Kunsthistorisches Institut

Dr. Paul Mellenthin

Wissenschaftlicher Assistent

Raum 09 (rechter Burseneingang)
+49 (0)7071 29-78783
paul.mellenthinspam prevention@uni-tuebingen.de
Sprechstunde: Mittwoch, 14:00 bis 16:00 Uhr (Anmeldung per E-Mail)

Vita

Paul Mellenthin ist seit Juli 2023 Wissenschaftlicher Assistent am Kunsthistorischen Institut der Universität Tübingen. In seiner Lehre und Forschung beschäftigt er sich mit der Kunst der Moderne und Gegenwart, mit der Theorie und Geschichte der Fotografie sowie mit der Geschichte der Kunstgeschichte. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie Bilder historische Wirklichkeit formen, dokumentieren und verhandeln.

Er studierte Kunstgeschichte in Leipzig, Berlin, Paris und Rom und ist im Juli 2022 an der Universität Basel promoviert worden. Seine Dissertation mit dem Titel Fotografie, Macht, Geschichte. Bilder vom Deutsch-Französischen Krieg und der Pariser Kommune  wurde mit dem Wissenschaftspreis der Gesellschaft für interdisziplinäre Bildwissenschaft (GiB) in der Kategorie Dissertationen ausgezeichnet. Während der Promotionsphase war er Stipendiat von eikones – Zentrum für die Theorie und Geschichte des Bildes in Basel, erhielt ein Abschlussstipendium der Freiwilligen Akademischen Gesellschaft Basel sowie ein Forschungsstipendium des Deutschen Forums für Kunstgeschichte in Paris. Forschungsaufenthalte führten ihn unter anderem an das Getty Research Institute in Los Angeles, an das Harry Ransom Center in Austin sowie an die Bibliotheca Hertziana – Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte in Rom.

In seinem aktuellen Habilitationsprojekt Art Against the Archive untersucht er künstlerische Praktiken, die sich kritisch mit dem Geschichtsbewusstsein auseinandersetzen. Neben seiner universitären Tätigkeit verfügt er über langjährige Erfahrung in Museen und Sammlungen. Von 2015 bis 2017 war er Gastkurator der Sammlung Fotografie am Münchner Stadtmuseum, anschließend Kurator am Kunstmuseum Basel sowie Sammlungsleiter des Jacques Herzog und Pierre de Meuron Kabinetts. Zuletzt verantwortete er die Ausstellung París: Bajo una pequeña nube (2025) am Centro Fotográfico Manuel Álvarez Bravo in Oaxaca. Diese enge Verbindung von akademischer Forschung, kuratorischer Praxis und institutioneller Arbeit prägt auch seine Lehre: Seminare und Exkursionen verbinden theoretische Reflexion mit der Arbeit an Originalen, Archiven und Ausstellungen.

Er ist Herausgeber mehrerer Sammelbände und Fachzeitschriften, unter anderem zur Theorie der Autorschaft und zur Geschichte fotografischer Unternehmen des 19. Jahrhunderts. Seine Aufsätze erscheinen in internationalen Sammelbänden, Ausstellungskatalogen sowie in kunst- und fotohistorischen Fachzeitschriften. Darüber hinaus ist er als Kritiker und Rezensent tätig und schreibt regelmäßig zu aktuellen Ausstellungen, Büchern und Debatten der Bild- und Fototheorie.

Er hält regelmäßig Vorträge auf internationalen Konferenzen und ist in wissenschaftliche Netzwerke und Gremien eingebunden, so etwa als Sprecher des Postdoc–Forums Frankreichforschung. Als Organisator von Workshops und Vorlesungsreihen fördert er den interdisziplinären Austausch mit der Literatur-, Medien und Geschichtswissenschaft. In der Lehre deckt er ein breites Spektrum ab – von Einführungen in den Gegenstandsbereich und die Methoden der Kunstgeschichte über Hauptseminare zur Fototheorie, zur Gegenwartskunst bis hin zu forschungsnahen Lehrformaten zu einzelnen Künstler:innen.

