Institut für Politikwissenschaft

Kommunale Versorgung: mitbestimmt, kommunal, klimaneutral?

Gelingensbedingungen für den sozial-ökologischen Umbau

Das Forschungsprojekt „Kommunale Versorgung: mitbestimmt, kommunal, klimaneutral“ wird von der Hans-Böckler-Stiftung finanziert und ist am F.A.T.K. und am Institut für Politikwissenschaft der Eberhard Karls Universität Tübingen angesiedelt.

Kommunen und Unternehmen der Daseinsvorsorge wird eine wichtige Rolle in der sozial-ökologischen Transformation zugeschrieben. In diesem Zusammenhang untersucht das Forschungsteam im Rahmen des Projektes den Umgang mit Klimaschutzanforderungen in den Bereichen Energie, Abfallbeseitigung und ÖPNV sowie das Potenzial von Kommunen als „Schlüsselakteur“ in der Klimawende und fragt, welche Rolle die Beschäftigten und die Mitbestimmung dabei spielen.

1. Kontext

Klimaanpassung und Klimaschutz gewinnen auch in Kommunen und kommunalen Unternehmen zunehmend an Bedeutung. Sie sind dafür verantwortlich, die Versorgung der Bevölkerung mit existenziellen Dienstleistungen und Gütern auch unter den Bedingungen des Klimawandels sicherzustellen, gleichwertige Lebensverhältnisse und Teilhabemöglichkeiten zu gewährleisten, aber auch selbstverursachte ökologische Probleme zu lösen und Einsparpotentiale zu realisieren.

In den Kommunen gibt es diverse Aktionsfelder, um Klima- und Nachhaltigkeitsziele zu verfolgen. Entscheidend dürfte sein, ob und wie es gelingt, Klimapolitik, wirtschaftliche Interessen und Arbeitnehmer:innen-Interessen so aufeinander abzustimmen, dass Klimamaßnahmen nicht am Widerstand ebenfalls berechtigter sozialer Anliegen der Beschäftigten scheitern. Den Betriebs- und Personalräten, den Arbeitnehmervertretern in Aufsichtsräten und auch den Gewerkschaften erwächst hier eine wichtige Aufgabe.

2. Fragestellung

Das Projekt will aus einer akteurzentrierten Perspektive erstens untersuchen, mit welchen Anforderungen Betriebe der kommunalen Versorgung in den Bereichen Energie, Abfallbeseitigung und ÖPNV beim Klima- und Umweltschutz konfrontiert sind, welche Maßnahmen ergriffen werden und welche Faktoren deren Umsetzung eher befördern oder behindern. Zweitens soll die Rolle der Beschäftigten im Transformationsprozess in den Fokus genommen werden. Der Blick richtet sich auf die Inhalte und Formen betrieblicher Aushandlungs- und Beteiligungsprozesse und ggf. auf die damit verbundenen Konflikte. Eruiert wird, unter welchen Bedingungen es gelingt, Arbeitnehmerinteressen und Initiativen eines ökologischen Umbaus in Übereinstimmung zu bringen. Schließlich wird drittens nach dem Potenzial von Kommunen und ihren Infrastrukturunternehmen als Schlüsselakteuren der sozial-ökologischen Transformation gefragt.

3. Untersuchungsmethoden

Empirisch basiert das Projekt auf insgesamt 90 Interviews und Gruppendiskussionen. Neben 10 explorativ-felderkundenden Interviews mit externen Expert:innen, werden in den Kommunen und den Betrieben der Daseinsvorsorge 66 Interviews mit betrieblichen Akteur:innen und 12-14 Gruppendiskussionen mit Beschäftigten geführt. Ergänzt durch Dokumentenanalysen werden auf dieser Grundlage 12-15 Betriebsfallstudien, davon 6 Intensivfallstudien, durchgeführt. Wir stützen uns maßgeblich auf die analytische Heuristik des akteurzentrierten Institutionalismus, erweitern diese jedoch um innovations- und anerkennungstheoretische sowie netzwerk- und diskurstheoretische Überlegungen. Über die wissenschaftliche Analyse hinaus soll geprüft werden, unter welchen Voraussetzungen die sozial-ökologische Transformation in kommunalen Unternehmen erfolgreich gestaltet werden kann und ob sich Best-Practice-Beispiele identifizieren lassen.

