Stark ausgeprägte Kompetenzen historischen Denkens sind besonders wichtig in einer Zeit, in der junge Menschen in sozialen Medien, auf Pausenhöfen und in ihren Familien mit unzähligen Orientierungsangeboten in Kontakt kommen, die teils unverträglich sind mit den Idealen einer offenen, demokratischen Gesellschaft.
Am Hector-Institut untersuchen wir deshalb seit mehreren Jahren in einer Serie von randomisierten Feldstudien die Effektivität von Lehrkräftefortbildungen, mit deren Hilfe die historischen Kompetenzen der Schüler:innen gestärkt werden können. Diese Studien basieren auf einer intensiven interdisziplinären Zusammenarbeit und werden erst durch die Kooperation mit mehreren Landesinstituten für Lehrkräftefortbildung möglich. Ermöglicht wurden sie zudem durch die finanzielle Förderung des BMBF, des BMBFSFJ sowie der Bundesstiftung zur Aufarbeitung des SED-Unrechts.
Die Herausforderungen, vor denen Geschichtslehrkräfte aktuell stehen, sind immens. Guter Geschichtsunterricht soll den Schülerinnen und Schülern historische Orientierung ermöglichen und dabei Kompetenzorientierung, Digitalisierung und Inklusion berücksichtigen. Lehrkräften wird dafür Unterstützung angeboten, z.B. durch digitale Lehr- und Lernmaterialien, aber auch durch Fortbildungsangebote.
Im Rahmen des vom BMBF geförderten Verbundprojekts KLUG – inKLUsiv Geschichte lehren der Universitäten Eichstätt-Ingolstadt, Tübingen und Oldenburg wurde in einem Kontrollgruppendesign die Wirksamkeit solcher Angebote überprüft.
Ergebnisse der KLUG-Studie
Die Wirksamkeit des KLUG-Konzepts konnte mithilfe der randomisierten, kontrollierten Interventionsstudie nachgewiesen werden:
Die Schüler:innen der fortgebildeten Lehrkräfte waren signifikant besser in der Entwicklung ihrer historischen Kompetenzen als die Klassen der Wartekontrollgruppe.
Die Schüler:innen schätzten ihre Lehrkräfte nach Ablauf der Fortbildung als signifikant begeisterter für Geschichte ein als die Klassen der Wartekontrollgruppe.