Wie funktioniert die Studie zur Konfirmandenarbeit?

Die Studie zur Konfirmandenarbeit wurde 2007/08 zum ersten Mal durchgeführt und lieferte damit auch erstmals ein empirisches Bild der Konfirmandenarbeit in Deutschland. Dabei wurden nicht nur die Konfirmanden, sondern auch die Pfarrerinnen und Pfarrer sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter befragt, um ein möglichst umfassendes Bild der Konfirmandenarbeit zu gewinnen. Die zweite Studiezielt darüber hinaus auf einen Einblick in die längerfristigen Wirkungen der Konfirmandenarbeit, besonders hinsichtlich des freiwilligen Engagements (z.B. als Teamerinnen und Teamer in der Konfirmandenarbeit). Beide Studien wollen den Übergang vom Konfirmandenunterricht zur Konfirmandenarbeit dokumentieren, unterstützen und kritisch begleiten.

Zunächst wurden in der zweiten Studie erneut die Konfirmandinnen und Konfirmanden, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sowie die Pfarrerinnen und Pfarrer befragt. Wie in der ersten Studie wurden über 600 repräsentative Gemeinden durch das GESIS Leibnitz-Institut (Mannheim) ausgewählt und dann auf ihre Eckdaten hin befragt ("t0"). Zu einem ersten Zeitpunkt am Beginn der Konfirmandenzeit ("t1") und zu einem zweiten Zeitpunkt kurz vor der Konfirmation ("t2") erhielten die Konfirmandinnen und Konfirmanden der ausgewählten Gemeinden einen Fragebogen, den sie ausfüllten und nach Tübingen schickten. In der zweiten Studie wird denjenigen Konfirmierten, die sich damit einverstanden erklärten, 2015 ein weiterer Fragebogen ("t3") zugesandt. Je mehr Fragebögen wir ausgefüllt zurückerhalten, desto genauer können wir längerfristige Wirkungen der Konfirmandenarbeit empirisch herausarbeiten.

Die Studie wird von allen Evangelischen Landeskirchen in Deutschland mitgetragen. Weitere Einsichten in die Konfirmandenarbeit versprechen die Ergebnisse der Internationalen Studie zur Konfirmandenarbeit, die in Kooperation mit den Evangelischen Kirchen in der Schweiz und in Österreich, in Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland, sowie in Polen und Ungarn durchgeführt wird. Weiter ist auch die Evangelisch-methodistische Kirche Deutschlands mit dabei.

Kann ich die Konfirmandenarbeit in meiner Gemeinde selbst per Fragebogen erfassen und auswerten?

Warum wird in den Fragebögen so viel mit "ANKREUZ-FRAGEN" gearbeitet?

Im Bereich der Kirche ist es weithin noch unüblich, mit sog. "quantitativer Methodik" zu arbeiten. Oft werden Interviewstudien durchgeführt, wenn es um die Befragung von Gemeindepraxis geht. Die Auswertung von Interviews und offenen Fragen hat große Vorteile, weil hier die komplexe Wahrnehmung der befragten Personen besser zur Geltung kommt. Der Nachteil solcher Studien ist, dass schon die Auswertung von nur einhundert Interviews immensen Zeit- und Geldaufwand nach sich zieht und daher nur für kleine Stichproben einsetzbar ist. Die bundesweite Studie zur Konfirmandenarbeit will dagegen die Realität der Konfirmandenarbeit in der Breite erforschen und tausende von Mitarbeitende und Konfirmanden einbeziehen. Dies ist nur durch Ankreuzfragen leistbar. Allerdings sollte die Aussagekraft solcher Fragetypen nicht unterschätzt werden. Die sozialwissenschaftliche Forschung bedient sich sehr oft dieser Methodik. In Vorstudien und Testläufen unserer Studie hat sich gezeigt, dass Konfirmandinnen und Konfirmanden gut mit den Ankreuzskalen zurechtkommen und gerne zum Ausfüllen der Fragebögen bereit sind.

Wie sehen die datenschutzrechtlichen Bestimmungen der Studie aus?

Das Forschungsprojekt zur Konfirmandenarbeit der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen, Lehrstuhl Religionspädagogik, arbeitet nach den Vorschriften des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) und allen anderen datenschutzrechtlichen Bestimmungen. Das gilt auch bei einer Wiederholungs- oder Folgebefragung, wo es wichtig ist, nach einer bestimmten Zeit noch einmal Kontakt zu denselben Personen aufzunehmen und die statistische Auswertung so vorzunehmen, dass die Angaben aus mehreren Befragungen durch einen anonymen Code miteinander verknüpft werden. Auch hier gilt:

Daten, welche die Identität der Konfirmandinnen und Konfirmanden erkennen lassen, werden nicht weitergegeben.