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Gemeinwohl-relevante öffentliche Güter

– die politische Organisation von Infrastrukturaufgaben im Gewährleistungsstaat

Von wem Infrastrukturen wie bereitgestellt werden und in welche gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen dies eingebettet ist, hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich gewandelt. Seit den 1980er Jahren wurden staatliche Leistungen „liberalisiert“, (teil-)privatisiert und neuen Modellen der Wettbewerbssteuerung unterworfen. Orientiert hat man sich dabei am Leitbild des „Gewährleistungsstaates“. Gemäß diesem Leitbild soll der Staat die allgemeine Versorgung und Qualität der Infrastrukturdienstleistungen nicht selbst erbringen, sondern dadurch sicherstellen, dass er deren Bereitstellung und Nutzung überwacht und durch Auflagen und Mindeststandards reguliert. In der Umsetzung dieses Leitbildes wurde das Zusammenspiel zwischen staatlichen und privaten Akteuren neu ausgehandelt. Außerdem wurden die rechtlichen Kompetenzen und die politische Verantwortung verändert. Auch Fragen des Gemeinwohls und Erwartungen an die staatliche Gewährleistung wurden im öffentlichen Diskurs neu ausgehandelt.

Infrastrukturdienstleistungen repräsentieren wichtige sachliche Komponenten des Gemeinwohls. Sie stellen insofern öffentliche Güter dar, als bei ihnen keine rivalisierende Nutzung bestehen und von ihnen niemand ausgeschlossen werden soll. Diese Anforderungen an die öffentliche Infrastruktur steht allerdings in einem doppelten Spannungsverhältnis: a) zur wettbewerbs- oder marktförmigen Regulierung und den Effizienz- und Profiterwartungen privater Unternehmen; und b) zu den begrenzten Ressourcen und den Handlungslogiken staatlicher Akteure. Dieses Spannungsverhältnis tritt vor allem dann hervor, wenn die infrastrukturelle Versorgung und Leistungserbringung als defizitär erscheinen.

Das Forschungsprojekt „Gemeinwohl-relevante öffentliche Güter – die politische Organisation von Infrastrukturaufgaben im Gewährleistungsstaat“ wurde von 2020 bis 2023 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in der Förderlinie „Teilhabe und Gemeinwohl“ gefördert und war am Institut für Politikwissenschaft der Universität Tübingen angesiedelt.

Untersucht wurde, wie Infrastrukturaufgaben als öffentliche Güter politisch konzipiert, organisiert und gegenüber dem Gewährleistungsstaat eingefordert werden. Im Mittelpunkt stand die Frage, in welchem Maße der Staat den an ihn gerichteten Gemeinwohl- und Gewährleistungsansprüchen entspricht.

Analysiert wurden drei Handlungsfelder: 

Ambulante Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum

In strukturschwachen und ländlichen Regionen bestehen erhebliche Defizite in der ambulanten medizinischen Versorgung, die sich voraussichtlich weiter verschärfen werden. Ursachen sind insbesondere der demografische Wandel, die Zunahme chronischer Erkrankungen, eine Ruhestandswelle unter niedergelassenen Ärzt*innen sowie Schwierigkeiten, medizinischen Nachwuchs für eine Tätigkeit im ländlichen Raum zu gewinnen.

In diesem Handlungsfeld stößt der Gewährleistungsstaat zunehmend an Grenzen. Bisherige Initiativen zur Sicherung gleichwertiger Lebensverhältnisse und einer flächendeckenden Versorgung zeigen nur begrenzte Wirkung. Das Projekt analysierte bestehende und neue Instrumente staatlicher Gewährleistung – etwa regionale Gesundheitskonferenzen – sowie die Aushandlungsprozesse zwischen zentralen Akteuren (Kommunalpolitik, Selbstverwaltung, Kassenärztliche Vereinigungen, Patientenvertretungen u.a.). In ausgewählten Fallstudien wurde untersucht, ob und wie das Ziel einer gleichen Versorgung für alle politisch eingelöst wird.

