Dozenten: Reinhard Kahle, Anna Hoffmann und Gäste
©Alle Personenbilder wurden von der KI StyleGAN2 künstlich erzeugt. Die Personen existieren nicht real. (https://thispersondoesnotexist.com)
Bei der Einführung von Verfahren der Künstliche Intelligenz (KI) in softwaregestützte Arbeitsprozesse ist oft die Rede davon, dass KI-Systeme entwickelt werden sollen, die „menschzentriert“[1] sind. So benennt zum Beispiel Margrethe Vestager menschzentrierte Technologien als eines der wesentlichen Ziele innerhalb der „Neuen Europäischen Innovationsagenda“[2].
Durch die aktuelle Generation der Generative AI, der schöpferischen KI, steht ein weiterer Quantensprung der KI-Technologie an. Diesmal einer, der das berufliche und alltägliche Leben der Menschen wirklich berührt, und nicht nur als leerer Hype im Raum steht, wie auch Sascha Lobo attestiert.[3] Künstliche Intelligenz werde sich sehr schnell und massiv im Alltag der Menschen etablieren – so sieht es der Digitalminister Volker Wissing. Er appelliert deshalb daran, bei der Entwicklung von KI-Technologie alles aus der Perspektive der Anwenderinnen und Anwender heraus zu denken.[4]
Doch wie kann menschzentrierte KI-Entwicklung konkret gelingen, ohne bei Überlegungen zur Usability (guten Nutzbarkeit) stehen zu bleiben?
Das Hamburger „New Institute“ stellt in seiner aktuellen Publikation[5] fest: „Die erfolgreiche Einführung der KI wird die Wirtschaft antreiben, die Gesellschaft umgestalten und zudem darüber bestimmen, welche Länder die Regeln für das kommende Jahrhundert vorgeben.“
Zugleich wird eine Warnung ausgesprochen: „Die KI geht mit den Risiken autoritärer Überwachung und Kontrolle einher, gefährdet die Werte der individuellen Freiheit und Menschenrechte und verschärft durch wachsende Datenmonopole die Ungleichheit sowohl innerhalb der einzelnen Länder als auch zwischen ihnen. Technologien können Freiheit und Entfaltung nur dann fördern, wenn sie vor dem Hintergrund ethischer Überlegungen zu den zentralen Werten und Resultaten entwickelt und eingesetzt werden.“[6]
Auch Sam Altman, CEO von OpenAI gibt aktuell zu bedenken: „Die entscheidende Frage wird sein, nach wessen Wertvorstellungen wir unsere künstliche Intelligenz ausrichten.[7]“
Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, will die Aufmerksamkeit auf die unmittelbaren Herausforderungen von Künstlicher Intelligenz (KI) lenken, anstatt vor dem Weltuntergang zu warnen, sagte sie am Freitag den Sendern RTL und ntv. Man müsse darüber nachdenken, welche Herausforderungen es bereits gebe, so Buyx. Trotzdem sei die Aufmerksamkeit, die durch die Warnungen für das Thema entstanden sind, sinnvoll. So sei mittlerweile klar, dass Gesellschaften und Entwickler von KI eng zusammenarbeiten müssten. Diese Hilfe bei der Gestaltung müsse die Gesellschaft von den Herstellern der Technologie einfordern. Menschen dürften nicht zu Schaden kommen, gleichzeitig wolle man aber das Potenzial von KI nutzen." (Weiterlesen)
• "Einführung von Prof. Dr. Reinhard Kahle zu „Grenzen der KI“, Co-Autor von „Grenzen der KI – theoretisch, praktisch, ethisch“, Springer Verlag 2022"
• Überblick über die verschiedenen Grundformen der KI und des ML sowie ein Ausblick auf die Anwendungsmöglichkeiten der aktuellen Generative AI-Modelle
• Einführung in die menschzentrierte Gestaltung von KI-Systemen gemäß der DIN EN ISO 9241-210 und an den Prinzipien von Aristoteles ausgerichteter User Experience
• Impulse für KI-Anwendungen aus der Positiven Psychologie:
Wie die Values-in-Action-Klassifikation nach Christopher Peterson und Martin Seligman die Entwicklung von menschzentrierten KI-Systemen unterstützen kann.
• KI – Kontextanalyse für die strategische Konzeption von KI-Anwendungen:
Der Fragenkatalog der KI-Kontextanalyse ermöglicht es, KI-Systeme schon ab dem ersten Entwurf des Use-Cases auf ein menschzentriertes und verantwortungsvolles Anwendungsdesign hin zu durchleuchtet und mögliche Risiken zu identifizieren.
• Praxisübung: Anwendung der KI-Kontextanalyse an Use-Cases der Teilnehmenden
Tag 2:
• Wertesensitives Konzeptdesign für KI-Systeme und intelligente Systeme:
Das Ziel einer Entwicklung nach den Prinzipien des wertesensitiven Konzeptdesigns ist es, negative Auswirkungen von Systemen, Produkten oder Dienstleistungen für Menschen, die Gesellschaft oder die Umwelt rechtzeitig zu erkennen und diesen schon in der Konzeptionsphase entgegenzuwirken. Die Basis für eine vertiefte wertesensitive Analyse von KI-Systemen bilden die zwölf Werte des Value Sensitiv Designs nach Borning & Friedman.
