Institut für Evolution und Ökologie

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Koordination, Logistik, Limnochemie und Erfassung toxischer bzw. endokriner Potentiale und Wirkungen von Spurenstoffen

 

Prof. Dr. Rita Triebskorn
Universität Tübingen
Physiologische Ökologie der Tiere
Auf der Morgenstelle 5
72076 Tübingen
+49 (0) 7071 29 78 892
rita.triebskornspam prevention@uni-tuebingen.de


Prof. Dr. Heinz-R. Köhler
+49 (0) 7071 29 78890
heinz-r.koehlerspam prevention@uni-tuebingen.de


Simon Schwarz, M.sc.
+49 (0) 7071 29 78 806
84sim.schwa87spam prevention@web.de


Anja Henneberg
anja.hennebergspam prevention@googlemail.com


Diana Maier
+49 (0) 7071 29 78818
maierdianaspam prevention@gmx.de


Stefanie Krais
+49 (0) 7071 29 78 859
stefanie.kraisspam prevention@uni-tuebingen.de


Aufgaben:

  1. Projektmanagement und -koordination
  2. Planung, Koordination und Logistik der Probennahmen und Befischungen sowie der Verteilung der Proben
  3. Mit weiteren Partnern des Verbundes: Kommunikation der Ergebnisse des gesamten Projektverbundes und Öffentlichkeitsarbeit
  4. Durchführung der Exposition von Fischen und Wirbellosen an den Bypass-Stationen
  5. Durchführung und Interpretation wissenschaftlicher Untersuchungen zu
    1. Physikochemie und Limnochemie der untersuchten Gewässerabschnitte an Schussen und Argen,
    2. toxischen und endokrinen Potentialen und Wirkungen von Oberflächenwasser, Sediment und Zu- bzw. Ablaufproben der Testsyste (Kläranlagen, Regenwasserbehandlung)
    3. dem Gesundheitszustand exponierter Fische und Fischnährtiere


Ziele:
Ziel des Managements und der Koordination ist eine strukturierte Durchführung des Gesamtprojektes, in dem nach gemeinschaftlich abgesprochenen Forschungsplänen durch eine zentral organisierte Logistik z.B. bei der Gewinnung und Verteilung von Umwelt- und Gewebeproben und ein zentrales Controlling der Arbeiten aller Verbundpartner die Teilziele aller Teilprojekte fristgerecht erreicht werden und in dem die Erkenntnisse des Projektverbundes in überregionale (EU-weite) Gewässermanagementstrategien einfließen.
Zur Beantwortung der Frage nach der Effizienz der Verbesserung der weitergehenden Behandlung von Abwasser ist es das Ziel dieses Teilprojektes, Daten zu Potentialen und zur Wirkung auf Organismen für eine umfassende Beurteilung dieser Effizienz beizusteuern und so zu ermitteln, in welchem Maße die Verbesserung der Abwasserbehandlungen zu einer Verbesserung der biologisch-ökologischen Verhältnisse führen.
Ein besonderes wissenschaftliches Ziel dieses Teilprojektes besteht des Weiteren in der Beantwortung der Frage nach der Relevanz von schädlichen Potentialen in Umweltproben, wie sie durch anerkannte, jedoch artifizielle Biotests quantifiziert werden, für die tatsächlichen Wirkungen auf Organismen (hier: Fische) in ihrem Habitat.


Arbeitsschwerpunkte

  • Intensiver Informationstransfer zwischen den Projektpartnern
  • Durchführung von Probenahmen zu festgelegten Zeitpunkten
    • Limnochemie und Physikochemie
    • Charakterisierung der toxischen und endokrinen Potentiale in Umweltproben, Effekte in exponierten Organismen sowie Ermittlung des Gesundheitszustands von Biota mit verschiedenen analytischen Methoden Embryotests mit Frischen
    • Histopathologie bei Fischen
    • Biochemische Marker: Stressproteine, CyPIA1, AChE, Vitellogenin
       

Integrative Erfassung toxischer bzw. endokriner Potentiale und Wirkungen von Spurenstoffen (In vitro & In vivo)

 

Prof. Dr. Jörg Oehlmann
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Institut für Ökologie, Evolution & Diversität
Abteilung Aquatische Ökotoxikologie
Max-von-Laue-Str. 13
60438 Frankfurt am Main
Deutschland
+49 (0)69 798 42142
oehlmannspam prevention@bio.uni-frankfurt.de


Sabrina Giebner
Goethe–Universität Frankfurt am Main
Max-von-Laue-Str. 13
60438 Frankfurt am Main
+49 (0)69 798 42153
giebnerspam prevention@bio.uni-frankfurt.de


Dr. Matthias Oetken
Goethe–Universität Frankfurt am Main
Max-von-Laue-Str. 13
60438 Frankfurt am Main
+49 (0)69 798 42148
oetkenspam prevention@bio.uni-frankfurt.de


Martin Wagner
Goethe–Universität Frankfurt am Main
Max-von-Laue-Str. 13
60438 Frankfurt am Main
+49 (0)69 798 42149
wagnerspam prevention@bio.uni-frankfurt.de


Im Rahmen des Gesamtprojekts SchussenAktivplus ist es die Aufgabe der Universität Frankfurt, zur Bestimmung toxischer bzw. endokriner Potentiale und Wirkungen von Spurenstoffen an abwassertechnischen Anlagen mit sensitiven In vitro- und In vivo-Testsystemen beizutragen. Auf diese Weise soll vergleichend die Effektivität der eingesetzten technischen Maßnahmen für die Reduktion von Spurenstoffen an fünf Versuchsanlagen (drei Kläranlagen und zwei Regenüberlaufbecken) untersucht und bewertet werden. Zusätzlich werden an fünf Probestellen in der Schussen die Auswirkungen der Eintragsminderung auf das toxische und endokrine Potential direkt im Gewässer über die biologischen Effekte bei Pflanzen und wirbellosen Tieren analysiert.


Spezifische Ziele des Teilprojektes:

  • Erfassung toxischer und endokriner Potentiale im Zu- und Ablauf der fünf verschiedenen Versuchsanlagen (In vitro-Testverfahren zur Analyse androgener, anti-androgene, gentoxischer, zytotoxischer und Dioxin-ähnlicher Potentiale)
  • Erfassung endokriner Wirkungen im Zu- und Ablauf der fünf Versuchsanlagen (Reproduktionstest mit der Zwergdeckelschnecke Potamopyrgus antipodarum, der die Effekte reproduktionstoxischer Substanzen abbildet und sensitiv auf östrogenartig wirkende Substanzen wirkt)
  • Erfassung toxischer und endokriner Potentiale in Wasser- und Sedimentproben von fünf Probestellen aus der Schussen (Zusätzlich zu den bereits aufgeführten Testverfahren ein Reproduktionstest mit dem Glanzwurm Lumbriculus variegatus zum Nachweis von Entwicklungstoxizität und ein Wachstumsinhibitionstest mit Lemna minor zur Erfassung phytotoxischer Effekte)


Die einzelnen Tests integrieren dabei in ihrer Aussage über die Summe vorhandener Chemikalien mit gleichem Wirkmechanismus, so dass Wirkungen auch von solchen Substanzen erfasst werden, die ggf. chemisch-analytisch nicht nachgewiesen werden können.
 

Antibiotikaresistenz von pathogenen Keimen

 

Prof. Dr. J. Winter, PD Dr. C. Gallert
Karlsruher Institut for Technologie, KIT
Institut für Ingenieurbiologie und Biotechnologie des Abwassers
Am Fasanengarten
76131 Karlsruhe
0721-608 43274
claudia.gallertspam prevention@kit.edu


Stefanie Heß
0721-608 44117
stefanie.hessspam prevention@kit.edu


Das Teilprojekt ist im Arbeitspaket „Charakterisierung und Exposition“ angesiedelt.


In diesem Teilprojekt steht die Untersuchung der Antibiotika-Resistenz bei humanpathogenen Keimen im Fokus. Die Auswahl der untersuchten Keime erfolgte nach hygienischen Gesichtspunkten, die der Antibiotika richtete sich nach der tatsächlichen Resistenzsituation sowie dem Antibiotikaverbrauch. Bei den fäkalen Indikatororganismen werden ESBL (extented Spektrum β-Laktamasen) bei E. coli bzw. VRE (Vancomycin Resistenz) bei Enterokokken untersucht. Bei Staphylokokken steht MRSA (Methicillin resistente S. aureus) im Vordergrund.


Ziel dieses Teilprojektes ist neben der Isolierung und Identifizierung von ausgewählten pathogenen Keimen die Bestimmung der jeweiligen phänotypischen und genotypischen Antibiotikaresistenz sowie von Multiresistenz gegenüber Humanantibiotika. Zudem soll die Keim-Elimination und damit die Verringerung der Antibiotika-Resistenzausbreitung durch weitergehende oder verbesserte Abwasserreinigungsleistung der jeweiligen Kläranlagen bzw. Anlagenbestandteile im Einzugsgebiet der Schussen untersucht werden.
 

Estrogene Potentiale (E-Screen)

 

Prof. Dr. J.W. Metzger
Universität Stuttgart
Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft
Bandtäle 2
70569 Stuttgart
joerg.metzgerspam prevention@iswa.uni-stuttgart.de


Dr. Bertram Kuch
Universität Stuttgart
Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft
Bandtäle 2
70569 Stuttgart
bertram.kuch@iswa.uni-stuttgart.de

Als Proliferationstest mit menschlichen Brustkrebszellen nimmt der E-Screen-Assay in der Hierarchie der im Gesamtprojekt eingesetzten Ursache-Wirkung-Testsysteme eine Mittelstellung ein.


Ziel: Eine Zielstellung des Teilprojekts ist die Bestimmung des integrierenden Parameters „Estrogene Gesamtaktivität“ in Proben ausgewählter Oberflächengewässer (Schussen, Argen), in Abwasser und Sedimenten mit der Vorgabe, den zentralen Datensatz des Gesamtprojektes zu ergänzen und zu erweitern. Mit der niedrigen Bestimmungsgrenze von < 0,1 ng/L 17β-Estradiol-Konzentrationsäquivalenten können mit dem E-Screen-Assay umweltrelevante Konzentrationsbereiche erfasst werden.


Arbeitsschwerpunkte:
» Erfassung der Belastungssituation von Oberflächengewässern und die Charakterisierung von Eintragsquellen.
» Bestimmung von wassergelösten und partikelgebundenen Anteilen der Aktivität, die Rückschlüsse auf die Eintragsart der aktiven Substanzen und die Effizienz von Eliminationsstrategien sowohl auf Basis einfacher Partikel abtrennender Maßnahmen als auch weitergehender Abwasserreinigungstechnologien erlaubt.
» Zuordnung der estrogenen Aktivität und möglicher toxischer Effekte auf Stoffgruppen durch Fraktionierungen von Probenextrakten.
 

In vitro-Reportergen-Biotest

 

Dr. Ludek Blaha
Masaryk University, RECETOX, Brno
+420-549493194
blahaspam prevention@recetox.muni.cz


Spezifische in vitro-Reportergen-Assays, die im vorliegenen Projekt eingesetzt werden sollen, wurden zum Zweck der Detektion von unterschiedlichen toxischen Potentialen auf der Basis ihrer jeweiligen biochemischen Wirkung (z.B. Dioxin-ähnliche Effekte, Endokrine Disruption oder mutagene Wirkung) entwickelt. Diese Biotest geben keine Information zur chemischen Zusammensetzung von Proben sondern weisen das Ausmaß ihrer biologische Aktivität (Toxizität) nach. In diesen Biotests werden genetisch modifizierte, stabil mit Reportergenen transfizierte humane Zelllinien, Bakterien oder Hefen eingesetzt. Eingesetzte Reportergene codieren für Proteine, die in den verwendeten Zellen normalerweise nicht vorhanden sind (z.B. Luciferase aus Leuchtkäfern), in den transfizierten Zellen  jedoch spezifisch durch Chemikalien mit definiertem Wirkmodus induziert werden. So können mit einer Batterie an Biotests detaillierte Informationen zum toxischen Potential von Umweltproben (z.B. Oberflächenwasser, Klärwasser, Sedimente, Böden) erhalten werden.


Die folgenden Biotests sollen im Projekt eingesetzt werden: 

  • Dioxin-ähnliche Toxizität: Der Biotest mit Hepatoma H4IIE.luc-Zellen aus Ratten erlaubt Aussagen zur Wirkung von Dioxin-ähnlichen Substanzen durch Induktion der Expression eines Luciferase-Gens unter Kontrolle des Arylhydrocarbonreceptors, AhR.
  • Östrogene Wirkung: Der potentielle Effekt endokriner Disruptoren, die Feminisierungen verursachen, wird mit der humanen Brustkrebszelllinie MVLN, welche stabil mit einem Luciferase-Reportergen unter der Kontrolle des Östrogenreceptors (ER) transfiziert wurde, quantifiziert.
  • Androgene und antiandrogene Wirkung: Androgene und antiandrogene Potentiale von Endokrinen Disruptoren werden mit Reportergen-transfizierten Hefezellen bestimmt.
  • Genotoxische Wirkung: Hierzu wird der Genotoxizität indizierende SOS-Chromotest eingesetzt. In diesem Biotest mit transfizierten E. coli-Bakterien wird die Expression eines β-Galaktosidase-Reportergens, welches unter der Kontrolle der zellulären SOS-Antwort steht, nach DNA-Schädigung induziert.
     

