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29.10.2026

Widersprechen gegen Rassismus auf Social Media

DFG fördert neues Tübinger Teilprojekt zu Medienpraktiken migrantisch positionierter Frauen

Prof. Dr. Tanja Thomas (Lehrstuhl für Transformationen der Medienkultur) und Dr. Melanie Mika untersuchen, wie migrantisch positionierte Frauen auf Instagram, TikTok und YouTube rassistischen Unterdrückungsverhältnissen widersprechen.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert eine neue Forschungsgruppe zu Medienpraktiken des Widersprechens mit zwei Teilprojekten in Tübingen. Das Teilprojekt „Postmigrantische Medienpraktiken des Widersprechens: Rassismuskritische Einsprüche migrantisch positionierter Frauen auf digitalen Plattformen“ unter Leitung von Prof. Tanja Thomas und Mitarbeit von Dr. Melanie Mika untersucht die Einsprüche sich migrantisch positionierender Frauen, die in Deutschland besonders häufig von rassistischer Diskriminierung betroffen sind. Im Zentrum stehen Medienpraktiken auf Instagram, TikTok und YouTube. Dabei geht das Projekt der Frage nach, unter welchen Bedingungen rassismuskritische Einsprüche überhaupt Öffentlichkeit erreichen: Plattformlogiken begünstigen Hassrede und Hetze, algorithmische Diskriminierung erzeugt neue Unsichtbarkeiten. Digitale Handlungsräume für marginalisierte Stimmen werden dadurch kleiner, riskanter und in ihrem emanzipatorischen Potenzial begrenzt. Das Projekt verbindet inhaltsanalytische Untersuchungen von Medienpraktiken und Kommunikationskaskaden mit Media-Go-Alongs, Interviews und Fokusgruppeninterviews, um Strategien im Umgang mit Angriffen sowie Solidaritäts- und Unterstützungsstrukturen aufzuschlüsseln.

Die Forschungsgruppe 6017 „Medienpraktiken des Widersprechens in vernetzten Öffentlichkeiten“ (MePraWi) untersucht insgesamt, welche Bedeutung das Widersprechen für demokratische Gesellschaften hat und unter welchen medialen Bedingungen es Teilhabe ermöglicht oder gefährdet, insbesondere im Kontext gesellschaftlicher Ungleichheit. Sieben kommunikations- und medienwissenschaftliche Projekte an fünf deutschen Universitäten erforschen diese Dynamiken zeitgenössisch und historisch. Ein zweites Tübinger Teilprojekt, „Erosion demokratischer Werte: Exkludierendes Widersprechen durch rechte Akteur:innen in digitalen Öffentlichkeiten“ unter Leitung von Prof. Dr. Annett Heft, ist am Institut für Rechtsextremismusforschung (iRex) angesiedelt. Die Forschungsgruppe ist in einer ersten Förderphase auf vier Jahre ausgelegt und läuft bis 2031.