Institut für Politikwissenschaft

Gastwissenschaftler:innen/Fellows

Dr. Andrew Khakula

Dozent an der Juristischen Fakultät der Africa Nazarene University (Kenia)

Dr. Khakulas Forschungsaufenthalt (Juli – September 2026) wird von Prof. Dr. Gabriele Abels, Sprecherin des EZFF-Vorstands und Inhaberin des Lehrstuhls für Vergleichende Politikwissenschaft und Europäische Integration am Institut für Politikwissenschaft der Universität Tübingen, betreut.

Als Experte für vergleichendes Verfassungsrecht, Mehrebenen-Governance, nachhaltige Entwicklung und Menschenrechte verfügt Dr. Khakula über einen Doktor der Rechtswissenschaften (LLD) der University of South Africa. Während seines Aufenthalts am EZFF führt er vergleichende Forschungen zum deutschen Finanzföderalismus und dessen Relevanz für die Stärkung der fiskalischen Dezentralisierung in Kenia durch.
Sein Projekt untersucht, inwiefern das deutsche System der Mehrebenen-Governance – insbesondere dessen Rolle bei der Förderung des Zusammenhalts und einer ausgewogenen Entwicklung nach der Wiedervereinigung – Erkenntnisse für Kenias dezentrales Regierungssystem liefern kann. Seit der Verabschiedung der Verfassung von 2010 und der Einführung gewählter Bezirksregierungen im Jahr 2013 strebt Kenia eine fiskalische, politische und administrative Dezentralisierung an. Dr. Khakulas Forschung untersucht, wie Erfahrungen aus dem deutschen föderalen System zu einer gerechteren regionalen Entwicklung und einer verbesserten Finanzpolitik im kenianischen Kontext beitragen können.
Seine Forschung verbindet vergleichende rechtliche und politische Analysen mit Expertenbefragungen, Fokusgruppendiskussionen und Besuchen bei Institutionen auf Bundes- und lokaler Ebene. Das Projekt zielt darauf ab, praktische Ansätze zur Stärkung der fiskalischen Dezentralisierung und zur Beseitigung langjähriger regionaler Ungleichheiten zu identifizieren.

Über das TWAS-DFG Cooperation Visits Programme

Der Forschungsaufenthalt von Dr. Khakula wird im Rahmen des TWAS-DFG Cooperation Visits Programme gefördert, einer gemeinsamen Initiative der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und The World Academy of Sciences (TWAS). Das Programm ermöglicht Nachwuchsforschenden aus Ländern südlich der Sahara einen bis zu dreimonatigen Aufenthalt an deutschen Forschungseinrichtungen zum Zweck der Forschungszusammenarbeit und des wissenschaftlichen Austauschs. Durch die Förderung der internationalen Zusammenarbeit in allen Disziplinen trägt das Programm zum Aufbau langfristiger wissenschaftlicher Partnerschaften und zur Entwicklung von Forschungsnetzwerken zwischen deutschen und afrikanischen Einrichtungen bei.


Dr. Simon Immanuel Lenhart

Dr. Simon Immanuel Lenhart studierte von 2013 bis 2017 Sozial- und Politikwissenschaften (B.Sc. und M.A.) an der Universität zu Köln. Von 2020 bis 2022 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprojekt „REGIOPARL - Regional Parliaments Lab“ am Department für Europapolitik und Demokratieforschung an der Universität für Weiterbildung Krems tätig, das sich der vergleichenden Analyse regionaler Parlamente und ihrer Rolle im europäischen Mehrebenensystem widmete. Anschließend arbeitete er von 2022 bis 2026 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Politikwissenschaft der FernUniversität in Hagen im Lehrgebiet „Politikwissenschaft III: Politikfeldanalyse und Umweltpolitik“ und erweiterte sein Profil in den Europastudien um die Politikfeldanalyse im nationalen Kontext sowie zu EU-Politik. Darüber hinaus war er am Forschungsprojekt „KommZuEU: Kommunen als Anker des Zusammenhalts im europäischen Mehrebenensystem“ (2021–2023) beteiligt, das die Rolle deutscher Kommunen im europäischen Mehrebenensystem untersuchte. Seine Promotion im Fach Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt auf Europapolitik absolvierte er von 2021 bis 2025 an der Universität Tübingen. In seiner Dissertation mit dem Titel „Das Streben nach mehr Einfluss. Eine Untersuchung des institutionellen Aktivismus des Europäischen Ausschusses der Regionen in der Konferenz zur Zukunft Europas“ analysiert er den institutionellen Aktivismus des AdR in EU-Reformphasen.

Mit seinem Aufenthalt als Gastwissenschaftler am EZFF knüpft er an seine bisherigen Forschungstätigkeiten zur Rolle regionaler und kommunaler Akteure im europäischen Mehrebenensystem an und baut diese gezielt weiter aus.

Forschungsschwerpunkte:

  • Europäische Politik und europäische Integration
  • Regionale und kommunale Gebietskörperschaften im europäischen Mehrebenensystem
  • Vergleichende Parlamentsforschung
  • Politikfeldanalyse

E-Mail: simon-immanuel.lenhartspam prevention@uni-tuebingen.de 

Aktuelle Publikationen:
Altruistic, ego-centred or both? A value-based typology of supporters of a pro-European movement (mit Donat Elisabeth und Fabian Elbaky)
 Rethinking Subnational Europeanisation: Relational Agency in the EU's Multilevel System (mit Donat Elisabeth)

Ehemalige Gastwissenschaftler:innen/Fellows

Alessandro Sorpresa

September – Oktober 2024
Rechtsanwalt und Doktorand der europäischen und internationalen Rechtswissenschaften an der Universität Verona 

Alessandros Forschungsprojekt widmete sich den zentralen Problematiken und möglichen Entwicklungsperspektiven des asymmetrischen Regionalismus. Während seines Aufenthalts untersuchte er zum einen den Einfluss des Europäischen Ausschuss der Regionen auf das Mehrebenen-Regieren ('multilevel governance') in der EU. Zum anderen führte er eine vergleichende Studie zu Deutschland und Italien durch, in der er verschiedene Formen der horizontalen und vertikalen Kooperation in regionalen und föderalen Systemen betrachtete.