Tübingen School of Education (TüSE)

Wissenschaft begeistert

Anmeldung

Die Anmeldung für Veranstaltungen im Sommerhalbjahr 2026 ist zwischen dem 2. und 15. März unter folgendem Link möglich:

https://s2survey.net/Wissenschaftbegeistert_Anmeldung/

 

Aktuelle Veranstaltungen im Sommerhalbjahr 2026

Das Bundesverfassungsgericht, die Kirchen & Co.: Auf dem Weg zu einem neuen Gesetz zum Assistierten Suizid

In der Veranstaltung lernen die Schüler:innen verschiedene Positionen zum Thema „Assistierter Suizid“ kennen. In Gruppen erarbeiten sie eigene Positionierungen und mögliche Säulen für ein neues Gesetz, das ihren eigenen Überzeugungen und den Vorgaben des BVerfG entspricht. Im Fokus steht dabei nicht das klassisch-ethische „Pro/Contra“ – sondern die Entwicklung von Kompetenzen, verschiedene Überzeugungen zu einem komplexen Sachverhalt verbinden zu können.

Dr. Simon Linder, Universität Tübingen, Lehrstuhl für Praktische Theologie

Finanzen verstehen – Warum Finanzwissen zählt

Wie fit sind wir in Finanzfragen und warum macht das Geschlecht hierbei oft einen Unterschied? In dieser Veranstaltung reflektieren die Schüler:innen ihre eigene Wirtschafts- und Finanzkompetenz und setzen sich mit deren Relevanz für alltägliche und zukünftige finanzielle Entscheidungen auseinander. 

Gemeinsam erarbeiten wir, wie Wirtschafts- und Finanzkompetenz in der Forschung gemessen wird und wie Schüler:innen aus Baden-Württemberg in aktuellen Studien abschneiden. Zudem gehen wir Geschlechterunterschieden in der Wirtschafts- und Finanzkompetenz auf den Grund und diskutieren deren Ursachen und Folgen.

Ziel der Veranstaltung ist es, Schüler:innen einen Einblick in die aktuelle Forschung zu Wirtschafts- und Finanzkompetenzen zu ermöglichen und anhand anschaulicher Beispiele Finanzbildung greifbar zu machen.

Lucy Haag, Universität Tübingen, Lehrstuhl für Ökonomische Bildung und Wirtschaftsdidaktik

Geschichtsbezogene Erklärvideos auf dem Prüfstand

Die Russische Revolution in knapp 20 Minuten? Ob als Last-Minute-Rettung vor der Klassenarbeit oder zur schnellen Info über das Weltgeschehen: Erklärvideos werden von Jugendlichen oft und gerne gerade auch zu schulischen Zwecken genutzt. Doch lassen sich komplexe historische Ereignisse wirklich in wenigen Minuten abhandeln? In dieser Veranstaltung schauen wir uns gemeinsam an, was ein (nach wissenschaftlichen Kriterien) „gutes“ Erklärvideo ausmacht. Außerdem nehmen wir gemeinsam geschichtsbezogene Erklärvideos auf den Prüfstand und recherchieren zu deren Inhalt gemäß den Prinzipien des „Civic Online Reasoning“. Ziel ist es nicht, Erklärvideos pauschal als unzureichend zu verurteilen, sondern das Medium kritisch unter die Lupe zu nehmen und zu prüfen, was wir von diesem erwarten können – und was nicht.

Theresa Hermann-Huang, Universität Tübingen, Lehrstuhl für Ökonomische Bildung und Wirtschaftsdidaktik

Klimawandel sichtbar machen: Mit Satellitenbildern Veränderungen auf der Erde verstehen

Der Klimawandel ist für viele Menschen abstrakt und schwer greifbar. Anhand seiner Folgen (z.B.  Gletscherrückgang oder Trockenheit) lassen sich klimatische Prozesse jedoch mithilfe moderner Fernerkundung sichtbar machen. Die Veranstaltung gibt Einblicke in die geowissenschaftliche Arbeit mit Satellitendaten als wertvolle objektive Quelle für Umweltinformationen. In Teams recherchieren, visualisieren und untersuchen die Schüler:innen unter Anleitung geeignete Aufnahmen unterschiedlicher Phänomene im Copernicus Browser, einem frei zugänglichen Portal der Europäischen Weltraumbehörde. Gemeinsam reflektieren wir die Potenziale und Grenzen dieser Daten und wie sie unsere räumliche Analyse- sowie Urteilskompetenz stärken.

