Exzellenzstrategie

Zertifikatsprogramm Wissenschaftskommunikation und mediale Kompetenz

Das Zertifikatsprogramm »Wissenschaftskommunikation und mediale Kompetenz« unterstützt promovierte Forscherinnen und Forscher dabei, Fähigkeiten in den Bereichen Wissenschaftskommunikation und Medien zu erlangen und auszubauen. Im Rahmen des Programms werden Workshops zu den Kompetenzbereichen Schreiben, Gestalten, Präsentieren, Interview und Gespräch sowie Projektarbeit angeboten.

Unsere Kernzielgruppen sind

  • Post-Docs
  • Nachwuchsgruppenleiterinnen und -leiter sowie
  • Juniorprofessorinnnen und -professoren.

Als Teil des Kommunikationskonzepts Sharing Knowledge bietet das von der Forschungsstelle Präsentationskompetenz des Seminars für Allgemeine Rhetorik entwickelte und betreute Zertifikatsprogramm hierzu in Kooperation mit der Graduiertenakademie der Universität Tübingen ein vielfältiges Fortbildungsangebot, das Sie zeitlich flexibel und modular absolvieren können. Die erfolgreiche Teilnahme an einer Mindestzahl von Kursen führt zum Erwerb des Zertifikats.

Kontakt

Seminar für
Allgemeine Rhetorik

Dr. Markus Gottschling
Forschungsstelle
Präsentationskompetenz

Hölderlinstraße 29
72074 Tübingen

markus.gottschling[at]uni-tuebingen.de 
+49 7071/ 29 77418

Wissenschaftliche Leitung:
Prof. Dr. Olaf Kramer
olaf.kramer[at]uni-tuebingen.de

Warum sollte ich teilnehmen?

  1. Eigene Sichtbarkeit erhöhen und persönliche Karriereentwicklung fördern
  2. Interesse, Aufmerksamkeit, Vertrauen und Relevanz für die eigene Forschung vermitteln
  3. Die eigene Rolle, das eigene Thema und den eigenen Zugang zur Wissenschaftskommunikation finden
  4. Medien, Formate und Formen der Wissenschaftskommunikation kennenlernen
  5. Kernbotschaften formulieren und Kommunikation gestalten

Anmeldung

Eine neue Bewerbungsrunde zur Teilnahme am Zertifikatsprogramm "Wissenschaftskommunikation und mediale Kompetenz" ist für 2022 geplant. Sobald nähere Informationen bekannt sind, werden diese hier bekanntgegeben.

Inhalte

Neben dem verpflichtenden Grundlagenkurs wählen Sie zur Qualifikation aus einer Reihe von zweitägigen Praxiskursen mindestens drei für Sie passende Workshops aus. Darüber hinaus können Sie durch die Experteninputs der Veranstaltungsreihe Sharing Knowledge Talks Ihr Wissen im diversen Feld der Wissenschaftskommunikation nochmals erweitern. Die Masterclass Rhetorik und Wissen ergänzt das Kursangebot des Zertifikatsprogramms.

Im Sinne der internationalen Anschlussfähigkeit und Vernetzung ist die allgemeine Programmsprache Englisch.

Das konkrete Angebot des Zertifikatsprogramms umfasst die folgenden Kurse und Inhalte:

Grundlagenkurs

(2 Tage à 4 Stunden)

Der Grundlagenkurs bildet das Fundament für die weiterführenden Praxiskurse des Zertifikatsprogramms. Neben einer Einführung zu kompetenzbildenden Kernaspekten der Wissenschaftskommunikation erhalten Sie hier einen ersten Überblick zu den Teilbereichen, die im weiteren Verlauf des Programms vertiefend erschlossen werden können.

Einführung in die Wissenschaftskommunikation

Inhalte:

  • Einführung in die Chancen und Herausforderungen von Wissenschaftskommunikation
  • Übersicht und Dimensionen medialer Kommunikationskanäle
  • Selbstreflexion zur eigenen Kommunikation / Thema und Zugang finden
  • Hands-on SciComm: Selbst aktiv werden

Praxiskurse

(jeweils 2 Tage à 4 Stunden)

In spezialisierten Praxiskursen erhalten Sie die Möglichkeit, praktische Erfahrungen auf konkreten Feldern der Wissenschaftskommunikation zu sammeln. Sie können die eigenen medialen Kompetenzen auf diese Weise gezielt festigen und erproben. Die Kurse werden wiederkehrend angeboten und können flexibel belegt werden. Die konkreten Termine für die ersten Kursangebote werden im Rahmen des Grundlagenkurses bekanntgegeben.

