In Weiterentwicklung der Einsichten Karl Barths wird in der evangelischen Variante der politischen Theologie davon ausgegangen, daß ein Gefälle nicht vom Gesetz zum Evangelium, sondern umgekehrt vom Evangelium zum Gesetz besteht, ja das Evangelium als beständiger unter Einbindung menschlicher Aktivität ereignender Befreiungsprozeß begegnet. Befreiung geschieht dabei weniger wie in der reformatorischen Tradition als Zuspruch der Sündenvergebung und darin Freispruch aus dem Gericht Gottes. Vielmehr wird Sünde v.a. an überindividuellen Strukturen, die als Machtmißbrauch und als Unterdrückungsstrukturen unterschiedlichster Art empfunden werden, festgemacht. Die entscheidende Aussage ist weniger, was Gott vorgängig zum Menschen bereits getan hat (Schöpfung, Erlösung in Christus), sondern was er noch tun will (Eschaton), wobei der Mensch in Hoffnung darauf Schritte zur Realisierung der als Gestalt des Reiches Gottes erwarteten Welt tun darf und soll. Glaube wird als beständiger Kampf verstanden – allerdings nicht wie in der theologischen Tradition als geistlicher Kampf, sondern als innerweltlich-gesellschaftlicher. In der katholischen Theologie hat die politische Theologie in der Gestalt der „Theologie der Befreiung“ ihren Schwerpunkt in den oftmals ungerechten Arbeitsverhältnissen der Landarbeiter Lateinamerikas. Die Tübinger katholisch-theologische Fakultät hat die lateinamerikanischen Impulse und diejenigen des Münsteraner Theologen Johann Baptist Metz teilweise positiv aufgenommen.
Aufsätze zur Politischen Theologie (IxTheo)
Monographien zur Politischen Theologie (SWB)
Tübinger Vertreter der Politischen Theologie (mit gewissen Einschränkungen im Hinblick auf Diem):
Als Publikationsorgane gelten (mit gewissen Einschränkungen im Hinblick auf EvTh):
Wissenschaftliche Gesellschaft, die sich dem Erbe der Theologie Barths und der politischen Theologie besonders verpflichtet fühlt: