06.10.2026

23. Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus (6.10.–09.11.2026)

Bundesweite Veranstaltungsreihe zum Schwerpunkt: Antisemitismus an Hochschulen

Die bundesweiten “Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus” der Amadeu Antonio Stiftung finden jährlich rund um den 7. Oktober, dem Jahrestag des Hamas-Angriffs auf Israel im Jahr 2023, und den 9. November, dem Jahrestag der Novemberpogrome 1938, statt.

Themenschwerpunkt 2026: “Antisemitismus an Hochschulen"
Denn seit dem 7. Oktober 2023 sind die Hochschulen zu einem zentralen Ort antisemitischer Mobilisierung geworden. Antiisraelische Agitation ist omnipräsent durch Flyer und Graffiti, zahlreiche Campus wurden teils über Wochen durch Besetzungen geprägt. Zwei Jahre später haben sich antisemitische Gruppen in Studierendenausschüssen erfolgreich etabliert und gestalten somit aktiv Hochschulpolitik. Für Jüdinnen*Juden spitzt sich die Lage dramatisch zu. Der Uni-Alltag von jüdischen Studierenden wird bestimmt durch Unsicherheit: Wo kann ich was sagen? Kann ich offen zeigen, dass ich jüdisch bin? Oder gefährdet mich das? Warum soll ich mich als Jüdin*Jude für die Politik Israels rechtfertigen? Während für die einen das Student*innenleben eine aufregende Zeit von Selbstbestimmung und Freiheit ist, stellt es für Jüdinnen*Juden potenzielle Gefahr dar. Denn Judenhass endet nicht mit Worten: Im Februar 2024 wurde der jüdische Student Lahav Shapira in Berlin von einem antiisraelischen Kommilitonen krankenhausreif geschlagen. Sicheres Studieren für Jüdinnen*Juden? Kaum noch möglich! Das wollen wir nicht hinnehmen! Für ein sicheres Studieren für alle!

Wir laden dich herzlich dazu ein, an den Veranstaltungen im Rahmen der Aktionswochen teilzunehmen.
zum bundesweiten Veranstaltungskalender

Folgende Veranstaltungen finden in Tübingen statt:

20.10.2026, 18:15 Uhr: Vortrag “Die Privatbibliothek des NS-verfolgten Völkerrechtlers Max Fleischmann und die Erinnerungskultur der Universität Tübingen”
Es geht um den Umgang der Universität Tübingen mit einem Erbe, das aus nationalsozialistischem Unrecht hervorgegangen ist.
Referent*in: Hon. Prof. Dr. Hans-Joachim Lang
Ort: Hörsaal 22 (Kupferbau), Hölderlinstr. 5, 72074 Tübingen
Veranstalter*innen: Arbeitskreis für Politische Bildung der Verfassten Studierendenschaft Tübingen

02.11.2026, 18–20 Uhr: Diskussion “Auswirkungen von Antisemitismus – Ausschlüsse aus Räumen der Bildung, Kultur und Kunst”
Gespräch mit den Kunstschaffenden Lissi Maier-Rapaport und Peter Krullis, Film zur Ausstellung „Unsichtbar – in der Mitte der Gesellschaft? Gesicht zeigen gegen Antisemitismus!“
Podiumsdiskussion zu den Auswirkungen von Antisemitismus in Räumen der Bildung und Wissenschaft, Kultur und Kunst
Referent*innen: Cleo Kempe Tower – Dagesh, Dr. Mira Annelie Naß, Alexa Altmann, Moderation: Prof. Dr. Friederike Lorenz-Sinai
Ort: Hörsaal der Universität Tübingen (Bekanntgabe nach Anmeldung)
Veranstalter*innen: Lissi Maier-Rapaport, Peter Krullis (Künstler:innen), Friederike Lorenz-Sinai (IRex)
Anmelung per E-Mail

10.11.2026, 19 Uhr: Vortrag “Das Verschwinden des Holocaust – Zum Wandel der Erinnerung”
Die Erinnerung an den Holocaust schwindet. Seine Singularität wird zusehends infrage gestellt. Jan Gerber erinnert daran, dass sich die Erkenntnis von der Besonderheit des Verbrechens erst spät durch setzte.
Referent:  Prof. Dr. Jan Gerber, Moderation: Daniel Maier
Ort: Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, Außenstelle Tübingen, Wilhelmstraße 8 72074 Tübingen
Veranstalter*innen: Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, Bündnis gegen Antisemitismus – für Israel, Tübingen, Förderverein für jüdische Kultur in Tübingen e.V, Geschichtswerkstatt Tübingen e.V.
Mehr Informationen hier

16.11.2026, 18–20 Uhr: Vortrag. Umgang mit Antisemitismus an Hochschulen – Handlungskonzepte und Zukunftsvisionen
Einführung und Gespräch mit den Künstler:innen Lissi Maier-Rapaport und Peter Krullis.
Kurzvorstellung Studienergebnisse Antisemitismus im Kontext Hochschule durch die Antisemitismusforscherin Prof. Dr. Friederike Lorenz-Sinai.
Referent*innen: Daniel Felder, Mark Rubinstein, Prof*in Dr*in Heike Radvan, Prof. Dr. Reinhold Boschki, Moderation: Kiana Ghaffarizad
Ort: Hörsaal der Universität Tübingen (Bekanntgabe nach Anmeldung)
Veranstalter*innen: Lissi Maier-Rapaport, Peter Krullis (Künstler:innen), Friederike Lorenz-Sinai (IRex)
Anmelung per E-Mail

Außerdem hat das Anne Frank Zentrum für den diesjährigen Themenschwerpunkt ein antisemitismuskritisches Fortbildungs- und Workshopangebot spezifisch für Hochschulen entwickelt. Diese Bildungsangebote richten sich an Lehrende, Mitarbeitende und Studierende und können auch außerhalb des Zeitraums der Bildungs- und Aktionswochen per E-Mail gebucht werden.

Die Aktionswochen werden seit 2003 von der Amadeu Antonio Stiftung, seit 2016 in Kooperation mit dem Anne Frank Zentrum organisiert und sind der größte zivilgesellschaftliche Zusammenschluss gegen Antisemitismus.