Er betreut Bachelor- und Masterarbeiten zu Themen der Kunstgeschichte vom 19. bis 21. Jahrhundert sowie zu Fragen von Kunst- und Bildtheorie. Studierende sind eingeladen, eigene Fragestellungen frühzeitig zu entwickeln und diese im engen Austausch zu vertiefen.

Forschungsschwerpunkte

  • Kunst des 19. bis 21. Jahrhunderts
  • Theorie und Geschichte der Fotografie
  • Künstlerische Archivkritik
  • Kuratorische Praxis und Ausstellungsgeschichte
  • Geschichte der Kunstgeschichte und ihre Medien

Publikationen: Monographien, Herausgeberschaften

Monographien

 „Fotografie und die Pariser Kommune. Wenn Gegenwart Geschichte wird“, Berlin: De Gruyter Verlag 2026 (im Erscheinen).

Herausgeberschaften

 „Fotografien in der Gegenwartsliteratur”, Fotogeschichte 183, Wien: Jonas Verlag 2027 (in Vorbereitung). Mit Beiträgen von Sandie Attia, Bertram Kaschek, Kentaro Kawashima, Martha Rosso, Michele Vangi und Karine Winkelvoss.

 „París: Bajo una pequena nube”, Oaxaca: Alberto Ibáñez 2025.

 „Kritik der Autorschaft. Fotografie als kollektives Unternehmen“, Fotogeschichte 167, Wien: Jonas Verlag 2023. Mit Beiträgen von Svetlana Alpers, Nadya Bair, Megan Luke, Douglas R. Nickel und Steffen Siegel.

 „Belichtungszeit. Fotografien der Sammlung Ruth und Peter Herzog“, hrsg. mit Olga Osadtschy, Basel: Christoph Merian Verlag 2020. Mit Beiträgen von Katja Petrowskaja, Peter Geimer, Eva Ehninger, Steve Edwards, Kelley Wilder, Vanessa R. Schwartz, Jan von Brevern, Martina Baleva, Valentin Groebner, Katja Müller-Helle und Michael Hagner.

 „Adolphe Braun. Ein Fotografieunternehmen und die Bildkünste im 19. Jahrhundert“, hrsg. mit Ulrich Pohlmann, München: Schirmer/Mosel 2017. Mit Beiträgen von Bernd Stiegler, Christian Kempf, Jan von Brevern, Marie Robert, Aziza Gril-Mariotte und Dorothea Peters.

Publikationen: Artikel

 „Gefangen im Augenblick. Fotografie und historische Repräsentation“. In: 1870/71. Der Deutsch Französische Krieg in transnationaler, regionaler und interdisziplinärer Perspektive, hrsg. von Alma Hennig, Christian Meierhofer und Georg Mölich, Bonn 2024, S. 243-271.

 „Paris in Ruinen“. In: Lost Cities, hrsg. von Martin Zimmermann, München: De Gruyter 2023, S. 199–216.

 „The Dilemma of Photography. Photojournalism, History, and the Paris Commune“. In: Documentary Genealogies. Photography 1848–1917, hrsg. von Jorge Ribalta, Madrid 2023, S. 209–217.

 „Besser als das Original: Die Revolution der photographie au charbon“. In: Faktizität und Gebrauch früher Fotografie, hrsg. von Tatjana Bartsch, Ralf Bockmann, Paul Pasieka und Johannes Röll, Wiesbaden: Harrassowitz Verlag 2021, S. 193–204.

 „Zurück zum Anfang – Einleitung“. In: Exposure Time: Photographs from the Collection Ruth and Peter Herzog, hrsg. mit Olga Osadtschy, Basel: Christoph Merian Verlag 2020, S. 225-235.

 „Minutolis Vorlagensammlung und ihre Funktion“. In: Vorbilder Nachbilder. Die fotografische Lehrsammlung der Universität der Künste 1850–1930, hrsg. von Ulrich Pohlmann und Dietmar Schenk, Köln 2020, S. 34–39.

 „C’est terrible, mais c’est beau ! Photographien nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71“. In: Adolphe Braun. Ein Fotografieunternehmen und die Bildkünste im 19. Jahrhundert, München: Schirmer/Mosel 2017, S. 254-281.

