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03.11.2026
BMFTR: Förderung von Projekten zur MINT-Studienorientierung und -begleitung (AkadeMINT)
Frist: 24. November 2026 (Zweistufiges Verfahren, Projektskizze)
Der Fachkräftemangel in MINT-Berufen bleibt eine zentrale Herausforderung für unsere Wirtschaft und für die Sicherung unseres Wohlstands, insbesondere angesichts globaler Entwicklungen wie dem Klimawandel, der industriellen Transformation und der rasanten Digitalisierung. Ein zentraler Baustein des Aktionsplans MINT+ ist daher die Talent- und Fachkräfteförderung. Hierfür sollen Nachwuchsförderprogramme, Forschungs- und Praktikumsnetzwerke sowie spezialisierte Studienpfade etabliert werden, um die technologische Souveränität zu sichern.
Das Förderziel der vorliegenden Bekanntmachung „AkadeMINT“ ist es, durch gezielte, nachhaltig angelegte Ansätze mehr junge Menschen zwischen 16 und 25 Jahren in ein MINT-Studium zu bringen und sie dort bis zum Studienabschluss zu halten. Zielgruppe sind Mädchen und junge Frauen sowie verschiedene schwer erreichbare Zielgruppen, sogenannte „easy-to-ignore-groups“. Dadurch soll erreicht werden, dass langfristig die Fachkräftelücke im MINT-Bereich verringert und die Innovationskraft des Landes durch ein diverseres Spektrum an Absolventinnen und Absolventen gesteigert wird. Ein Teilziel der Förderung ist die gezielte Erhöhung des Frauenanteils in allen MINT-Studiengängen, mit besonderem Blick auf bislang besonders männerdominierte Fachrichtungen, zum Beispiel Fahrzeugtechnik, Elektrotechnik und Informatik.
Die Förderrichtlinie soll gezielt Projekte unterstützen, die die im Aktionsplan MINT+ beschriebenen Prinzipien in den Blick nehmen und den Übergang von Schule sowie außerschulischer Bildung zu einem erfolgreichen MINT-Studium und/oder zum Studienabschluss für bisher kaum erreichte Zielgruppen ermöglichen:
Der Frauenanteil in MINT-Studiengängen steigt zwar leicht, liegt aber deutlich unter dem von Nicht-MINT-Fächern. Die insgesamt verhältnismäßig hohe Abbruchquote in MINT-Studiengängen trifft insbesondere junge Frauen. Sie brechen ihr MINT-Studium häufig nicht wegen schlechter Leistungen ab, sondern aufgrund struktureller Faktoren (vermutete Unvereinbarkeit von Beruf und Familie im späteren Job), kultureller („Männerdomäne“, Konkurrenzdruck, Prinzip des „Aussiebens“, Genie-Narrativ) und psychologischer Gründe (Zugehörigkeitsgefühl).
Menschen mit einer Behinderung sind in MINT-Studiengängen bisher unterrepräsentiert. Gründe dafür liegen weniger im Können, sondern an der Struktur von und Kultur in MINT-Studiengängen (Klausuren unter Zeitdruck, Konkurrenzdenken, fehlende Barrierefreiheit).
Im Rahmen der Förderrichtlinie sollte die Ansprache von jungen Frauen eine herausgehobene Rolle spielen, darüber hinaus aber auch die Vielfalt von Identitäts- und Benachteiligungsdimensionen (darunter Herkunft, Behinderung, sozioökonomischer Status) systematisch berücksichtigt werden. Ziel aller Projekte sollte es sein, die Chancengerechtigkeit für alle MINT-Studierenden nachhaltig zu erhöhen.
Zum Erreichen dieser Zielgruppen sollen Projekte gefördert werden, die substanzielle Erkenntnisse sowie Ergebnisse in zwei Themenschwerpunkten generieren. Im Themenschwerpunkt I liegt der Fokus auf der Studienorientierung im MINT-Bereich, in diesem Rahmen sollen Maßnahmen zur Information über und Identifikation mit MINT-Berufen gefördert werden. Im Themenschwerpunkt II werden Projekte zum Erkenntnisgewinn über Gelingensbedingungen und Wirksamkeit von Maßnahmen zur Studienbegleitung gefördert – mit dem Ziel, dass ein MINT-Studium auch durchgehalten wird. Dazu sollen evidenzbasierte, diversitätssensible und – im Fall der Umsetzung in einer strukturschwachen Region – regional abgestimmte Orientierungs- und Begleitformate entwickelt, erprobt und skaliert werden, mit denen das Interesse an MINT-Studiengängen unabhängig von Herkunft und Hintergrund geweckt, Zugangsbarrieren abgebaut und der Übergang von Schule beziehungsweise Ausbildung zum Studium sowie das Durchhalten im Studium erleichtert werden.
- Themenschwerpunkt I: Studienorientierung für MINT-Fächer
Dieser Themenschwerpunkt umfasst Ansätze und Maßnahmen zur Orientierung hinsichtlich eines MINT-Studiums. Von Interesse sind der Erkenntnisgewinn hinsichtlich spezifischer Hürden schwer erreichbarer Zielgruppen bei der Studienorientierung und die Entwicklung, Erprobung und Skalierung möglicher Lösungsansätze, die zur Begeisterung für ein MINT-Studium sowie einer realitätsnahen Darstellung von MINT-Berufen auf dem Level von Expertinnen und Experten beitragen. - Themenschwerpunkt II: Begleitung durchs MINT-Studium
Dieser Themenschwerpunkt umfasst Ansätze und Maßnahmen zur Begleitung während eines MINT-Studiums. Von Interesse sind der Erkenntnisgewinn hinsichtlich spezifischer Hürden schwer erreichbarer Zielgruppen im Rahmen des MINT-Studiums und die Entwicklung, Erprobung und Skalierung möglicher Lösungsansätze, mit denen die Abbruchquote in MINT-Studiengängen gesenkt werden kann.
Das Antragsverfahren ist zweistufig angelegt.
In der ersten Verfahrensstufe sind bis spätestens 24. November 2026 zunächst Projektskizzen vorzulegen.
Weitere Informationen:
https://www.bmftr.bund.de/SharedDocs/Bekanntmachungen/DE/2026/09/2026-09-30-bekanntmachung-mint.html