Rückhalt, Eintrag und Verbleib von Fäkalkeimen

 

Dr. Herbert Löffler
Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg
Institut für Seenforschung
Argenweg 50/1
88085 Langenargen
+49 (0) 7543-304-0
isfspam prevention@lubw.bwl.de


Dr. Harald Hetzenauer
+49 (0) 7543-304-0
isf@lubw.bwl.de
Dr. Hans Güde
+49 (0) 7543-304-0
isfspam prevention@lubw.bwl.de


Kurzbeschreibung
Mit dem Teilprojekt werden praxisorientierte Fallbeispiele zur Erfolgsbewertung neuer Technologien der Abwasserreinigung im Hinblick auf die Keimbelastung von Gewässern bereitgestellt. Darüber hinaus trägt es zur Fortschreibung von Gewässerschutz-Konzeptionen im Hinblick auf mikrobielle Belastungen bei.

Ziel
Ziel des Teilprojektes ist die Erfolgskontrolle für weitergehende Maßnahmen zur Abwasserbehandlung in Bezug auf die Fäkalkeimbelastung (E.coli und intestinale Enterokokken) sowie die Bewertung der Ergebnisse vor dem Hintergrund zusätzlicher Belastungsquellen im Einzugsgebiet.

Arbeitsschwerpunkte
Emissionsbezogene Erfolgskontrollen durch Vergleich der Effizienz des Rückhalts von Fäkalkeimen in Kläranlagen, Regenüberlaufbecken (RÜB) und Retentionsbodenfiltern (RBF) vor und nach Ausbaumaßnahmen sowie immissonsbezogene Untersuchungen der Keimbelastung des Flusses einschließlich von Flusssedimenten.
 

Environmental Biomarkers et Bioindicators

 

Dr. Magali RAULT, Associate Professor
Institut Mediterraneen de Biodiversite et d'Ecologie marine et continentale
Pole Agrosciences 301 rue Baruch de Spinoza
BP 21239, 84916 Avignon cedex 9
France
[+33] 4 90 84 22 04
magali.raultspam prevention@univ-avignon.fr


“Environmental Biomarkers and Bioindicators”: The investigations conducted in our laboratory aimed to study effects of pollutants on aquatic and terrestrial ecosystems. In particular biochemical and behavioral biomarkers are used on different organisms in order (i) to assess impact of pesticides used under different management strategies in orchards, and (ii) to develop alternative methods such as potential biological control agents (spiders, earwigs).


The measurements of biochemical biomarkers currently used are B-esterases activities (acetylcholinesterases (target of most of the insecticides) and carboxylesterases) and enzymes involved in oxidative stress and detoxifying pathways (catalase, glutathione-S transferase).


In particular, B-esterases are analyzed in brains of chub (Döbel) (Leuciscus/Squalius cephalus) and Schneider (Alburnoides bipunctatus).
 

Chemische Analytik von Wasser-, Sediment- und Fischproben

 

Marco Scheurer
DVGW-Technologiezentrum Wasser (TZW) Karlsruhe
Abteilung Analytik
Karlsruher Straße 84
76139 Karlsruhe
Germany
+49 (0)721 9678-255
marco.scheurerspam prevention@tzw.de


Dr. Doreen Richter
DVGW-Technologiezentrum Wasser (TZW) Karlsruhe
Karlsruher Straße 84
76139 Karlsruhe
Germany
+49 (0)721 9678-138
doreen.richterspam prevention@tzw.de


Das Technologiezentrum Wasser (TZW) in Karlsruhe widmet sich als Einrichtung des DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V.) den technisch-wissenschaftlichen Fragestellungen rund um das Wasser. Im Rahmen des SchussenAktivplus-Projektes ist das TZW für die chemische Analytik verantwortlich.


