

Für Interessierte

  • Im Studium Generale bieten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Tübingen freiwillig und neben ihren vielfältigen Aufgaben öffentliche Vorlesungsreihen an: Montags bis donnerstags, jeweils 18:15 sowie 20:15 Uhr, im Hörsaalgebäude Kupferbau, Hölderlinstraße 5, 72074 Tübingen.
  • Die Vorlesungsreihen sind kostenlos und richten sich an alle Interessierten sowie Studierende sämtlicher Fachrichtungen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
  • Sämtliche Termine sowie aktuelle Änderungen sind im Ausklappmenü der Homepage zu finden. Wir nehmen Sie gerne mit Ihrer Postadresse in den Verteiler für den gedruckten Programmflyer auf, Anmeldung: sekretariat-kommunikationspam prevention@zv.uni-tuebingen.de
  • Die Reihen finden in Präsenz statt. Auf zusätzliche Online-Angebote weisen wir im Programm zur jeweiligen Reihe hin.
  • Studierende können durch regelmäßigen Besuch einer Reihe 1 ECTS-Punkt bzw. maximal 3 ECTS-Punkte beim Besuch von drei Vorlesungsreihen erwerben. Dies ist nur in Präsenz möglich.

Bitte laden Sie dafür den Teilnahmenachweis herunter und holen Sie sich für jeden Besuch eine Unterschrift der Vortragenden. Anschließend können Sie den Nachweis beim Transdisciplinary Course Program (TCP) abstempeln lassen. Fragen dazu beantwortet Ihnen das TCP-Anmeldungsteam unter: kursanmeldungspam prevention@tracs.uni-tuebingen.de

Die Öffnungszeit der TCP-Anmeldeverwaltung finden Sie unter: https://uni-tuebingen.de/de/113615

Kontakt:

Jana Barth, 29-77851, sekretariat-kommunikationspam prevention@zv.uni-tuebingen.de

Für OrganisatorInnen

  • Jede Vorlesungsreihe hat eine(n) Hauptverantwortliche(n) aus der Universität, Kooperationen mit Außenstehenden sind möglich. Grundsätzlich sollte auch anderen Zugängen zum Thema Raum geboten werden, besonders im Falle einer Ringvorlesung durch nur eine Person (z.B. im Format einer Podiumsdiskussion, die multiperspektivisch zusammengesetzt ist).
  • Eine Vorlesungsreihe besteht aus mind. zwölf Veranstaltungen, damit Studierende für den Besuch 1 ECTS-Punkt erwerben können. Mögliche Termine: Montags bis donnerstags, 18:00 -19.45 oder 20:00 - 21.45 Uhr, alle Veranstaltungen finden im Hörsaalgebäude Kupferbau statt.
  • Die Reihen sind interdisziplinär bzw. multiperspektivisch und auf ein breites Publikum ausgerichtet. Unreflektierte moralisch-normative Themensetzungen sind generell ausgeschlossen; vielmehr repräsentieren die Vorlesungsreihen einen kritisch-reflexiven Zugang zum jeweiligen Thema.
  • Idealerweise kommen mind. zwei Drittel der Vortragenden aus der Universität Tübingen. Es wird erwartet, dass sich die wissenschaftlichen Konzepte, die in Titel und Rahmentext dargestellt werden, in den einzelnen Vorträgen widerspiegeln.
  • Themenvorschläge werden durch die AG Studium Generale genehmigt: Diese besteht aus durch die Fakultäten entsendete Vertreterinnen und Vertreter, unter Leitung der Prorektorin für Studierende, Studium und Lehre. Die AG tagt jeweils zu Beginn und zu Ende eines Semesters.
  • Anträge sollten zwei Semester vor der geplanten Veranstaltung vorliegen (kurzer einführender Text und in etwa die vorgesehenen Themen und Vortragenden). Das finale Konzept muss spätestens im Semester vor der Veranstaltung zur zweiten Sitzung vorliegen.
  • Programmflyer und -poster werden zentral von der Hochschulkommunikation produziert und kostenlos zur Verfügung gestellt.

Kontakt - auch zur Einsendung für Themenvorschläge:

Kai Schwarzkopf,  29-77879, kai.schwarzkopfspam prevention@uni-tuebingen.de


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