Tübinger Forum für Wissenschaftskulturen
Jahresthema 2025/26: Archelogy of Hope

Das Projekt versteht Hoffnung als Kulturtechnik und politische Imagination im Spannungsfeld von Umbruch, Krise und Aufbruch. Dabei interessiert uns Hoffnung als konflikthafte Praxis zwischen Entwurf und (möglicher) Enttäuschung. Ziel ist es, historische Formen eines positiven Zukunftsbezugs sichtbar zu machen, in denen sich auch aktuelle Möglichkeitsräume öffnen. Im Zentrum steht die Frage, wie im Zeitraum von 1910 bis 1945 Hoffnung artikuliert, politisiert und organisiert, aber auch gewonnen oder zerstört wurde. Welche Formen der Zukunftserwartung, aber auch welche Rhetoriken der Enttäuschung oder Resignation lassen sich erkennen? Mit welchen Beglaubigungsansätzen verbinden sich Hoffnungsdiskurse, um Horizonte des Wünschbaren zu bewahren? Medien und Kulturtechnikern verstehen wir dabei nicht nur als Speicher vergangener Kämpfe, tiefgreifender Umbrüche, politischer Polarisierung und konkurrierender Zukünfte, sondern als Räume kollektiver Imagination, in denen sich historische Möglichkeitsbedingungen ebenso spiegeln wie die Brüche und Paradoxien von Fortschritts- und Emanzipationsideen. Der Hoffnung inhärent wäre so ein konstruktives Handlungspotenzial, das stets auch mit seiner eigenen Desillusionierung und Denunziation rechnen muss: „Hoffnung hat eo ipso das Prekäre der Vereitelung in sich: sie ist keine Zuversicht. Dafür steht sie zu dicht an der Unentschiedenheit des Geschichts- und Weltprozesses, als eines zwar noch nirgends vereitelten, doch ebenso nirgends gewonnenen.“ (Bloch 1985, 387)

Die diesjährige Konferenz findet vom 04.06. bis 07.06. im Tübinger Forum für Wissenschaftskulturen (TFW) statt.