Kooperationspartner: Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz – Fachbereich Gesundheit und Pflege, Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Baden-Württemberg

Blogs

Städtischer Wohnraum

Steigende Mieten und Wohnungsknappheit in vielen Städten haben die Organisation einer gerechten und bezahlbaren Wohnraumversorgung erneut politisiert. Wohnraum wird dabei zunehmend als soziale Infrastruktur und als öffentliches Gut verstanden; insbesondere Kommunen werden in eine Gewährleistungsverantwortung gerufen.

Das Handlungsfeld untersuchte, wie sich die Organisation der Wohnraumversorgung in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat und welche neuen Konzepte staatlicher Gewährleistung entwickelt wurden. Analysiert wurden die Rolle kommunaler Akteure, bundes- und landespolitische Maßnahmen sowie die Wirkmächtigkeit zivilgesellschaftlicher Initiativen. Anhand von Fallstudien in unterschiedlichen Städten (studentisch geprägte Städte und Metropolen) wurde untersucht, wie die beteiligten Akteure mit Zielkonflikten und Spannungen umgehen und welche politischen Gestaltungsspielräume sich für eine gemeinwohlorientierte Wohnungspolitik eröffneten.

Kooperationspartner: Wohnraumbündnis Tübingen, Deutscher Mieterbund Baden-Württemberg

Saubere Luft

„Saubere Luft“ ist seit der Industrialisierung ein zentrales umweltpolitisches Problemfeld und wurde insbesondere seit den 1960/70er Jahren institutionell bearbeitet, etwa durch das Bundesimmissionsschutzgesetz und die Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft). Aktuell stehen vor allem verkehrsbedingte Schadstoffbelastungen in Städten im Fokus.

Als öffentliches Gut wird „saubere Luft“ vor allem in urbanen Räumen politisch ausgehandelt, zugleich handelt es sich um ein grenzüberschreitendes, vielfach europäisch reguliertes Politikfeld. Das Handlungsfeld analysierte daher die lokale und supranationale Ebene des Gewährleistungsstaates. Untersucht wurden zentrale Initiativen und Instrumente – etwa Luftreinhaltepläne und EU-Richtlinien – sowie die diskursiven Aushandlungsprozesse, in denen zivilgesellschaftliche Akteure (Initiativen, NGOs, betroffene Bürger*innen) staatliche Gewährleistungsansprüche formulierten und durchsetzten.

Kooperationspartner: Deutsche Umwelthilfe, Klima- und Umweltbündnis Stuttgart

Das Projekt untersuchte zentrale Probleme und politische Reaktionen in diesen Bereichen sowie konkurrierende Begründungen staatlicher Verantwortung. Besondere Aufmerksamkeit galt – unter dem Aspekt gesellschaftlicher Teilhabe – den Positionen schwacher Interessengruppen.

Materialien und Publikationen

Bücher

Futterer, Andrea (2024): Land, Arzt, Mangel. Konflikte um eine gesicherte Gesundheitsversorgung, Bielefeld: transcript. doi.org/10.14361/9783839471371

Betz, Johanna /Bieling, Hans-Jürgen /Futterer, Andrea/Möhring-Hesse, Matthias /Nagel, Melanie (2023) (Hrsg.): Konflikte um Infrastrukturen. Öffentliche Debatten und politische Konzepte, Bielefeld: transcript. doi.org/10.14361/9783839467428 

Arbeitspapiere

Bieling, Hans-Jürgen (2023): Gewährleistungsstaatlichkeit in der Europäischen Union. Die regulative Strukturierung sozialer Infrastrukturen durch die europäische Handlungsarena (GROEG-Arbeitspapier Nr. 5).  doi.org/10.15496/publikation-84686

Betz, Johanna (2020): Bezahlbar Wohnen. Chronik eines angekündigten Zerfalls (GROEG-Arbeitspapier Nr. 3). doi.org/10.15496/publikation-52759

Futterer, Andrea (2020): Gesundheitspolitische Patentrezepte stoßen beim „Landarztmangel“ an ihre Grenzen. Eine strukturelle Bestandsaufnahme der ambulanten Versorgungsgeschichte Deutschlands (GROEG-Arbeitspapier Nr. 1). doi.org/10.15496/publikation-49292