• Praxisübung: KI – Business-Model-Canvas
Strategische Überlegungen zu den Aspekten ‚Benötigte Daten, Mehrwert, Stakeholder, Integration, Personas, Output, Kosten, Einnahmen & notwendige Kompetenzen‘
• Sinus-Milieu® - Ein Blick in die aktuellen Leit- und Zukunftsmilieus in Deutschland:
Die Sinus-Milieus sind eine Gesellschafts- und Zielgruppen-Typologie für Deutschland, jährlich erfasst vom Sinus-Institut. Die Sinus-Milieumodelle werden kontinuierlich an die soziokulturellen und sozialstrukturellen Veränderungen angepasst. Im Seminar setzen wir vertieft mit den aktuellen Leit- und Zukunftsmilieus auseinander.
• Persona Entwicklung für die konkreten Nutzer von KI-Anwendungen:
Eine Persona beschreibt einen exemplarischen, fiktiven und doch realistischen, konkreten Anwender einer Innovation, eines Produkts, einer Dienstleitung oder eines Prozesses. Im Menschzentrierten Design werden Personas dafür eingesetzt, um einen besseren und auch emotionaleren Zugang zu den späteren Anwendern zu finden. Das verhindert, dass Innovationen an den Erfordernissen der Nutzer vorbei entwickelt werden.
• Praxisübung:
Erstellen einer Empathy-Map für das Erwartungsmanagement in der anvisierten Zielgruppe: Umgang mit Hype, unrealistischen oder falschen Hoffnungen, sowie unbegründeten Ängsten und Befürchtungen
• Gastbeitrag: Best Practice Beispiel für die Umsetzung von menschzentriertem Design in KI-Systemen
Angebotene Seminartermine 2023:
20. und 21. Juli (2tägig)
12. und 13. September (2tägig)
Das Kompetenzseminar zu menschzentrierter KI wird in Tübingen vor Ort angeboten, kann aber auch inhouse von Organisationen gebucht werden. Bitte senden Sie uns für Anfragen eine E-mail an: sekretariat.cfvw@uni-tuebingen.de.
Seminarort:
Carl Friedrich von Weizsäcker Zentrum
Universität Tübingen
Doblerstraße 33, 72074 Tübingen
Kosten: 980,- € für 2 Tage (im Juli oder September) inkl. Seminarunterlagen und Getränken
Das Seminar schließt mit einer Teilnahmebescheinigung der Universität Tübingen ab.
Seminarzeiten: 9.00 bis 17.00 Uhr
Das Seminar findet statt bei einer Mindestteilnehmerzahl von 6 Personen. Die Gruppengröße ist auf 12 Teilnehmende beschränkt.
Anmeldung: Für die Anmeldung bitte eine formlose-E-Mail senden an: sekretariat.cfvw@uni-tuebingen.de
Sie erhalten dann die Unterlagen für die verbindliche schriftliche Anmeldung.
Weitere Infos zu den Inhalten bei Bedarf unter: 0176 5789 1320 (Anna Hoffmann)
Anna Hoffmann
Consultant und Prozessberaterin für Digitalisierung, Innovation, Agilität und Zukunftsfähigkeit
zertifizierter Agile Business Coach (ACF); Autorisierte Prozessberaterin für digitale Transformationsprozesse und agile Arbeitsformen im Programm „INQA Coach“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales; KI-Trainerin im Programm "Mittelstand digital"; Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Wirtschaft der Hochschule Magdeburg-Stendal (h2), Forschung zur Umsetzung des „System Change Compass“ im Rahmen des Green Deals der EU; Mitglied in der Gesellschaft für Informatik (GI), Schwerpunkt KI.
Reinhard Kahle
Leiter des Carl Friedrich von Weizsäcker-Zentrums
Professor für Theorie und Geschichte der Wissenschaften an der Universität Tübingen und Leiter des Carl Friedrich von Weizsäcker-Zentrums; Co-Autor von „Grenzen der KI – theoretisch, praktisch, ethisch“, Springer Verlag 2022 Professor für mathematische Logik an der Universidade Nova de Lisboa (2008 -2018) Professor für Mathematik an der Universidade de Coimbra (2003-2008) Habilitation in Informatik an der Universität Tübingen (2007) zahlreiche Veröffentlichungen
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[1] Ergonomie der Mensch-System-Interaktion - Teil 210: Menschzentrierte Gestaltung interaktiver Systeme (ISO 9241-210:2019); Deutsche Fassung EN ISO 9241-210:2019. Berlin: Beuth Verlag
[2] Link: Neue Europäische Innovationsagenda (europa.eu)
[3] „Das Ende der irrelevanten künstlichen Intelligenz“, Sascha Lobo, 07.12.2022, Spiegel-Online Kolumne
[4] „Digitalminister Wissinger will strenge Regulierung bei künstlicher Intelligenz verhindern“, 11.01.2023, Spiegel-Online
[5] „Auf dem Weg zu einer Neuen Aufklärung – Ein Plädoyer für zukunftsorientierte Geisteswissenschaften“, Markus Gabriel/ Christoph Horn/ Anna Katsman/Wilhelm Krull/ Anna Luisa Lippold/ Corine Pelluchon/ Ingo Venzke, S. 70, 02.12.22, transcript Verlag
[6] ebenda
[7] „Uns war bewusst, was wir da tun“, Sam Altman im Interview, „Der Spiegel Nr. 22“ vom 27.5.2023, S. 70 + 71
[8] DIN ISO 9241-210:2020-03, Teil 210: Menschenzentrierte Gestaltung interaktiver Systeme
[9] Friedman, B., Kahn, P., & Borning, A. (2003). Value sensitive design: Theory and methods. University of Washington technical report, 2, 12
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