Institut für Erziehungswissenschaft

FAQs

Worin liegen die Ziele des Masterstudienganges?

Im Master lernen Sie, Fragen zur Erwachsenen- und Weiterbildung praxisnah und wissenschaftlich zu betrachten. Sie entwickeln passende und zielgerichtete Ideen, um Angebote weiterzuentwickeln. Dabei erwerben Sie Fähigkeiten, die in vielen unterschiedlichen Situationen einsetzbar sind – im Umgang mit einzelnen Personen, Gruppen oder ganzen Organisationen. So sind Sie gut darauf vorbereitet, in verschiedenen Praxisfeldern professionell zu handeln und eigenverantwortlich Aufgaben in Weiterbildungseinrichtungen, Organisationen und Unternehmen zu übernehmen.

Was sind die Studieninhalte?

Inhaltlich werden im Studiengang Fragen der Gestaltung von Lehr-Lern- und Beratungsangeboten für Erwachsene sowie der Planung und Organisation von Bildungs- und Entwicklungsprozessen thematisiert. 
Im Masterstudiengang lernen Sie sich diesen Inhalten kontextübergreifend zu nähern und stellen sich zum Beispiel Fragen der Erhebung von Bedarfen oder Lernergebnissen sowie Evaluation von Prozessen, Einrichtungen und Systemen, um Angebote, Programme bzw. Organisationen darauf aufbauend weiterzuentwickeln. 
Sie erwerben Kompetenzen, um in empirischer, theoretischer und pragmatischer Sicht professionell agieren sowie pädagogisches Handeln hinterfragen zu können. Es geht also darum sich kritisch mit der Weiterbildungspraxis auseinanderzusetzen, um die Qualität dieser zu prüfen und ggf. weiterzuentwickeln.

Wie ist der Studiengang aufgebaut und wie ist der Studienverlauf organisiert?

Der Studiengang ist in 10 Module gegliedert, die inhaltlich aufeinander aufbauen. Unter diesen Modulen subsummieren sich Veranstaltungen, die thematisch zueinander passen. Diese sind auf 4 Semester verteilt. In den ersten beiden Semestern sind die grundlegenden Veranstaltungen verortet, in den darauffolgenden Semestern wird das eigenständige Arbeiten fokussiert. Das dient dazu, im ersten Jahr des Studiums Grundlagen zu schaffen die im zweiten Jahr eigenständig angewendet werden. Daraus ergibt sich, dass es im zweiten Studienjahr möglich ist, sich die Zeit weitegehend frei einzuteilen. Die Pflichtveranstaltungen werden unter der Woche auf 1-2 Tage am Nachmittag und Abend konzentriert und finden anteilig in Blockveranstaltungen statt. 
Das zweite Studienjahr ist also im Vergleich zum ersten Studienjahr sehr frei gestaltbar. Daraus ergibt sich zum Beispiel die Möglichkeit parallel praktische Erfahrung zu sammeln oder eine wissenschaftliche Arbeit in Kooperation umzusetzen. Pro Semester werden laut Regelstudienplan 30 Leistungspunkte (Credit Points, CP) angestrebt, sodass am Ende des Masters 120 CP erreicht werden.

Was ist der rote Faden im Masterstudiengang?

Der rote Faden ist die anwendungsorientierte Bearbeitung praxisrelevanter Fragen unter Verzahnung von Forschung und Entwicklung. 
Im Bereich der Programmleitung des Bereichs Sprachen eines Bildungsanbieters beispielsweise, könnte dabei auf der organisationalen Ebene die Frage in den Blick genommen werden, weshalb die Nachfrage von Englischkursen abnimmt und wie man das Angebot adressatengerechter ausrichten könnte. Auf der Lernebene könnte untersucht werden, welche didaktischen Methoden lernförderlich sind, um Deutsch als Fremdsprache zu vermitteln, um daraus Handlungsableitungen für eine motivierende und aktivierende Kursgestaltung zu ziehen.
Für die in einem mittelständischen Profit-Unternehmen der Technologiebranche verantwortete Konzeption, Umsetzung und Evaluation strategischer Entwicklungsmaßnahmen für Fach- und Führungskräfte, könnten standardisierte Mitarbeiterbefragungen oder strukturierte Interviews mit Führungskräften sowie die Analyse relevanter Kennzahlen die Basis für die Ausarbeitung zielgruppenspezifischer Weiterbildungs- sowie Coachingkonzepte und die Gesatltung arbeitsplatznaher und transferorientierter Angebote und Lernräume bilden. 
Die wissenschaftlich fundierte Herangehensweise dient dazu, begründete Entscheidungen treffen und zielorientierte Ansätze und Maßnahmen einleiten zu können. 

Welche Lehr-/Lernformen erwarten mich?

Im Masterstudiengang wird selbstverantwortliches Lernen groß geschrieben und durch den Studienaufbau gefördert. 
Im ersten Studienjahr werden die grundlegenden Inhalte erarbeitet. Die Beschäftigung mit den Themen findet im Rahmen von Studienleistungen (Referate, Sitzungsgestaltungen, Gruppendiskussionen,…), der eigenständigen Auseinandersetzung (Vor-/Nachbereitung der Veranstaltungen, Vorbereitung auf die Prüfungsleistung,…) und der regen Beteiligung an den Veranstaltungen statt. Dabei wird das kritische Hinterfragen zum Beispiel von Studien und Forschungszugängen gefördert. 
Im zweiten Studienjahr befähigt diese Basis eigene wissenschaftliche Projekte zu gestalten, durchzuführen und auszuwerten – selbstverständlich gut beraten und betreut.

Worin werde ich im Masterstudiengang ausgebildet?

Im Masterstudiengang Erwachsenenbildung/Weiterbildung werden fachliche und forschungsmethodische Kompetenzen vermittelt. Diese erlauben es, auf Basis einer eigenständigen, nicht nur reproduktiven Nutzung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden die pädagogische Praxis zu betrachten und Vorschläge zu deren (Weiter-)Entwicklung zu machen. 
Das Ziel dieser Art von Kompetenzvermittlung ist es, Sie für ein professionelles Handeln in der Praxis auszustatten, indem Sie auf analytische und/oder konzeptionelle Tätigkeitsschwerpunkte in Aufgabenfeldern der Diagnostik, Intervention, Evaluation, Beratung und Entwicklung von Einzelnen, Gruppen oder Systemen vorbereitet werden.

Für welche Tätigkeiten qualifiziert mich der Master?

In der Praxis eröffnen sich Ihnen vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten mit analytischen und/oder konzeptionellen Tätigkeitsschwerpunkten. Die Tätigkeiten reichen von der Arbeit mit einzelnen Personen über Organisationen bis hin zu ganzen Systemen. Dazu gehören die Planung, Umsetzung und Bewertung von Bildungsangeboten und Programmen, die Förderung und Weiterentwicklung von Kompetenzen sowie Aufgaben in der Personal- und Organisationsentwicklung. Auch die Analyse und Beratung von Entscheidungs- und Steuerungsprozessen in öffentlichen Weiterbildungskontexten gehören dazu. Das kann zum Beispiel bedeuten, Kurse für bestimmte Adressat:innen bedarfsgerecht zu planen, Mitarbeitende in Unternehmen mit berufsbezogenen Weiterbildungen zu unterstützen, Führungskräfte in ihrem Handeln zu coachen oder Bildungskonzepte für Volkshochschulen, Akademien oder überbetriebliche Weiterbildungsanbieter zu entwerfen.

Für eine wissenschaftliche Laufbahn erhalten Sie einen breiten Einblick in mögliche Forschungsfelder und methodische Zugänge, die sie für eine eigenverantwortliche Auseinandersetzung mit Forschungsfragen qualifizieren und die nahtlos in die Arbeit an einer Dissertation münden können.

Habe ich die Möglichkeit während des Masters ins Ausland zu gehen oder ein Praktikum zu absolvieren?

