Institut für die Kulturen des Alten Orients

Institut für die Kulturen des Alten Orients (IANES)

Nachruf Prof. Dr. Wolfgang Schenkel


* 16. Oktober 1936 † 19. März 2026

„Mir sind die Tore des Himmels geöffnet, des schönen Ortes des Himmels, an dem ich sitzen will.“ (CT III 98p)

Am 19. März 2026 ist in seinem 90. Lebensjahr Prof. Dr. Wolfgang Schenkel verstorben. Er wurde 1961 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn bei Prof. Dr. Elmar Edel in der Ägyptologie promoviert („Frühmittelägyptische Studien“) und war für diesen danach auch noch tätig. Nach einem Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts 1964/1965, einem Stipendium der DFG zur Erforschung der spätägyptischen Grammatik und seiner Tätigkeit am Deutschen Rechenzentrum in Darmstadt („Maschinelle Analyse altägyptischer Texte“) wechselte er in den SFB 13 zur Synkretismusforschung an der Georg-August-Universität Göttingen, an der er sich 1974 habilitierte („Die altägyptische Suffixkonjugation“). 1978 erhielt Wolfgang Schenkel den Ruf an die Eberhard Karls Universität Tübingen, an der er bis zu seiner Pensionierung 2002 als Direktor des Ägyptologischen Instituts tätig war. Seine dortige Lehre unterstützte er mit zahlreichen Auflagen seiner „Tübinger Einführung in die klassisch-ägyptische Sprache und Schrift“. Seit 1999 war er Korrespondierendes Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften.

Wir blicken auf ein langes, persönlich und wissenschaftlich erfülltes Leben – auch noch wenige Wochen vor seinem Tod war Wolfgang Schenkel ägyptologisch tätig. Selbst wenn ihn die altägyptischen Sargtexte während seines gesamten wissenschaftlichen Wirkens begleiteten, umfaßten seine Interessen und Forschungen doch sehr unterschiedliche Facetten der Ägyptologie. Seine zahlreichen Veröffentlichungen entstammen der ägyptologischen Philologie und Linguistik ebenso wie seinen archäologischen Unternehmungen und anderem mehr. Seine Projekte verfolgte Wolfgang Schenkel mit großer Kompetenz, Systematik und Akribie. Mit der außergewöhnlichen fachlichen Breite seines Schaffens erfuhr die Ägyptologie zudem zahlreiche Impulse und Anregungen. Dies gilt für seine Beschäftigung mit der historischen Fachinformatik, deren Bedeutung und Möglichkeiten für die Ägyptologie zuvor nicht wahrgenommen worden waren und die er für die Texterschließung der altägyptischen Sargtexte nutzte. Ebenso geht die Einführung der Textkritik in die Ägyptologie auf Wolfgang Schenkel zurück („Das Stemma der altägyptischen Sonnenlitanei“). National wie international erfuhr er mit seinen Forschungen und Forschungsergebnissen große Anerkennung.

Es trauern um Wolfgang Schenkel seine Ehefrau Renate Müller-Wollermann, Kollegen und Kolleginnen und seine Schüler und Schülerinnen. Die Beisetzung wird in engstem Familienkreis stattfinden. 
 



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