Nagel, Melanie (2020): Vom „blauen Himmel über der Ruhr“ bis zur „Dieselabgasaffäre“. Entwicklung der Luftreinhaltepolitik in Deutschland (GROEG-Arbeitspapier Nr. 2). doi.org/10.15496/publikation-49846

Ruck, Jan (2022): Gewährleisten bis der Arzt kommt. Eine Untersuchung von Kommunen als Gewährleistungsakteure in der ambulanten ärztlichen Versorgung (GROEG-Arbeitspapier Nr. 4). doi.org/10.15496/publikation-67367

Anregungen für die politische Bildung

Betz, Johanna (2023): „My home is my castle“, aber kein Thema für die politische Bildung? (GROEG-Kurzpapier Nr. 2). PDF

Futterer, Andrea/König, Thomas (2023): Den Landarztmangel als Thema der gesundheitspolitischen Bildung erschließen (GROEG-Kurzpapier Nr. 1). PDF

Nagel, Melanie (2023): Luftverschmutzung und Mobilität in den Städten – (k)ein (neues) Thema für die Bildung für nachhaltige Entwicklung (GROEG-Kurzpapier Nr. 3). PDF

Policy-Paper

Ruck, Jan (2023): Wenig Spielraum und viele Hürden. Die Policy-Optionen von Kommunen zur Stärkung der ambulanten medizinischen Versorgung (GROEG-Policy-Paper Nr. 1). doi.org/10.15496/publikation-85666

Ruck, Jan (2023): Antworten auf die Wohnungsfrage? Die Policy-Optionen von Kommunen für mehr bezahlbaren Wohnraum (GROEG-Policy-Paper Nr. 2). doi.org/10.15496/publikation-87347

Ruck, Jan (2023): Zwischen Klagen und Grenzwerten. Die Policy-Optionen für saubere Luft auf lokaler Ebene (GROEG-Policy-Paper Nr. 3). doi.org/10.15496/publikation-89410

Ergebnisse

Nagel, Melanie/Rechlin, Nadine (2023): „Gerade an der Mobilität scheiden sich die Geister”, Interviewpassagen aus dem Handlungsfeld „saubere Luft“ (II). PDF

Nagel, Melanie/Rechlin, Nadine (2023): „Daten sind Waffen in meiner Hand”, Interviewpassagen aus dem Handlungsfeld „saubere Luft“ (III). PDF

Betz, Johanna (2023): „Eine gemeinwohlorientierte Aktiengesellschaft?!. Das Beispiel der nestbau AG in Tübingen“, Interviewpassagen aus dem Handlungsfeld „bezahlbarer Wohnraum“ (I). PDF

Betz, Johanna (2023): „Infrastrukturlos, nahezu. Interview mit RomaRespekt, einer Initiative der BettelLobby Dresden“, Interviewpassagen aus dem Handlungsfeld „bezahlbarer Wohnraum“ (II). PDF

Betz, Johanna (2023): „Planung nicht nur top-down, sondern auch bottom-up. Das Beispiel des Netzwerks Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen e.V.“, Interviewpassagen aus dem Handlungsfeld „bezahlbarer Wohnraum“ (III). PDF

Futterer, Andrea (2022): „Immer diese Modellprojekte, immer diese Leuchtturmprojekte. Ständig soll ich mir was ausdenken.“, Interviewpassagen aus dem Handlungsfeld „ambulante medizinische Versorgung im ländlichem Raum“ (I). PDF

Futterer, Andrea (2022): „Da muss das Land eigentlich den Druck auf die KV ausüben und nicht auf uns.“, Interviewpassagen aus dem Handlungsfeld „ambulante medizinische Versorgung im ländlichen Raum“ (II). PDF

Futterer, Andrea (2022): „Sie sehen ein Problembewusstsein aber Ratlosigkeit meinerseits.“, Interviewpassagen aus dem Handlungsfeld „ambulante medizinische Versorgung im ländlichen Raum“ (III). PDF

Nagel, Melanie/Rechlin, Nadine (2023): „Und dann hat man halt drei Jahre lang wieder Leute belastet und vielleicht auch umgebracht.“, Interviewpassagen aus dem Handlungsfeld „Saubere Luft“ (I). PDF