Ja, Praktika und Auslandsaufenthalte sind nach individuellem Bedarf in den Studiengang integrierbar und werden auch fortlaufend von den Studierenden in den einzelnen Kohorten realisiert. Vor allem ab dem dritten Semester ist es zeitlich sehr gut möglich Praxiserfahrung zu sammeln oder einen Auslandsaufenthalt vorzunehmen. Grundsätzlich gilt, dass beides eigenständig organisiert wird – natürlich in Absprache und durch Betreuung der Masterverantwortlichen. Es wird versucht eine studierbare und gute Lösung zu finden um Auslandserfahrung und Praktika möglich zu machen.

Was hat es mit dem Studienprojekt auf sich?

Das Studienprojekt ist eine eigenständige Arbeit, bei der Sie eine praxisrelvante Fragestellung bearbeiten. Es besteht die Möglichkeit, das Studienprojekt auch direkt in Kooperation mit der Praxis umzusetzen. Dabei wird - von der Universitätsseite gut betreut – im Dialog mit den Verantwortlichen der gewählten Einrichtungen und Unternehmen entschieden, welche Teilbereiche, Projekte oder Prozesse untersucht und/oder weiterentwickelt werden sollen. Daraus wird dann ein eigenständiges Thema für das Studienprojekt abgeleitet. Dadurch bleibt der Fokus des Studienganges - die anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung - nicht nur eine hohle Phrase, sonder führt zu fundierten Handlungskonzepten für die Praxis. Nicht selten mündet dieses Studienprojekt in einer Masterarbeit.

Kann ich darüber hinaus auch fachlich über den Tellerrand schauen?

Ja, denn genau dafür ist der Wahlpflichtbereich da. Innerhalb der zugehörigen Module haben Sie die Möglichkeit Ihr Grundlagenwissen in der Erziehungswissenschaft und in der Erwachsenenbildung/Weiterbildung zu vertiefen, sich aber auch weitere Themenfelder zu erschließen. Es können zusätzlich zum Pflichtangebot verfügbare Veranstaltungen der Abteilung Erwachsenbildung/Weiterbildung, Veranstaltungen aus dem Angebot der Nachbardisziplinen (z.B. Psychologie, Soziologie, BWL, Politik, Kultur- oder Sportwissenschaften, um nur einige von vielen weiteren zu nennen) sowie dem überfachlichen Gesamtangebot der Universität (z.B. das Transdisciplinary Course Programm des Career Services, Veranstaltungen des Internationalen Zentrums für Ethik in den Wissenschaften oder des Instituts für Rechtsextremismusforschung) und aus den weiteren Masterstudiengängen des Instituts für Erziehungswissenschaft gewählt werden. 

Was muss ich formal für eine Bewerbung mitbringen?

Voraussetzung für die Zulassung zum Studium ist der Nachweis über ein mit der Note 2,5 oder besser abgeschlossenes erziehungswissenschaftliches B.A.-Studium oder eines Studiums in einem Nachbarfach (was als Nachbarfach gelten kann, entscheidet die Auswahlkommission).

Kann ich den Masterstudiengang EB/WB studieren, auch wenn ich keinen rein erziehungswissenschaftlichen Bachelor absolviert habe?

Ja, in jedem Falle! Wir möchten sogar den interdisziplinären Austausch fördern. Fachliche Quereinsteiger*innen sind willkommen!
Im Master studieren Sie mit Bachelorabsolvent*innen aus diversen sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen sowie geisteswissenschaftlichen Nachbardisziplinen oder auch der Psychologie zusammen, was einen sehr vielseitigen und ertragreichen Austausch bringt. 
Weiter ist es so geregelt, dass im Zuge des Auswahlverfahrens gemeinsam mit den Studieninteressierten geklärt wird, in welchen studienrelevanten Bereichen möglicherweise noch inhaltlicher Nachholbedarf zu Themen der Erziehungswissenschaft, Erwachsenenbildung/Weiterbildung und empirischen Forschungsmethoden besteht. Das ist kein Ausschlusskriterium: es besteht vielmehr die Möglichkeit, zu Beginn des Masterstudiums Brückenkurse zu besuchen, um den Studieneinstieg zu unterstützen. Weiter können in den ersten zwei Semestern Vorlesungen aus dem Bachelorstudiengang “Soziale Arbeit und Weiterbildung” als Nachholleistungen zum Erwerb bzw. der Vertiefung von Grundkenntnissen belegt werden. Die Brückenkurse und Vorlesungen können auch in den Wahlmodulen angerechnet werden, sodass im Studienumfang nichts hinzukommt. 
An dieser Stelle soll das offensichtliche Erwähnung finden: Nachholleistungen können im ersten und gegebenenfalls auch im zweiten Semester einen erhöhten zeitlichen Aufwand bedeuten. Teilweise reichen Sitzscheine aus um die Leistung nachzuweisen, was eben einen größeren zeitlichen Aufwand während der Vorlesungszeit bedeutet, teilweise wird aber für eine Bestätigung der erfolgreichen Teilnahme am Ende der Vorlesung auch eine (unbenotete) Abschlussklausur gefordert, was einen höheren Prüfungsaufwand bedeutet.

