Dr. Sabine Hanke wurde im Januar 2021 an der University of Sheffield (UK) in Geschichte promoviert. In ihrer Dissertation untersucht sie die nationalen und imperialen Dimensionen des modernen britischen und deutschen Zirkus in der Zwischenkriegszeit. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie kulturelle Praktiken sowohl Vorstellungen von Nation und Imperium widerspiegelten als auch aktiv mitprägten. Ihre auf der Dissertation basierende erste Monografie ist im Januar 2025 bei Manchester University Press erschienen (rezensiert von Peter Yeandle in AHR 131, Issue 1, March 2026, pp. 432–433, https://doi.org/10.1093/ahr/rhaf760).
Bevor sie an die Universität Tübingen kam, war sie Postdoktorandin an der Universität Duisburg-Essen im Arbeitsbereich „Globale Mobilität (18.–20. Jahrhundert)“. Dort forschte sie zu transregionalen Verflechtungen und lehrte im Bereich der Neueren und Neuesten Geschichte.
In ihrem aktuellen Forschungsprojekt vertieft sie ihre Auseinandersetzung mit den Human-Animal Studies und untersucht die Rolle der Paradiesvögel im kolonialen Kontext Neuguineas im langen 19. Jahrhundert. Das Projekt analysiert, wie sich wissenschaftliche Erkenntnisse, ästhetische Praktiken und ökonomische Interessen miteinander verbanden und globale Debatten über Naturschutz, Kommerzialisierung und koloniale Macht mitprägten.
Sabine Hanke engagiert sich ebenfalls für Public History und arbeitet regelmäßig mit Museen und zivilgesellschaftlichen Initiativen zusammen, um postkoloniale Geschichte(n) kritisch zu reflektieren und deren Auswirkungen auf die Gegenwart sichtbar zu machen. Zuletzt kooperierte sie mit dem Zentrum für Erinnerungskultur zum kolonialen Erbe in Duisburg sowie der Bibliothek des Instituts für Auslandsbeziehungen in Stuttgart zu deren kolonialen Beständen.