Visualisieren & Gestalten

Inhalte:

  • Grundlagen gelungener Visualisierungen
  • Visuelle Kernbotschaften und Visual Abstracts
  • Infografiken und Datenvisualisierung
  • Bewegtbild und animierte Visualisierungen

Wissenschaftsjournalismus

Inhalte:

  • Formate und Inhalte kennenlernen
  • Umgang mit verschiedenen Medien
  • Themen finden und verständlich formulieren
  • Das eigene Netzwerk aufbauen

Social Media

Inhalte:

  • Chancen und Fallstricke von Social Media
  • Kommunikationsstrategien auf Social Media
  • Reflexion: Forschende und Institutionen auf Social Media
  • Starten: Die eigene Social-Persona & erste Posts

Präsentieren

Inhalte:

  • Adressatenorientierung
  • Kernbotschaften
  • Poster Flash & Pitch
  • Hands-on Übungen und Individuelles Feedback
  • Online-Präsentation

Interview & Gespräch

Inhalte:

  • Grundlagen der Gesprächsrhetorik
  • Praktische Heranführung an das Interviewformat (Best Practices, Fallbeispiele)
  • Strategien der Wissenschaftsvermittlung im Interview
  • Umgang mit kritischen Fragen und Konfliktmanagement im Gespräch
  • Hands-on Übungen und Individuelles Feedback

Formatentwicklung & Projektarbeit (Intensivkurs, 3 Tage à 4h)

Inhalte:

  • Angemessene Kommunikationsformate zur eigenen Forschung entwickeln
  • Kreativtechniken kennenlernen & neue Routinen aufbauen
  • Vom Konzept zum Prototyp
  • Praxisorientierte Home Assignments

Experteninputs: Sharing Knowledge Talks

Die Experteninputs der Veranstaltungsreihe Sharing Knowledge Talks bieten weiterführende Impulse und Austauschmöglichkeiten, in deren Rahmen Sie Ihr Wissen im vielfältigen und dynamischen Feld der Wissenschaftskommunikation zusätzlich vernetzen und vertiefen können. 

Nächste Vorträge

Dr. Moritz Koch (University of British Columbia): »Why we all should do (more) SciComm« (30. September 2021, 16 Uhr)

Prof. Dr. Dietram Scheufele (University of Wisconsin-Madison): »From pandemics to infodemics« (2. Dezember 2021, 17 Uhr)

Nicola Wessinghage (Mann beißt Hund): Wissenschafts-PR (Januar 2022)

Helena Jambor (TU Dresden): Data Visualization (April 2022)

Umfang

Das Zertifikatsprogramm soll in der Regel innerhalb von zwei Kalenderjahren absolviert werden. Einzelne Veranstaltungen können (bei entsprechender Belegungskapazität) auch unabhängig vom Zertifikatsprogramm besucht werden.

Um das Qualifikationsziel zu erreichen, müssen die Teilnehmenden folgende Kurse absolvieren:

  • Grundlagenkurs
  • mind. 3 Praxiskurse (frei wählbar)
  • mind. 2 Experteninputs »Sharing Knowledge Talks« (frei wählbar)

Die Bedeutung von Wissenschaftskommunikation

Forscherinnen und Forscher sind immer stärker in den Dialog und die Vertrauensbildung zwischen Wissenschaft und Gesellschaft eingebunden. Lange Zeit wurde die Kommunikation wissenschaftlicher Erkenntnis in die Öffentlichkeit als Aufgabe des Journalismus erachtet, nun ergeben sich dank des tiefgreifenden Medienwandels und der Entwicklung neuer, innovativer Formate immer mehr Möglichkeiten für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die eigene Forschung direkt zu kommunizieren – zunehmend auch in globaler Perspektive und Vernetzung. Zudem wird moderne Wissenschaftskommunikation nicht mehr nur als Informationsweitergabe verstanden: Es gilt, einen aktiven Dialog mit der Gesellschaft zu etablieren.

Für all dies entscheidend ist die Entwicklung kommunikativer Kompetenz im Sinne eines flexiblen und situationsspezifisch anwendbaren strategischen Urteilsvermögens, das es den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ermöglicht, ihre Kommunikation ziel- und adressatenorientiert zu adaptieren und in unterschiedlichsten Kontexten optimale Kommunikationslösungen zu finden. Erst auf diesem Wege wird auch eine nachhaltige Kommunikation und Entwicklung möglich, die der Komplexität und Dynamik moderner Wissenschaftskommunikation dauerhaft gerecht werden kann. Ein rein technisches Medientraining und vereinfachende „How-Tos“ reichen hier nicht aus.

Vor diesen Hintergründen ist es für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler heute wichtiger denn je,

  1. theoretische Strategien und Möglichkeiten persönlicher wie auch institutioneller Wissenschaftskommunikation kennenzulernen und ein fundiertes kommunikatives Urteilvermögen zu gewinnen,
  2. eigene Wissenschaftskommunikationskanäle aufzubauen bzw. zu den in ihren Institutionen bereits genutzten Kanälen Beiträge leisten zu können,
  3. ein Netzwerk wissenschaftsinterner wie -externer Kontakte und MultiplikatorInnen zu etablieren,
  4. zu einem informierten gesellschaftlichen Diskurs beizutragen.

Darüber hinaus ist die aktive Wissenschaftskommunikation im Sinne eines persönlichen wie institutionellen Engagements zum Dialog mit der Gesellschaft in zahlreichen Kontexten zur Voraussetzung für Einstellungen und Forschungsförderungen geworden.