Die Sportpädagogik als Wissenschaftsdisziplin befindet sich in einem Veränderungsprozess. Die traditionell stärker geisteswissenschaftlich ausgerichtete Disziplin öffnet sich in den letzten zwei Jahrzehnten – nicht zuletzt unter ökonomischem wie auch Konkurrenzdruck aus anderen sportwissenschaftlichen Teildisziplinen – zunehmend einer sozialwissenschaftlichen Herangehensweise an ihren Gegenstandsbereich. Inwieweit eine solche empirische Wende jedoch bereits vollzogen ist, wird kontrovers diskutiert. Da sich der status quo einer wissenschaftlichen Disziplin maßgeblich in ihren Publikationen widerspiegelt, mittels derer Erkenntnisse und Forschungsergebnisse kommuniziert werden, verspricht eine Quellenanalyse verschiedener einschlägiger Publikationsorgane Erkenntnisse über die aktuelle Ausrichtung und Entwicklung der Disziplin.
In einem langfristig angelegten Projekt werden entsprechend seit 1995 vier bedeutsame, einschlägige Zeitschriften („Sportwissenschaft“, „Spectrum der Sportwissenschaften“, „Sportpädagogik“ und „Sportunterricht“) sowie die mehr oder weniger regelmäßig erscheinenden jährlichen dvs-Tagungsbände der Sektion Sportpädagogik hinsichtlich ihrer sportpädagogischen Beiträge analysiert. Neben der thematischen Ausrichtung werden hierbei insbesondere die Forschungszugänge (inklusive Untersuchungsdesign, Erhebungsmethoden, Auswertungsmethoden etc.) analysiert.