Die Ergebnisse werden – genauso wie bei Einmalbefragungen – ausschließlich in anonymisierter Form dargestellt. Das bedeutet: Niemand kann aus den Ergebnissen erkennen, von welcher Person die Angaben gemacht worden sind. Unten zeigen wir an einem Beispiel den Weg der Daten der Konfirmandinnen und Konfirmanden von der Erhebung bis zur völlig anonymen Ergebnistabelle. Für die Einhaltung der Datenschutzbestimmungen ist verantwortlich: Prof. Dr. Friedrich Schweitzer, Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Evangelisch-Theologische Fakultät, Lehrstuhl für Religionspädagogik, Liebermeisterstraße 12, 72076 Tübingen.

Was geschieht mit den Daten der Konfirmanden und Konfirmierten?

1. Die Konfirmandin/der Konfirmand trägt seine Antworten zu den Fragen in die Antwortfelder ein, z. B. so:

Wie groß ist Dein Interesse an folgenden Themen in der Konfi-Zeit?

Taufe (…), Abendmahl (…), Bibel (…) usw.

2. Beim Forschungsprojekt Konfirmandenarbeit werden Adresse und Fragenteil voneinander getrennt. Um nur ‘richtige’ Daten zu verarbeiten, werden eventuelle Unstimmigkeiten in den Antworten vorher geklärt. Auf dem Fragenteil ist ein anonymer Code enthalten, der aber keine Zuordnung zu bestimmten Personen ermöglicht. Die Adressdaten werden ohne jeden Code erhoben, so dass eine Zuordnung von Adresse und Fragebogen nicht möglich ist. Wer den Fragebogen sieht, weiß also nicht, von welcher Person die Antwort gegeben wurde. Die Adresse verbleibt beim Forschungsprojekt Konfirmandenarbeit, jedoch nur bis zum Abschluss der Gesamtuntersuchung. Sie dient nur dazu, die Jugendlichen 2015 für den dritten Fragebogen noch einmal anzuschreiben.

3. Die Antworten auf die gestellten Fragen werden in Zahlen umgesetzt und ohne den Namen und die Adresse der Konfirmanden (also anonymisiert) auf einen Datenträger gebracht.

4. Dann werden die Fragebogendaten (ohne Name und Adresse) von einem Computer ausgewertet. Der Computer zählt zum Beispiel alle Antworten pro Frage und errechnet die Prozentergebnisse.

5. Das Gesamtergebnis und die Ergebnisse von Teilgruppen (z. B. Mitarbeitende, Konfirmandinnen und Konfirmanden, Pfarrerinnen und Pfarrer) werden in Tabellenform ausgedruckt.

6. Auch bei einer Wiederholungs- oder Folgebefragung werden Name und Anschrift stets von den Daten des Fragenteils getrennt. Ebenso werden die personenbezogenen Daten getrennt von den Daten des Fragenteils gespeichert.

7. Da die für die Angabe der Kontaktdaten vorgesehenen blauen Blätter getrennt von den Fragebögen an die Projektleitung gesendet werden, ist es selbst Projektleitung und -team in keiner Weise möglich, eine Verbindung zwischen den Fragebögen und den Kontaktdaten und damit Personen herzustellen, da keine Zuordnungsmöglichkeit zwischen ausgefüllten Fragebögen und Adressdaten besteht.

8. In jedem Fall gilt: Die Teilnahme an der Befragung ist freiwillig. Bei Nicht-Teilnahme entstehen den Konfirmandinnen und Konfirmanden keine Nachteile. Gemäß BDGB, § 28, Abs. 4 haben sie Widerspruchsrecht. Zwei Jahre nach Ablauf des Projektes werden sämtliche personenbezogenen Daten gelöscht. Es ist selbstverständlich, dass das Forschungsprojekt Konfirmandenarbeit alle Vorschriften des Datenschutzes einhält.

Die Konfirmandinnen und Konfirmanden können sicher sein, dass niemand erfährt, welche Antworten sie gegeben haben. Name, Anschrift und Einzeldaten, die eine Identifizierung der Person zulassen, werden nicht an Dritte weitergegeben.

Wie erhalten die beteiligten Gemeinden eine Rückmeldung über ihre Daten?

Sowohl nach der ersten Studie als auch nach der zweiten Studie erhielt jede beteiligte Gemeinde eine individuelle Rückmeldung ihrer Daten in Form einer Powerpoint-Datei.

Wichtige Erläuterungen zum Verständnis und eine Inhaltsübersicht über die Ergebnisgrafiken (pdf, 0,2 MB) – bitte lesen Sie diese Informationen, bevor Sie die Auswertungen nutzen!:

Falls Sie das Programm Powerpoint nicht besitzen, finden Sie hier den kostenlosen Powerpoint-Viewer (25 MB)