Am TZW wird mittels modernster Analyseverfahren (Gaschromato-graphie/Massen¬spektromterie oder Flüssigchromatographie/Tandem¬massen-spektrometrie) die chemische Beschaffenheit von Abwasser- und Oberflächen¬wasserproben, von Sedimenten und Biota untersucht. Diese chemisch-analytischen Untersuchungen ermöglichen es die direkten Auswirkungen der weitergehenden Abwasserbehandlung zu erfassen. Die Auswirkungen der Maßnahmen lassen sich am schnellsten durch die Analyse von Wasserproben feststellen. Eine verbesserte Abwasser¬behandlung sollte sich unmittelbar in einem nachweisbaren Rückgang der Konzentration an Mikro¬verunreinigungen in den Kläranlagenabläufen und im Vorfluter zeigen.


Jedoch sind ergänzende Untersuchungen nötig, um Aussagen über hydrophobe Stoffe wie polychlorierte Biphenyle (PCB) oder polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) ableiten zu können. Diese Stoffe liegen aufgrund ihrer hydrophoben Eigenschaften praktisch nicht in gelöster Form in der Wasserphase, sondern nahezu ausschließlich an Feststoffe sorbiert vor. Aus diesem Grund kann nur die Analyse von Feststoffproben, beispielsweise Sedimenten, konkrete Aussagen über die Belastungssituation liefern.


Das Untersuchungsprogramm orientiert sich an bisherigen Erkenntnissen aus vorangegangenen Projekten über die Belastung der Schussen mit Mikroverunreinigungen. Es werden u.a. Pflanzenschutzmittel (PSM) und PSM-Metabolite, Arzneimittelrückstände, hormonell wirksame Stoffe, Flammschutzmittel, synthetische Komplexbildner und künstliche Süßstoffe, aber auch Schwermetalle in regelmäßigen Abständen analysiert. Insgesamt umfasst das Untersuchungsprogramm mehr als ca. 165 Einzelstoffe.
 

Abwassertechnische Umsetzung von Maßnahmen zur weitergehenden Entnahme von Mikroverunreinigungen und Keimen

 

Dr.Ing. Klaus Jedele
Dr.Ing. Jedele und Partner GmbH
Industriestraße 2
70565 Stuttgart
jedelespam prevention@jupgmbh.de


Dipl.Ing. Michael Müller
Dr.Ing. Jedele und Partner GmbH
Industriestr. 2
70565 Stuttgart
0711 / 990 39-11
muellerspam prevention@jupgmbh.de


Durch die Kombination verschiedener Technologien soll der Rückhalt und die Entnahme von Mikroschadstoffen und Keimen in Kläranlagen und Regenwasserbehandlungsanlagen verbessert werden. Jedele und Partner übernimmt die technische Betreuung und Optimierung verschiedener Anlagen im Landkreis Ravensburg (AZV Mariatal), in der Gemeinde Merklingen sowie den Städten Tettnang und in Eriskirch (AV Unteres Schussental).


Für das Einzugsgebiet der Schussen soll anhand der ermittelten Ergebnisse und Erkenntnisse bilanziert werden, welche Entnahmewirkungen erreichbar wären, wenn die untersuchten Systeme zum Einsatz kämen und welche Investitions- und Betriebskosten dadurch entstehen.


Teilprojekt 1 - Nachgeschaltete Abwasserbehandlung oxidativ und adsorptiv
Die Kläranlage Langwiese des AZV Mariatal verfügt ab Anfang 2013 über eine Anlage, in der pulverisierte Aktivkohle nach der biologischen Stufe und vor dem nachgeschalteten Flockungsfilter zugegeben werden kann. Die Wirkung dieser Anlage soll gezielt untersucht und optimiert werden, um eine möglichst hohe Entnahmewirkung sicherzustellen.


Teilprojekt 2 - Nachgeschaltete Abwasserbehandlung oxidativ und adsorptiv
In der Kläranlage Eriskirch des AZV Unteres Schussental wird ein Abwasserteilstrom vor der Schnellsandfiltration mit Ozon versetzt und dessen oxidative Wirkung in Verbindung mit der Filtration beurteilt. Das filtrierte Abwasser wird danach über einen mit granulierter Aktivkohle gefüllten Adsorber (Festbettfilter) geleitet. Damit könnte hinsichtlich der Mikroverunreinigungen und Keime durch die Kombination von Oxidation und Adsorption die höchste Entnahmewirkung erzielt werden.


Teilprojekt 3- Ozonzugabe vor einem Langsamsandfilter
In der Kläranlage Merklingen wird die oxidative Wirkung von Ozon in Kombination mit einem vorhandenen Langsamsandfilter exemplarisch für kleine Kläranlagen untersucht.


