Postdoc am Research & Development Centre on Law and Society (CEDIS), Faculty of Law, Universidade Nova de Lisboa (Portugal); Gastwissenschaftler an der Fakultät für Politikwissenschaften, Istanbul University (Türkei)
Dr. Kongs Forschungsaufenthalt (September 2026) wird von Prof. Dr. Gabriele Abels, Sprecherin des EZFF-Vorstands und Inhaberin des Lehrstuhls für Vergleichende Politikwissenschaft und Europäische Integration am Institut für Politikwissenschaft der Universität Tübingen, betreut.
Dr. Kong ist Wissenschaftler im Bereich Verfassungsgeschichte und föderalistisches Denken. Er hat an der Izmir University of Economics (Türkei) in Politikwissenschaft und Internationalen Beziehungen promoviert und besitzt zudem einen Master-Abschluss der Universität Zürich (Schweiz) und einen Bachelor-Abschluss der Beijing Foreign Studies University (China). In seiner Forschung untersucht er, wie dezentrale politische und verfassungsrechtliche Ordnungen soziale Zusammenarbeit und kollektive Selbstverwaltung in komplexen und pluralistischen Gesellschaften aufrechterhalten können. Dabei stützt er sich auf politische Philosophie und die Geschichte des politischen Denkens und setzt sich mit Themen wie Föderalismus, Autonomie, assoziativer Demokratie und Anarchismus auseinander.
Während seines Forschungsaufenthalts am EZFF arbeitet Dr. Kong an einem Paper über die portugiesische Dezentralisierungsreform von 2018 mit dem vorläufigen Titel „Symbolic Promises and Institutional Constraints in Portugal’s 2018 Decentralization Reform“. Die Arbeit untersucht, ob die Reform eine echte Übertragung politischer Macht auf die Kommunalverwaltung darstellt oder eine administrative Umstrukturierung innerhalb des bestehenden Einheitsstaates ist.
Dr. Kong argumentiert, dass die Reform ein Beispiel für symbolische Dezentralisierung darstellt: Drei im Gesetz verankerte rechtliche Mechanismen ermöglichen es der Zentralregierung, operative Zuständigkeiten zu übertragen und gleichzeitig die institutionelle Kontrolle zu behalten. Die Arbeit nutzt das Subsidiaritätsprinzip als analytischen Rahmen und zieht den deutschen Föderalismus als Vergleichsbeispiel heran, bei dem die Subsidiarität innerhalb einer verfassungsrechtlich verankerten föderalen Ordnung wirkt und nicht, wie im portugiesischen Fall, auf der Grundlage eines Einheitsstaats.
Persönliche Website von Dr. Kong