In den vergangenen Jahren beschäftigten sich Historiker:innen vermehrt mit dem facettenreichen Charakter europäischer Nachkriegsdemokratien (u.a. Conway 2020; Corduwener 2023). Beinahe einmütig betonten sie den „eingehegten“, „kontrollierten“ Charakter der ersten zwei Dekaden nach 1945 und erklärten diese fast zu einer Art golden age demokratischer Stabilität. Das Projekt geht davon aus, dass die Nachkriegsdemokratien in diesem Zeitraum nicht nur „kontrollierte“, sondern zugleich „raue“ Demokratien (vgl. zum Begriff auch Nolte 2024) waren, in denen physische Gewalt ein fortbestehender Bestandteil des demokratischen Konfliktaustrags blieb. Das Projekt wird von der Gerda-Henkel-Stiftung gefördert und ist in ihrem historisch ausgerichteten Teilbereich „Demokratie als Utopie, Erfahrung und Bedrohung“ angesiedelt. Federführend sind Petra Terhoeven (DHI Rom), Robert Kramm (Universität Tübingen) und Sonja Levsen (Universität Tübingen).
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