Institut für Politikwissenschaft

Gastwissenschaftler:innen/Fellows

Dr. Simon Immanuel Lenhart

Dr. Simon Immanuel Lenhart studierte von 2013 bis 2017 Sozial- und Politikwissenschaften (B.Sc. und M.A.) an der Universität zu Köln. Von 2020 bis 2022 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprojekt „REGIOPARL - Regional Parliaments Lab“ am Department für Europapolitik und Demokratieforschung an der Universität für Weiterbildung Krems tätig, das sich der vergleichenden Analyse regionaler Parlamente und ihrer Rolle im europäischen Mehrebenensystem widmete. Anschließend arbeitete er von 2022 bis 2026 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Politikwissenschaft der FernUniversität in Hagen im Lehrgebiet „Politikwissenschaft III: Politikfeldanalyse und Umweltpolitik“ und erweiterte sein Profil in den Europastudien um die Politikfeldanalyse im nationalen Kontext sowie zu EU-Politik. Darüber hinaus war er am Forschungsprojekt „KommZuEU: Kommunen als Anker des Zusammenhalts im europäischen Mehrebenensystem“ (2021–2023) beteiligt, das die Rolle deutscher Kommunen im europäischen Mehrebenensystem untersuchte. Seine Promotion im Fach Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt auf Europapolitik absolvierte er von 2021 bis 2025 an der Universität Tübingen. In seiner Dissertation mit dem Titel „Das Streben nach mehr Einfluss. Eine Untersuchung des institutionellen Aktivismus des Europäischen Ausschusses der Regionen in der Konferenz zur Zukunft Europas“ analysiert er den institutionellen Aktivismus des AdR in EU-Reformphasen.

Mit seinem Aufenthalt als Gastwissenschaftler am EZFF knüpft er an seine bisherigen Forschungstätigkeiten zur Rolle regionaler und kommunaler Akteure im europäischen Mehrebenensystem an und baut diese gezielt weiter aus.

Forschungsschwerpunkte:

  • Europäische Politik und europäische Integration
  • Regionale und kommunale Gebietskörperschaften im europäischen Mehrebenensystem
  • Vergleichende Parlamentsforschung
  • Politikfeldanalyse

E-Mail: simon-immanuel.lenhartspam prevention@uni-tuebingen.de 

Aktuelle Publikationen:
Polity shaping from below: institutional activism and the Committee of the Regions in the Conference on the Future of Europe
Europeanisation at the subnational level (Special Issue in Contemporary European Politics; herausgegeben mit Elisabeth Donat)
Altruistic, ego-centred or both? A value-based typology of supporters of a pro-European movement (mit Elisabeth Donat und Fabian Elbaky)
Rethinking Subnational Europeanisation: Relational Agency in the EU's Multilevel System (mit Elisabeth Donat)

Ehemalige Gastwissenschaftler:innen/Fellows

Dr. Lingkai Kong

September 2026

Postdoc am Research & Development Centre on Law and Society (CEDIS), Faculty of Law, Universidade Nova de Lisboa (Portugal); Gastwissenschaftler an der Fakultät für Politikwissenschaften, Istanbul University (Türkei)

Dr. Kongs Forschungsaufenthalt (September 2026) wurde von Prof. Dr. Gabriele Abels, Sprecherin des EZFF-Vorstands und Inhaberin des Lehrstuhls für Vergleichende Politikwissenschaft und Europäische Integration am Institut für Politikwissenschaft der Universität Tübingen, betreut.

Dr. Kong ist Wissenschaftler im Bereich Verfassungsgeschichte und föderalistisches Denken. Er hat an der Izmir University of Economics (Türkei) in Politikwissenschaft und Internationalen Beziehungen promoviert und besitzt zudem einen Master-Abschluss der Universität Zürich (Schweiz) und einen Bachelor-Abschluss der Beijing Foreign Studies University (China). In seiner Forschung untersucht er, wie dezentrale politische und verfassungsrechtliche Ordnungen soziale Zusammenarbeit und kollektive Selbstverwaltung in komplexen und pluralistischen Gesellschaften aufrechterhalten können. Dabei stützt er sich auf politische Philosophie und die Geschichte des politischen Denkens und setzt sich mit Themen wie Föderalismus, Autonomie, assoziativer Demokratie und Anarchismus auseinander.