Teilprojekt 4 - Regenwasserbehandlung mit erweitertem Feststoffrückhalt
Die Wirkung von Regenüberlaufbecken beruht auf der Abscheidung und dem Rückhalt von Feststoffen. Um die Leistungsfähigkeit derartiger Becken zu erhöhen, kann die Absetzfläche durch den Einbau von Lamellen vergrößert werden. Am RÜB Mariatal der Stadt Ravensburg wird exemplarisch ermittelt, ob der Feststoffrückhalt durch den Einsatz eines Lamellenklärers verbessert werden kann.


Teilprojekt 5 - Regenwasserbehandlung mit Nachreinigung im Retentionsbodenfilter
Die Entnahmeleistung von Retentionsbodenfiltern in Bezug auf Mikroverunreinigungen und Keime ist weitgehend unbekannt. Entsprechende Untersuchungen werden an einem Retentionsbodenfilter der Stadt Tettnang durchgeführt.
 

Kommunikation und Dissemination

 

Dipl. ing. agr. und Dipl. jour Jutta Schneider-Rapp
Ökonsult Gbr
Gerberstr. 9
70178 Stuttgart
+49 (0) 711 674 474 60
infospam prevention@oekonsult-stuttgart.de


Dipl. päd. Klaus Amler
amlerspam prevention@oekonsult-stuttgart.de


Kurzbeschreibung
Während bei vielen wissenschaftlichen Projekten lediglich am Ende die Ergebnisse publiziert werden, und das auch „nur“ einer Fachöffentlichkeit, begleitet die Kommunikation das Projekt Schussen¬Aktivplus von Anfang an. Diese kommunikative Projektbegleitung und die Einbeziehung einer breiten Öffentlichkeit sind innovativ. Dabei sind die Methoden der Öffentlichkeitsarbeit genauso vielfältig wie die Zielgruppen, die erreicht werden sollen.


Ziel
Ziel der Kommunikation ist die Einbindung gesellschaftlicher Gruppen „für die Etablierung eines effektiven Risikomanagements und eines vorsorgenden Umwelt- und Gesundheitsschutzes“. Mit einer offensiven Informationspolitik sollen Zweckverbände und Kommunen von effektiveren Klärwerken überzeugt und die Bevölkerung zur Mitarbeit motiviert werden. Darüber hinaus gilt es, die Ergebnisse der Untersuchungen einer fachlichen und wissenschaftlichen Öffentlichkeit umfassend zu vermitteln.


Arbeitsschwerpunkte

  • Identifikation aller Zielgruppen und Ermittlung der für sie passenden Kommunikationskanäle
  • Erstellung von Basismaterialen wie Flyer und Homepage
  • Informationsveranstaltungen für Fachpublikum und Führungen für die örtliche Bevölkerung in
  • Zusammenarbeit mit der Volkshochschule
  • Pressearbeit für Fachmedien und regionale Medien
  • Symposium für Wissenschaftler
     

Betreuung der Bypass-Stationen

 

Michael Weyhmüller
Biologiebüro
08380-9839907
infospam prevention@biologiebuero-weyhmueller.de


Im Rahmen des Projektes SchussenAktivplus ist das Büro Weyhmüller für die technische Betreuung der Bypass-Stationen an der Schussen und der Argen verantwortlich.


Das Biologiebüro Weyhmüller wurde 1995 gegründet. Der Tätigkeitsschwerpunkt des Büros lag zunächst im Bereich ökologischer und limnologischer Erhebungen in Zusammenhang mit Uferrenaturierungen am Bodenseeufer. Nach wie vor ist die Bearbeitung angewandter limnologischer und ökologischer Fragestellungen ein wichtiges Tätigkeitsfeld des Büros. Ein zweiter Schwerpunkt sind Projekte im Bereich des Umweltmonitoring und der Umweltmesstechnik.
 

Gewässerökologische Untersuchungen

 

GÖL Starzach
Dr. Karl Wurm
Gewässerökologisches Labor
Tulpenstr. 4
72181 Starzach
07483-912179
glw.k.wurmspam prevention@t-online.de


Das Gewässerökologische Labor von Dr. Karl Wurm führt das Monitoring zum Makrozoobenthos (am Gewässergrund lebende Organismen wie Kleinkrebse, Insekten, Schnecken, und Würmer) in der Schussen durch.


