Zentrum für Islamische Theologie (ZITh)

Scriptural Reasoning 2026 „On Pluralities. Christian and Muslim Perspectives“

Nach dem erfolgreichen 10-jährigen Jubiläum von Scriptural Reasoning in Tübingen im vergangenen Jahr setzt das Seminar seine Tradition auch im Sommersemester 2026 fort. Vom 4. bis 19. Mai widmete es sich dem aktuellen Thema „On Pluralities. Christian and Muslim Perspectives“. Erneut in bewährter Kooperation zwischen dem ZITh und der Katholisch-Theologischen Fakultät wurde das Seminar gemeinsam von Prof. Dr. Dr. h.c. Lejla Demiri und Dr. Sebastian Pittl geleitet.

Das Seminar empfing vier international renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die im Rahmen der Seminarreihe zum Thema Pluralismus vortrugen und jeweils anschließend eigene SR-Sitzungen leiteten. Prof. Dr. Ali-Reza Bhojani (University of Birmingham) beleuchtete die Frage des ijtihād im Spannungsfeld von Theologie und Ethik der Meinungsverschiedenheit; Prof. Dr. Nicholas Adams (University of Birmingham) entfaltete philosophische Modelle religiöser Pluralität unter dem Titel „Bold Fallibilism and Fallible Boldness“; Prof. Dr. Maria Massi Dakake (George Mason University), die im Sommersemester 2026 New Horizons Fellow an der Universität Tübingen ist, untersuchte die Rolle der Tugend im Kontext von religiösem Pluralismus und interreligiösem Engagement; und Dr. Christian Ströbele (Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart) widmete sich vormodernen Theologien der Pluralität und ihrer Bedeutung für gegenwärtige Fragen.

Die Verbindung aus Forschungsvortrag und gemeinsamer Lektüre ausgewählter Schrifttexte aus christlicher und islamischer Tradition gab den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit, das Thema der Pluralität im Rahmen der SR-Methode aus verschiedenen Blickwinkeln zu durchdenken, theologisch, philosophisch, ethisch, gesellschaftlich, interreligiös und historisch. Die gemeinsamen SR-Sitzungen förderten ein reflektiertes Verständnis dafür, wie christliche und islamische Traditionen Pluralität theologisch verarbeiten, und machten deutlich, dass vermeintlich divergierende Ausgangspunkte bei genauer Lektüre bemerkenswerte strukturelle und inhaltliche Konvergenzen aufweisen können.