Während seines Forschungsaufenthalts am EZFF arbeitete Dr. Kong an einem Paper über die portugiesische Dezentralisierungsreform von 2018 mit dem vorläufigen Titel „Symbolic Promises and Institutional Constraints in Portugal’s 2018 Decentralization Reform“. Die Arbeit untersucht, ob die Reform eine echte Übertragung politischer Macht auf die Kommunalverwaltung darstellt oder eine administrative Umstrukturierung innerhalb des bestehenden Einheitsstaates ist.

Dr. Kong argumentiert, dass die Reform ein Beispiel für symbolische Dezentralisierung darstellt: Drei im Gesetz verankerte rechtliche Mechanismen ermöglichen es der Zentralregierung, operative Zuständigkeiten zu übertragen und gleichzeitig die institutionelle Kontrolle zu behalten. Die Arbeit nutzt das Subsidiaritätsprinzip als analytischen Rahmen und zieht den deutschen Föderalismus als Vergleichsbeispiel heran, bei dem die Subsidiarität innerhalb einer verfassungsrechtlich verankerten föderalen Ordnung wirkt und nicht, wie im portugiesischen Fall, auf der Grundlage eines Einheitsstaats.

Persönliche Website von Dr. Kong

Dr. Andrew Khakula

Juli – September 2026
Dozent an der Juristischen Fakultät der Africa Nazarene University (Kenia)

Dr. Khakulas Forschungsaufenthalt wurde von Prof. Dr. Gabriele Abels, Sprecherin des EZFF-Vorstands und Inhaberin des Lehrstuhls für Vergleichende Politikwissenschaft und Europäische Integration am Institut für Politikwissenschaft der Universität Tübingen, betreut.

Als Experte für vergleichendes Verfassungsrecht, Mehrebenen-Governance, nachhaltige Entwicklung und Menschenrechte verfügt Dr. Khakula über einen Doktor der Rechtswissenschaften (LLD) der University of South Africa. Während seines Aufenthalts am EZFF führte er vergleichende Forschungen zum deutschen Finanzföderalismus und dessen Relevanz für die Stärkung der fiskalischen Dezentralisierung in Kenia durch.

Sein Projekt untersuchte, inwiefern das deutsche System der Mehrebenen-Governance – insbesondere dessen Rolle bei der Förderung des Zusammenhalts und einer ausgewogenen Entwicklung nach der Wiedervereinigung – Erkenntnisse für Kenias dezentrales Regierungssystem liefern kann. Seit der Verabschiedung der Verfassung von 2010 und der Einführung gewählter Bezirksregierungen im Jahr 2013 strebt Kenia eine fiskalische, politische und administrative Dezentralisierung an. Dr. Khakulas Forschung untersuchte, wie Erfahrungen aus dem deutschen föderalen System zu einer gerechteren regionalen Entwicklung und einer verbesserten Finanzpolitik im kenianischen Kontext beitragen können.

Seine Forschung verband vergleichende rechtliche und politische Analysen mit Expertenbefragungen, Fokusgruppendiskussionen und Besuchen bei Institutionen auf Bundes- und lokaler Ebene. Das Projekt zielte darauf ab, praktische Ansätze zur Stärkung der fiskalischen Dezentralisierung und zur Beseitigung langjähriger regionaler Ungleichheiten zu identifizieren.

Alessandro Sorpresa

September – Oktober 2024
Rechtsanwalt und Doktorand der europäischen und internationalen Rechtswissenschaften an der Universität Verona 

Alessandros Forschungsprojekt widmete sich den zentralen Problematiken und möglichen Entwicklungsperspektiven des asymmetrischen Regionalismus. Während seines Aufenthalts untersuchte er zum einen den Einfluss des Europäischen Ausschuss der Regionen auf das Mehrebenen-Regieren ('multilevel governance') in der EU. Zum anderen führte er eine vergleichende Studie zu Deutschland und Italien durch, in der er verschiedene Formen der horizontalen und vertikalen Kooperation in regionalen und föderalen Systemen betrachtete.