Prof. Dr. Maximilian Benz: Neu berufen an die Philosophische Fakultät
W3-Professur für Deutsche Philologie/Mediävistik (Philosophische Fakultät)
Im Oktober 2025 hat Maximilian Benz die Professur für Deutsche Philologie in der Mediävistik angetreten. Er studierte Klassische und Deutsche Philologie sowie Erziehungswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Humboldt-Universität Berlin. 2012 wurde er mit einer Arbeit zum Thema „Gesicht und Schrift. Die Erzählung von Jenseitsreisen in Antike und Mittelalter“ an der Humboldt-Universität promoviert. In seinem Promotionsprojekt setzt er sich mit dem Sujet der Jenseitsreise auseinander, bei der die seelisch oder körperlich Reisenden von einem Engel geführt werden und Räume der Strafe und des Heils erleben. Diese Texte, so Benz, präge ein Erzählverfahren, das aus frühjüdischen Texten stamme und noch wesentlicher Bestandteil des kulturellen Gedächtnisses des Mittelalters sei. 2019 folgte die Habilitation mit der Monographie „Arbeit an der Tradition. Studien zur literarhistorischen Stellung und zur poetischen Struktur der Werke Rudolfs von Ems“. Von 2020 bis 2025 hatte Benz eine DFG-Heisenbergprofessur an der Universität Bielefeld inne, bevor er den Ruf an die Universität Tübingen annahm. 2022 wurde er zudem als Fellow an das Wissenschaftskolleg zu Berlin berufen.
Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf der geistlichen Literatur des Spätmittelalters, der höfischen Kultur und der Sozialgeschichte der Literatur. In seinem aktuellen Forschungsprojekt beschäftigt sich Maximilian Benz unter dem Titel „Schemen des Selbst“ mit den Veränderungen in der Konzeption des Selbst an der Schwelle zur Neuzeit und lotet Handlungsfreiräume für den Einzelnen innerhalb des christlichen Zusammenhangs aus. Auf die Frage nach seinem Fokus in der Lehre antwortet er: „Bei mir wird viel geliebt und viel gestorben.“ So trägt seine aktuelle Vorlesung in Tübingen den einschlägigen Titel: „Ungeliebtsein. Literatur über die Verlassenen und Verhöhnten“.