Zeitschriften und Zeitschriftenbeiträge

Futterer, Andrea (2024): Mit der Telemedizin gegen den Landarztmangel? Chancen und Grenzen digitaler Anwendungen für eine flächendeckende Gesundheitsversorgung, in: Z’GuG 47(2), 199-215.  doi.org/10.5771/2701-4193-2024-2

Möhring-Hesse, Matthias (2022): Vom gewährleistenden Staat zum »Gewährleistungsstaat« – und (vielleicht) zurück. Sozialpolitik über die Verantwortung des Staates für Gemeingüter, in: Ethik und Gesellschaft 2/2022: Narrative der Sozialpolitik – Narrative der Sozialstaatskritik. doi.org/10.18156/eug-2-2022-art-4

Nagel, Melanie/Bravo-Laguna, Carlos (2022): Analyzing multi‑level governance dynamics from a discourse network perspective: the debate over air pollution regulation in Germany, in: Environmental Sciences Europe (ESEU) 34(62). doi.org/10.1186/s12302-022-00640-0

Betz, Johanna (2022): Zwischen Marktgläubigkeit und Vergesellschaftung: Wer gestaltet Wohnungspolitik?, in: Bürger & Staat, Öffentliche Infrastrukturen, 1-2/2022, 43-49.  

Bieling, Hans-Jürgen/Möhring-Hesse, Matthias (2022): Öffentliche Infrastrukturen: gesellschaftliche Konflikte und staatliche Gewährleistung, in: Bürger & Staat, Öffentliche Infrastrukturen, 1-2/2022, 4-11. 

Bieling, Hans-Jürgen/Futterer, Andrea (2021): Als die Corona-Krise kam, war die Versorgungskrise schon da. Infrastrukturdefizite im deutschen Gesundheitswesen, in: Kurswechsel 36(4), 18-29.  

Bieling, Hans-Jürgen/Möhring-Hesse, Matthias (2020): Den Staat in die Pflicht nehmen. Staatliche Gewährleistung der öffentlichen Infrastruktur, in: Politikum 6(3), 10-17.  

Bürger & Staat (2022): Öffentliche Infrastrukturen: die politische Gestaltung der vernetzten Gesellschaft, Heft 1/2.  

Futterer, Andrea (2022): Jenseits der Landarztidylle: ambulante Versorgung im ländlichen Raum, in: Bürger & Staat, Öffentliche Infrastrukturen, 1-2/2022, 37-42.  

Möhring-Hesse, Matthias (2021): Das Gemeingut Wohnen und die gemeinnützige Wohnungsversorgung, in: Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften. Bd. 62 (2021): Wohnen – gutes Leben – Gerechtigkeit, S. 63-87.  

Nagel, Melanie (2022): Verkehr und saubere Luft: ziemlich beste Feinde, in: Bürger & Staat, Öffentliche Infrastrukturen, 1-2/2022, 50-55.  

Handlungsfeldübergreifende Blogs

  • Das Konzept der Fundamentalökonomie. Ein erster Beitrag zu „Die Ökonomie des Alltagslebens“ PDF
  • Die moralische Verfassung der Fundamentalökonomie. Ein zweiter Beitrag zu „Die Ökonomie des Alltagslebens“ PDF
  • Politische Ökonomie des Alltagslebens. Dritter Beitrag zu „Die Ökonomie des Alltagslebens“ PDF 

Kontakt

Universität Tübingen
Forschungsprojekt "Gemeinwohl-relevante öffentliche Güter – die politische Organisation von Infrastrukturaufgaben im Gewährleistungsstaat"

Melanchthonstraße 36
72074 Tübingen
Germany

Projektleiter:
Hans-Jürgen Bieling, Matthias Möhring-Hesse

Projektmitarbeiterinnen: 
Johanna Betz (Handlungsfeld Wohnen), Andrea Futterer (Handlungsfeld ambulante Gesundheitsversorgung) und Melanie Nagel (Handlungsfeld saubere Luft) 

Förderung

Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), 1.1.2020 - 31.12.2023
  
  

Comparative climate change policy analysis in cities in California and Baden-Württemberg

