Melanie Mika forscht zu Medienpraktiken auf digitalen Plattformen und zu deren Bedeutung für gesellschaftliche Ungleichheit und Teilhabe. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Geschlechterverhältnissen und rassismuskritischen Interventionen in der postmigrantischen Gesellschaft. Weitere Forschungsfelder sind Platform Studies, Kurzvideoformate sowie die Darstellung und Aushandlung psychischer Gesundheit und Krankheit in Fernsehserien und populären Medienkulturen.
Neben ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit verfügt sie über langjährige medienpraktische Erfahrung in der Radio- und Audioproduktion sowie in der Video-Postproduktion.
Aktuelles Forschungsprojekt
Postmigrantische Medienpraktiken des Widersprechens: Rassismuskritische Einsprüche migrantisch positionierter Frauen auf digitalen Plattformen
Melanie Mika arbeitet im Teilprojekt unter der Leitung von Prof. Dr. Tanja Thomas innerhalb der DFG-Forschungsgruppe 6017 „Medienpraktiken des Widersprechens in vernetzten Öffentlichkeiten“ (MePraWi).
Das Projekt untersucht, wie sich migrantisch positionierende Frauen auf Instagram, TikTok und YouTube rassistischen Unterdrückungsverhältnissen widersprechen und für ein demokratisches Zusammenleben in einer postmigrantischen Gesellschaft einsetzen. Im Zentrum steht die Frage, unter welchen gesellschaftlichen und technologischen Bedingungen ihre rassismuskritischen Einsprüche Öffentlichkeit erreichen – und mit welchen Folgen. Das Projekt verbindet inhaltsanalytische Untersuchungen von Medienpraktiken und Kommunikationskaskaden mit Media-Go-Alongs, Interviews und Fokusgruppeninterviews.
Die Forschungsgruppe untersucht in sieben kommunikations- und medienwissenschaftlichen Teilprojekten an fünf deutschen Universitäten, welche Bedeutung das Widersprechen für demokratische Gesellschaften hat und unter welchen medialen Bedingungen es Teilhabe ermöglicht oder gefährdet.
Curriculum Vitae
Melanie Mika studierte Musik- und Medienwissenschaft (BA) an der Universität Tübingen und absolvierte anschließend einen internationalen Master in Audiovisual and Cinema Studies (an den Universitäten Montréal, Amsterdam und der Goethe-Universität Frankfurt). Sie ist zudem ausgebildete Mediengestalterin Bild/Ton und arbeitete beim SWR Stuttgart (2010–2019) in Sendebetreuung und Sounddesign (SWR4 BW) und für die Onlinekanäle von SWR Aktuell.
2025 promovierte sie mit einer Arbeit zur Darstellung psychischer Krankheiten in US-Fernsehserien, in der sie populäre Imaginationen von Gesundheit, Krankheit und Therapie untersucht; das Projekt wurde von 2019 bis April 2022 durch die Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert. Seit 2022 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medienwissenschaft und war bis September 2025 u. a. den Bereich Internationalisierung (Erasmus-Koordination, Pflege von CIVIS-Partnerschaften sowie Unterstützung von Gastprofessor:innen und -forschenden) zuständig.
Kommission für gute Arbeit in der Wissenschaft. (2026). Was kostet es, in der Wissenschaft zu arbeiten? Zeitschrift für Medienwissenschaft, 34(1), 120–130. https://doi.org/10.14361/zfmw-2026-180111
Mika, M. M. (2025). Psychopath:innen in US-Serien: Narrative und ästhetische Aushandlungen von Mental Health. transcript. https://doi.org/10.14361/9783839413739
Mika, M. (2023). Ein optimierter Serienmörder: Die Faszination des hochfunktionalen Psychopathen in der Populärkultur. Zeitschrift für Semiotik, 45(3–4), 191–204.
Mika, M., Ossa, V., & Patka, K. (2022). Montieren. In H. Christians, M. Bickenbach, & N. Wegmann (Hrsg.), Historisches Wörterbuch des Mediengebrauchs [Band 3]. Böhlau.
Mika, M. (2021). Paranoide Nachrichtenbilder. Inszenierungen von Verschwörungen und Verschwörungstheorien in der TV-Serie Mr. Robot. ffk Journal, 6, 326–340.
Mika, M. (2020). Kooperation und Konkurrenz. Veränderungen der Mediengestalter*innen-Ausbildung als Wettbewerb zwischen Sendeanstalten und Privatwirtschaft. Rundfunk und Geschichte, 46(3–4), 43–52.
Mika, M. (2020). Produktive Psychopathen: Inszenierungen von Selbstoptimierung in amerikanischen Fernsehserien. FFK Journal, 5, 223–236.