Religionspädagogik

Die aktuelle Ausgabe


Ausgabe 2025 Nr. 2/3

Erziehung und Bildung 80 Jahre nach Auschwitz

Am 27. Januar 1945 befreiten Soldat*innen der Sowjetischen Armee das größte deutsche Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. In Auschwitz wurden innerhalb von fünf Jahren etwa 1,2 Millionen Menschen ermordet. Die meisten davon, rund eine Million Menschen, waren Jüdinnen*Juden. Nur einige Tausend überlebten das Lager. Der Befreiungstag wurde 1996 unter Bundespräsident Roman Herzog zum offiziellen deutschen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. 2005 erklärten ihn auch die Vereinten Nationen zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. Im Jahr 2025 jährt sich die Befreiung zum achtzigsten Mal. In dieser Zeit haben sich sowohl die Formen des Erinnerns als auch die kontextuellen Herausforderungen für Bildung, Erziehung und den Umgang mit den Geschehnissen der Schoah tiefgreifend gewandelt.
In der Theologie wurden die Schrecken der Schoah zum Anlass für radikale Veränderungen: Theologie sollte nicht mehr im abstrakten Raum betrieben werden, sondern kontextuell und situationsbezogen, politisch, in Geschichte und Gesellschaft stattfinden. Diese Ansprüche bestimmen die Begründung der sogenannten Theologie nach Auschwitz, wie sie seit etwa 60 Jahren in Deutschland formuliert und mittlerweile durch weitere Generationen von Theolog:innen aufgegriffen, modifiziert und erweitert wurde. 


Vergangene Ausgaben