 „Das photographische Museum“. In: Adolphe Braun. Ein Fotografieunternehmen und die Bildkünste im 19. Jahrhundert, mit Dorothea Peters, München: Schirmer/Mosel 2017, S. 297–309.

 „Thinker“. In: Fendry Ekel. Entries, hrsg. von Astrid Honold, Amsterdam: Black Cat Publishing 2016, S. 110–119.

Publikationen: Besprechungen, Kritiken, Miszellen

Besprechungen, Kritiken, Miszellen

 „Was bleibt, wenn die Evidenz scheitert? Images of the Present. 30 Jahre Dokumentarfotografie Förderpreise der Wüstenrot Stiftung“. In: Camera Austria 165, 2024, S. 84–86.

 „Über die Emergenz künstlerischer Historiografie: Eva Kernbauer, Art History, and Anachronic Interventions since 1990”. In: Zeitschrift für Kunstgeschichte 87, Nr. 2, 2024, S. 290-296.

 „Productive Archiving: Artistic Strategies, Future Memories, and Fluid Identities“. In: Critique d’art 61, 2023, S. 181-182.

„Traces de guerre“. In: Critique d’art 61, 2023.

 „All New Photography Centre at the V&A". In: Camera Austria 164, 2023, S. 75–76.

 „Unumkehrbar! Paul Mellenthin im Gespräch mit Michael Hollmann, dem Präsidenten des Deutschen Bundesarchivs, über Geschichte in Fahrtrichtung und die Zukunftsressource Archiv.“ In: Arsprototo: Archive und Selbstzeugnisse, 2023 (1), S. 13–21.

 „Svetlana Alpers: Walker Evans: Starting from Scratch. Conversation with Paul Mellenthin”. In: Fotogeschichte 167, 2023, S. 6–10.

 „Die Elsässerin“. In: Ulrich Pohlmann. Fotografie sammeln, hrsg. von Frauke von der Haar und Lothar Schirmer, München: Schirmer/Mosel 2023, S. 128–129.

 „Über die Informationstechnologie Fotografie. Image Capital“. In: Camera Austria 160, 2022, S. 76–77.

 „Zur Gegenwart der Bilder. Katja Petrowskaja: Das Foto schaute mich an“. In: Fotogeschichte 166, 2022, S. 68–70.

 „Der Mensch bleibt verborgen. Irmel Kamp: Architekturbilder“. In: Camera Austria 159, 2022, S. 82.

 „Moderne Zeiten: Industrie im Blick von Malerei und Fotografie“. In: Camera Austria 156, 2021, S. 85–87.

 „Ins Bewusstsein gepikst. RAY 2021 Ideologien“. In: Camera Austria 155, 2021, S. 67–69.

 „Die Sonne um Mitternacht schauen: Gegenwartskunst aus dem Lenbachhaus und der KiCo Stiftung“. In: Camera Austria 153, 2021, S. 85–87.

 „Weltgeschichte als ein Fluss mit vielen Ufern. Aby Warburg: Bilderatlas Mnemosyne – Das Original“. In: Camera Austria 152, 2020, S. 82–83.

 „What is Vernacular Photography? Imagining Everyday Life“. In: Camera Austria 150/151, 2020, S. 144–145.

 „New Photography Centre at the V&A. Collecting Photography: From Daguerreotype to Digital“. In: Camera Austria 142, 2019.

 „Zeigen und/oder beweisen? Die Fotografie als Kulturtechnik und Medium des Wissens“. In: Camera Austria 140, 2017.

 „Schede "Domenico Anderson", "Adolphe Braun". In: Maria Francesca Bonetti, Luise De Marinis (Hg.): Alfabeto fotografico romano. Rom 2017, S. 351.

 „Harry Graf Kessler. Porträt eines europäischen Kulturvermittlers“. In: Etudes Germaniques 4, 2016.

 „Wissenschaftliche Bildproduktion als Gegenstand bildhistorischer Betrachtungen“. In: Rundbrief Fotografie 23, 2015, S. 52–56.

Vorträge

Konferenzbeiträge

Podiumsdiskussionen

Organisierte Veranstaltungen