Wie kann ich die Studienkultur am Institut für Erziehungswissenschaft (IfE) in Tübingen kennenlernen?

Die Masterstudiengangverantwortliche Dr. Sabine Digel bietet gern Beratung an, in der Sie persönlich Fragen stellen können rund um das Studium hier am IfE. 
Weiter ist die Fachschaft immer offen für Fragen. Wenn Sie Zeit finden lohnt sich ein Besuch hier in Tübingen um das Institut anzuschauen und auch ein Abstecher ins Café Rosa, das Café der Fachschaft, kann dabei helfen mit bereits hier Studierenden ins Gespräch zu kommen. 
Natürlich gibt es auch die Möglichkeit sich in eine Vorlesung zu setzen um Studienluft zu schnuppern um besser einschätzen zu können, ob der Studiengang der richtig für Sie ist. Im alma System der Universität Tübingen finden Sie das öffentliche Vorlesungsverzeichnis mit den Veranstaltungen des Masterstudiengangs. Bei der Organisation hilft Ihnen die Masterstudiengangverantwortliche bei Interesse gerne!

Was macht Tübingen als Studienort aus?

Die Eberhard Karls Universität Tübingen zählt zu den ältesten und renommiertesten Universitäten Deutschlands. Derzeit studieren knapp 30.000 Studierende in Tübingen und die Zahl ist steigend. Diese große Zahl prägt die Stadt Tübingen mit einer Einwohnerzahl von rund 90.000 sehr. Vieles ist für Student:innen und von Student:innen gestaltet und während der Vorlesungszeit ist die Stadt belebt und reich an Angeboten in den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen. Auch die Universität selbst kann viel bieten – sei es der Hochschulsport, über eine musikalische Mitgestaltung im Chor oder Orchester oder inhaltliche Einblicke in andere Disziplinen. Rundum ist Tübingen eine Studentenstadt zum Wohlfühlen!

Wie läuft das Bewerbungsverfahren ab?

Der Bewerbungsschluss ist der 15. September eines Jahres. 
Schon während der Bewerbungsphase ab Anfang April bemühen wir uns um ein zügiges Bearbeiten der über das Onlineportal eingereichten Unterlagen damit wir Sie schnellstmöglich zulassen können. 
Im Rahmen des Bewerbungsverfahrens sind Gespräche zum Abgleich Ihrer Erwartungen mit dem Studienangebot und einem gegenseitigen Kennenlernen vorgesehen. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

Geschafft! Was muss ich vor Studienbeginn tun?

Zwischen der Zulassung und dem Studienbeginn müssen Sie für einen reibungslosen Beginn hier bei uns am Institut vorab nichts unternehmen. Es wird alles zu Beginn hier vor Ort in Tübingen geregelt. Dazu findet direkt in der ersten Vorlesungswoche eine Einführungsveranstaltung statt, die konkret für Sie zugeschnitten ist. 
Sie müssen sich zu den Lehrveranstaltungen im Master nicht vorab anmelden, können sich aber bereits Gedanken machen, welche Veranstaltungen Sie interessieren und Sie sich für den Wahlbereich vorstellen können. Gerne können Sie eine Vorauswahl zu der Einführungsveranstaltung mitbringen, die wir dann gemeinsam weiter absprechen können.