Die Aufnahmen finden zweimal im Jahr statt, um den jahreszeitlichen Aspekt der Besiedlung sowie die Auswirkungen verschiedener Abfluss- und Witterungsverhältnisse im Frühjahr und Herbst erfassen zu können. Dabei wird die flächenbezogene Aufnahme des Makrozoobenthos nach dem Multi-Habitat-Sampling-Verfahren (WRRL) angewendet. Des Weiteren wird über Fänge erwachsener Insekten (Käscherung der Ufervegetation und Lichtfallenfänge) die Determination und Differenzierung “schwieriger Arten” ermöglicht und die Taxaliste vervollständigt. Besonderes Augenmerk wird bei der Untersuchung auf die Sedimentbewohner (Würmer, Zuckmückenlarven) und auf die Gammariden (Bachflohkrebse) zur Bestimmung der Toxizität gelegt.
 

Fachliche und regionale Öffentlichkeitsarbeit

 

Peter Rey

Hydra Konstanz - Institut für angewandte Hydrobiologie

Fürstenbergstr. 25

78467 Konstanz

07531-924 000

p.reyspam prevention@hydra-institute.com

Als Kenner der regionalen Fliessgewässersysteme, deren Lebewelt und Belastungssituation berät HYDRA das Team bei gewässerökologischen Fragen, unterstützt es bei methodischen Überlegungen und hilft bei der Öffentlichkeitsarbeit. Konkret heißt das:

  • Identifikation von Zielgruppen der Öffentlichkeitsarbeit
  • Bildbeschaffung und Recherchen
  • Organisation von Veranstaltungen für Fischer und die örtliche Bevölkerung

Peter Rey von Hydra ist Ko-Autor des von der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg herausgegebenen Buches „Die Schussen - Bilanz der Belastung eines Bodenseezuflusses“.
 

Einbinden der Ergebnisse von SchussenAktivplus in die Europäische Donauraumstrategie

 

Steinbeis-Donau-Zentrum

Jürgen Raizner

Steinbeis-Donau-Zentrum | Steinbeis-Innovations-Zentrum

Willi-Bleicher-Str. 19

70174 Stuttgart

Deutschland

raiznerspam prevention@danube-center.com

Die Arbeiten des Konsortiums im Forschungsprojekt „SchussenAktivplus“ führt zu Erkenntnissen, die international von Bedeutung sind. Das 2011 gegründete Steinbeis-Donau-Zentrum ist in 14 Ländern des erweiterten Donauraums aktiv. Ziel ist die Umsetzung der Europäischen Donauraumstrategie. Die weitreichende Vernetzung des Steinbeis-Donau-Zentrums erlaubt die Übertragung der Schussen-Erfahrungen auf Regionen im gesamten Donauraum.
Jürgen Raizner, Leiter und Gründer des gemeinnützigen Steinbeis-Donau-Zentrums gehört dem Steinbeis-Verbund seit 20 Jahren an. Er leitet bei Steinbeis zudem das Transferzentrum Ost-West-Kooperationen und ist Geschäftsführer der Steinbeis Transfer Management GmbH in Bukarest. Alle drei Zentren sind Teil des gut 1.000 Zentren umfassenden Steinbeis-Verbunds, der weltweit im konkreten, umsetzungsorientierten Wissens- und Technologietransfer aktiv ist.
 

Nachgeschaltete Abwasserbehandlung adsorptiv / Pulverkohle vor Schnellsandfilter und Regenwasserbehandlung mit erweitertem Feststoffrückhalt

 

Ralph-Michael Jung

AZV Mariatal / Stadt Ravensburg

Seestraße 36

88214 Ravensburg

0751 / 82-264

ralph-michael.jungspam prevention@ravensburg.de

 

a) Die Kläranlage Langwiese des AZV Mariatal verfügt ab Ende 2012 über eine Anlage, in der pulverisierte Aktivkohle nach der biologischen Stufe zugegeben werden kann. Die Wirkung dieser Anlage soll gezielt untersucht und optimiert werden, um eine möglichst hohe Entnahmewirkung sicherzustellen.

b) Die Wirkung von Regenüberlaufbecken beruht auf der Abscheidung und dem Rückhalt von Feststoffen. Um die Leistungsfähigkeit derartiger Becken zu erhöhen, kann die Absetzfläche durch den Einbau von Lamellen vergrößert werden. Ob dadurch ein Effekt bezüglich der Mikroverunreinigungen und Keime zu verzeichnen ist, kann exemplarisch am RÜB Mariatal der Stadt Ravensburg durch Versuche ermittelt werden.

