Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft

Profillinien Master Empirische Kulturwissenschaft

Das Masterstudium EKW beinhaltet drei themenspezifische Masterprofillinien (MPL). Studierende entscheiden sich am Ende des ersten Mastersemester für eine Profillinie und setzen damit einen thematischen Studienschwerpunkt im Umfang von 30 Leistungspunkten. Die Profillinien entsprechen Schwerpunktsetzungen innerhalb des Studiums und sind keine eigenen Studiengänge. Das heißt, studiert wird in erster Linie Empirische Kulturwissenschaft, dabei wird aber ein selbstgewähltes Interessensgebiet besonders vertieft. Die Profillinie „Kulturanalyse des Alltags“ zielt dabei in die Breite der EKW. Die anderen Profillinien betonen jeweils ein spezifisches Arbeitsfeld. Dieses Arbeitsfeld prägt dann erstens die eigene Forschung innerhalb des Studienprojekts, zweitens die Auswahl der eigenen thematischen Seminare, und drittens das Thema der eigenen Abschlussarbeit. Gleichzeitig können aber vielfältige Verbindungen zu den anderen Arbeitsfeldern der EKW hergestellt werden.


Kulturanalyse des Alltags

Die Masterprofillinie Kulturanalyse des Alltags nimmt das Themenspektrum der Empirischen Kulturwissenschaft (EKW) in seiner ganzen Breite und Tiefe in den Blick. Sie setzt Schwerpunkte insbesondere auf die Theorie- und Methodenausbildung, die sie verankert in den unterschiedlichen Themen der EKW: Protest, Populärkultur, Religion, Technik, Körper, Emotionen, Dinge, Museum etc. Im Zentrum steht dabei die Analyse von Alltagskultur in lokaler und globaler Perspektive.Die vertiefte Auseinandersetzung mit Konzepten der Lebenswelt, Alltagswelt und alltäglicher Lebensführung führt zur Fähigkeit eigenständiger Analyse alltagskultureller Fragen. Die Masterprofillinie Kulturanalyse des Alltags qualifiziert Studierende damit für einen späteren Berufsweg in die Wissenschaft und genauso für konzeptionelle Schnittstellenprofessionen in Institutionen, Organisationen und Initiativen der Kulturvermittlung.

Museum und Sammlungen

Schwerpunkte der Masterprofillinie Museum und Sammlungen bilden die praktische Arbeit mit Dingen in Sammlungen der Universität (Deponierung, Inventarisierung, Erfassung und Erschließung) und die Ausstellungsplanung (Konzeption, Szenografie, Texterstellung, Umsetzung).  Zudem steht in der Masterprofillinie Museum und Sammlungen die Vermittlung von Grundlagen der Museumsgeschichte und Museumstheorie im Fokus. Die Masterprofillinie Museum und Sammlungen setzt forschungsorientiert an. Studierende werden dadurch sowohl für einen späteren Berufsweg im Bereich Museum und Sammlungen als auch für eine Promotion im Themenbereich des Profils qualifiziert.
Die Masterprofillinie Museum und Sammlungen wird in Kooperation mit dem Museum der Universität MUT angeboten. Auf der Homepage des Museums gibt es weitere Informationen zur Masterprofillinie.

Diversität

Die Masterprofillinie Diversität nimmt Prozesse der hochgradig pluralisierten Gesellschaft in den Fokus. Diversität und Vielfalt sind die Begriffe, die diese gesellschaftliche Gegenwart maßgeblich beschreiben. Dabei sind kulturelle wie ethnische oder religiöse, geschlechtliche, altersbedingte oder körperliche Unterschiede wichtig. Sie werden historisch situiert und vor dem Hintergrund von bestehenden oder wachsenden sozialen Ungleichheiten verstanden. Die Profillinie setzt forschungsorientiert an und bindet gleichzeitig bestehende Kooperationen zu diversitätsorientierten Institutionen, Unternehmen und Verwaltungen ein. Sie ermöglicht dadurch ein vertieftes Verständnis aktueller theoretischer Konzepte an der Schnittstelle zur Organisation und Steuerung (diversity management).

Digitalität und Technik

Der Studienschwerpunkt Digitalität und Technik beleuchtet die digitalen Transformationen von Alltagskultur: von Social Media, Smartphones und Computerspielen, über die Digitalisierung von Museen, Erinnerungs- und Wissenschaftskulturen, bis hin zu digitaler Arbeit und künstlicher Intelligenz. Dabei erlernen die Studierenden nicht nur theoretische Grundlagen und Konzepte, sondern auch die Methoden der digitalen Ethnografie (bspw. Chat-Interviews, teilnehmende Beobachtung im Internet, Social Media-Analysen) sowie Verfahren der computergestützten Datenanalyse. Studierende mit diesem Schwerpunkt können in der Abschlussphase des Studiums am englischsprachigen Digital Anthropology Lab teilnehmen, wo sie sich mit Doktorand*innen, Postdoc-Wissenschaftler*innen und Professor*innen über aktuelle Forschung austauschen. Der Studienschwerpunkt dient als Vorbereitung für eine eigene Promotion oder Weichenstellung für eine berufliche Karriere im Kontext digitaler Kulturen – bspw. in den Bereichen Start-Ups und Softwareentwicklung, Social Media und Content Creation, Digital Change Management in Unternehmen, Digitalisierung von Museen und Kulturerbe oder digitale Wissenschaftskommunikation.

Wichtige Information: Aktuell befindet sich die Profillinie Digitalität und Technik noch in der Planungsphase und wird voraussichtlich ab 2024 formal studierbar sein. Schon jetzt kann Digitalität und Technik aber in Kombination mit der Profillinie Kulturanalyse des Alltags als Studienschwerpunkt belegt und durch ein Begleitschreiben zum Zeugnis bestätigt werden. Weitere Informationen dazu erhalten Sie bei der Studienfachberatung.