Das Forschungsprojekt „Comparative climate change policy analysis in cities in California and Baden-Württemberg“ ist im Rahmen der Initiative „Creating Climate Change Collaboration (4c) Baden-Württemberg – California State University“ von Dr. Melanie Nagel (Institut für Politikwissenschaft) eingeworben worden. Es wird über die Exzellenz-Strategie „Umweltsysteme“ der Universität Tübingen finanziert und in Kooperation mit Wissenschaftlerinnen der California State University in Long Beach durchgeführt. Dabei sind zwei wissenschaftliche Hilfskräfte in Tübingen und drei in LongBeach beschäftigt. Aufgrund der Pandemie wird diese Pilotstudie online durchgeführt und ist für ein Jahr (Start Februar 2021) geplant. ForscherInnen-Teams in Long Beach und Tübingen erheben in Phase 1 Daten zur lokalen Klimapolitik in den ausgewählten Fallstädten (Mannheim, Karlsruhe, Long Beach und Oakland) über lokale Zeitungen, erstellen dabei ein länderübergreifendes Codebook und analysieren diese mit einer  Diskursnetzwerkanalyse. In Phase 2 werden die als relevant identifizierten Organisationen der lokalen Klimapolitik mit einer Survey-Befragung untersucht. Die Forschungsfragen beziehen sich auf Fragen wie: Welche Akteure sind besonders wichtig für eine (mehr oder weniger) erfolgreiche Klimapolitik? Welche Diskurse,die unterstützend sind für lokale Klimaschutzprojekte, können identifiziert werden? Was motiviert Akteure sich für Klimaschutzprojekte einzusetzen? Die vom Ministerium für Wissenschaft und Kunst geförderte Forschungsreise soll zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden und eine darüber hinaus gehende Forschungskooperation wird angestrebt.

Willkommenskultur und Demokratie in Deutschland

Zum BMBF-Verbundprojekt

Willkommenskultur und Demokratie in Deutschland
Flüchtlingspolitische Initiativen als Orte aktiver Bürgerschaft, kollektiver Konfliktaushandlung und demokratischen Lernens

> Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

> Laufzeit 15.10.2017 bis 31.03.2020

Als Reaktion auf den Flüchtlingszuzug, die temporäre Überlastung staatlicher Infrastrukturen und zum Teil in expliziter Abgrenzung zu rassistischen Übergriffen und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit kam es 2015 in Deutschland zu einer Welle der Hilfe durch zivilgesellschaftliche Organisationen, aber auch durch bisher kaum Engagierte. Demokratie in Deutschland steht zu diesem Zeitpunkt einer Reihe von Problemen gegenüber: Staatliche Infrastruktur ist in vielen Bereichen unterfinanziert, zahlreiche in Deutschland lebende Menschen sind durch fehlende Bürgerrechte von der politischen Partizipation ausgeschlossen, während der demokratische Grundkonsens in der Bevölkerung erodiert. Bestehende gesellschaftliche Konflikte in Deutschland verschärfen sich.

An der Universität Kassel, der Universität Osnabrück und der Eberhard Karls Universität Tübingen wurde im Verbundprojekt vor diesem Hintergrund untersucht, wie sich Demokratie im Zuge der so genannten „Willkommenskultur“ verändert hat.

Im Mittelpunkt standen dabei drei Forschungsfragen: Tragen flüchtlingspolitische Initiativen durch ihre internen sozialen Formen zu einer inkludierenden demokratischen Willensbildung und Artikulation bei? Wie entwickelten oder veränderten sich im Handeln der Initiativen demokratische Einstellungen und politische Subjektivitäten? Geht von ihnen ein demokratisierender Impuls für etablierte Entscheidungsfindungsstrukturen aus?

Projektleitungen
  • Prof. Dr. Hans-Jürgen Bieling (Eberhard Karls Universität Tübingen)
  • Prof. Dr. Helen Schwenken (Universität Osnabrück)
  • Prof. Dr. Elisabeth Tuider (Universität Kassel)
Mitarbeiter*innen:
  • Doreen Bormann, M.A. (Eberhard Karls Universität Tübingen)
  • Dr. Katherine Braun (Universität (Universität Osnabrück)
  • Samia Dinkelaker, Dipl. Pol. (Universität Osnabrück)
  • Tom Fixemer, M.A. (Universität Kassel)
  • Dr. Nikolai Huke (Eberhard Karls Universität Tübingen)
  • Dr. Olaf Tietje (Universität Kassel)