Wie ein Anglistik-Professor die Mediävistik prägte – und ganz nebenbei Mittelerde erfand
John Ronald Reuel Tolkien war vieles: Bestsellerautor, Erfinder von Elbensprachen, Vater der modernen Fantasy – doch vor allem war er ein hochangesehener Professor für Anglistik an der Universität Oxford. Sein wissenschaftliches Wirken, tief verwurzelt in der Philologie, beeinflusste nicht nur die Altenglisch-Forschung, sondern auch sein literarisches Werk auf entscheidende Weise.
Schon früh zeigte sich seine Leidenschaft für Sprachen: Als Kind lernte er Latein, Französisch und Deutsch, später kamen Altenglisch, Mittelenglisch, Gotisch, Finnisch und Walisisch hinzu. Seine Mutter, selbst eine kluge Lehrerin, erkannte sein Talent – und hatte damit gewissermaßen den Grundstein für Mittelerde gelegt.