Universitätsbibliothek

Akten aus dem Universitätsarchiv

Akten aus dem Universitätsarchiv schaffen Fakten

Die Suche nach NS-Raubgut in den Beständen der Universitätsbibliothek stützt sich vielfach auf Hinweise in den Akzessionsjournalen. Insbesondere im Bereich der Geschenkzugänge fielen zahlreiche, aus heutiger Sicht untypische Geschenkgeber auf. Dabei handelte es sich unter anderem um Dienststellen der Polizei, der Partei oder der Wehrmacht.
Aber auch zunächst unverdächtig wirkende Tausch  und Geschenkpartner wie die Preußische Staatsbibliothek oder die Reichstauschstelle erscheinen nach der Sichtung erwerbungsbezogener Schriftwechsel aus den Beständen des Universitätsarchivs in einem neuen Licht. Aus diesem Schriftverkehr ergeben sich Hinweise auf die Rolle beider Institutionen bei der Verteilung beschlagnahmter Bücher an wissenschaftliche Bibliotheken. Erst die ergänzende Auswertung archivalischer Überlieferung schafft hierfür belastbare Grundlagen.

Insbesondere die im Archiv überlieferte Korrespondenz zu Erwerbungsvorgängen im Bestand UAT 167 (Verwaltungsakten der Universitätsbibliothek) ermöglicht es, die Angaben der Akzessionsjournale einzuordnen und zu präzisieren. Schreiben zwischen Bibliothek, Universitätsverwaltung, Antiquariaten und staatlichen Stellen geben Aufschluss über Herkunft, Umstände und Motive einzelner Erwerbungen. Auf dieser Basis lassen sich Verdachtsmomente bestätigen, relativieren oder neu bewerten.

Die Akten des Universitätsarchivs sind damit ein unverzichtbares Instrument der Provenienzforschung: Sie verbinden isolierte Hinweise zu nachvollziehbaren Erwerbungskontexten und tragen entscheidend dazu bei, gesicherte Erkenntnisse dort zu gewinnen, wo die Quellenlage zunächst nur Vermutungen erlaubt.