 

Ziel

a) Es wird die Entnahmewirkung hinsichtlich Mikroverunreinigungen durch den Einsatz pulverisierter Aktivkohle im großtechnischen Maßstab optimiert.

b) Es wird die Auswirkung einer verbesserten Feststoffabscheidung bei der Regenwasserbehandlung auf die Verminderung von Mikroverunreinigungen ermittelt.

 

Arbeitsschwerpunkte

» Kläranlage Langwiese / AZV Mariatal

  • adsorptive Wirkung von Pulverkohle nach der biologischer Reinigung

» RÜB Mariatal / Stadt Ravensburg

  • Verbesserter Feststoffrückhalt bei der Regenwasserbehandlung
     

Nachgeschaltete Abwasserbehandlung (oxidativ und adsorptiv) im Unteren Schussental und Regenwasserbehandlung mit Nachreinigung im Retentionsbodenfilter der Stadt Tettnang

 

Andreas Schmid

AV Unteres Schussental

Theodor-Heuss-Platz 1

88074 Meckenbeuren

a.schmidspam prevention@meckenbeuren.de

 

a) In der Kläranlage Eriskirch des AV Unteres Schussental wird ein Abwasserteilstrom vor der Schnellsandfiltration mit Ozon versetzt und dessen oxidative Wirkung in Verbindung mit der Filtration beurteilt. Das filtrierte Abwasser wird danach über einen mit granulierter Aktivkohle gefüllten Adsorber (Festbettfilter) geleitet. Damit könnte hinsichtlich der Mikroverunreinigungen und Keime durch die Kombination von Oxidation und Adsorption die höchste Entnahmewirkung erzielt werden.

b) Werden weitergehende Anforderungen an die Verminderung der Schmutzfrachteinleitungen bei Niederschlagsereignissen aus einem Mischsystem gestellt, wird in den meisten Fällen dem Klärüberlauf ein Retentionsbodenfilter nachgeschaltet. Die Retentionsbodenfilter erfordern relativ große Flächen und können deshalb meist nur im ländlichen Bereich oder in Außenbereichen angeordnet werden. Die Wirkung dieser Filter auf die Mikroverunreinigungen und Keime ist weitgehend unbekannt. Entsprechende Untersuchungen sind an einem Retentionsbodenfilter der Stadt Tettnang möglich.

Ziel: 

a) Es wird die Entnahmewirkung hinsichtlich Mikroverunreinigungen und Keimen durch die Kombination von Oxidation, Filtration und Adsorption in der Kläranlage Eriskirch des AV Unteres Schussental ermittelt.

b) Es wird die Wirkung eines Retentionsbodenfilters auf Mikroverunreinigungen und Bodenkeime am Beispiel der Stadt Tettnang untersucht.

Arbeitsschwerpunkte:

» Kläranlage Eriskirch / AV Unteres Schussental

  • oxidative Wirkung von Ozon in Kombination mit der Filtration
  • adsorptive Wirkung von Kornkohle nach Ozonung und Filtration

» Retentionsbodenfilter / Stadt Tettnang

  • Wirkung eines Retentionsbodenfilters im Ablauf eines Regenüberlaufbeckens (RÜB).
     

Ozonzugabe vor einem Langsamsandfilter

 

Sven Kneipp

Gemeinde Merklingen

Hauptstraße 31

89188 Merklingen

sven.kneippspam prevention@merklingen.de

Bei kleinen Kläranlagen im ländlichen Bereich wird der Ablauf der Nachklärung oftmals mit einem Langsamsandfilter weitergehend gereinigt. Um neben dem Feststoffrückhalt auch eine oxidative Wirkung zu erzielen, kann der Zulauf zum Langsamsandfilter mit Ozon versetzt werden. Die Kläranlage Merklingen verfügt über einen derartigen Filter, so dass die oxidative Wirkung des Ozons in Kombination mit dem, insbesondere für kleine Kläranlagen in Frage kommenden, natürlichen Verfahren in dieser Kläranlage exemplarisch untersucht werden kann.

Ziel: Es wird die Entnahmewirkung hinsichtlich Mikroverunreinigungen und Keime durch die Kombination von Oxidation und Langsamsandfiltration nach biologischer Reinigung in der Kläranlage der Gemeinde Merklingen ermittelt.

Arbeitsschwerpunkte:

Oxidative Wirkung von Ozon in Kombination mit der Filtration im Langsamsandfilter bei kleinen Kläranlagen