Dr. Andreas Braun, Universität Tübingen, Geographisches Institut

Mittelalterliche Mystik im Fokus – Aussprechen und aufschreiben, was unfassbar ist

Wie gelingt es, von etwas zu schreiben, das eigentlich nicht in Worte gefasst werden kann? Wie schaffen wir es, starke Gefühle und Empfindungen zu Papier zu bringen? Texte mittelalterlicher Mystik stehen genau vor diesem Problem. Das Hauptthema des Textgenres ist die Vereinigung von Seele und Gott. Hier geschieht etwas Unaussprechliches, aber Mystikerinnen und Mystiker schaffen es trotzdem von dieser Begegnung zu schreiben. Auf welche Weise dies gelingen kann, erarbeiten die Schüler:innen beispielhaft am Text „Das fließende Licht der Gottheit“ Mechthilds von Magdeburg, einer Mystikerin aus dem 13. Jahrhundert und erleben so wie die Forschung der Germanistik aussehen kann.

Angelika Frescher-Molitor, Universität Tübingen, SFB „Andere Ästhetik“

Tierversuche auf dem Prüfstand: Wie die 3R-Prinzipien Forschung nicht nur wirksamer, sondern auch tierversuchsfrei machen können

In der Veranstaltung setzen sich die Schüler:innen mit Alternativen zu Tierversuchen in der modernen Forschung auseinander. Gemeinsam erarbeiten wir die Bedeutung der 3R-Prinzipien (Replace, Reduce, Refine) im Umgang mit Tierversuchen und bewerten deren ethischen und wissenschaftlichen Nutzen für die heutige Forschung. Wir diskutieren die Problematik der Übertragbarkeit und weshalb human‑relevante Forschung an Bedeutung gewinnt: Da rund 90 % der Tierversuche nicht auf den Menschen übertragbar sind, braucht es Methoden, die direkt mit menschlichem Material arbeiten. Als konkretes Replace‑Beispiel analysieren wir die Organ‑on‑Chip-Technologie– eine Technologie, die miniaturisierte menschliche Organe auf Chips nutzt, um Medikamente realitätsnah zu testen und wägen gemeinsam die Potenziale und Grenzen dieser Methode ab.

Dr. Pauline Jeckel, Universitätsklinikum Tübingen, Institut für Biomedical Engineering

Trauer und Stigma nach Fehlgeburten – Wie Forschung Betroffenen helfen kann

Schwangerschaftsverlust ist ein untererforschtes und gesellschaftlich stigmatisiertes Thema, obwohl statistisch gesehen jede vierte Frau mindestens einmal im Leben diese Erfahrung macht. Oft bleiben Betroffene danach allein mit ihrer Trauer. Im Rahmen dieser Veranstaltung schauen wir uns gemeinsam ein Forschungsprojekt des Universitätsklinikums Tübingen an, das dieses Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Gemeinsam erarbeiten die Schüler:innen wissenschaftliche Erkenntnisse über Schwangerschaftsverlust und die psychischen Folgen, hinterfragen kritisch gesellschaftliche Vorstellungen und Stigmata und erörtern, wie Forschung und gesellschaftlicher Wandel dazu beitragen können, das Tabu zu brechen. Ziel der Veranstaltung ist es, Empathie zu fördern, Wissen über psychische Gesundheit zu vertiefen und die Rolle der Forschung in sozialen Veränderungsprozessen aufzuzeigen.  

Jonas Fischer, Universitätsklinikum Tübingen, Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Was Dinge wissen: Dem Alltag auf der Spur!

In dieser Veranstaltung beschäftigen sich die Schüler:innen mit der Bedeutsamkeit und Materialität von Alltagsgegenständen aus empirisch-kulturwissenschaftlicher Perspektive. Sie untersuchen selbst mitgebrachte Dinge aus ihrem Alltag wie z.B. Kleidung, Smartphones oder Haushaltsobjekte und erarbeiten dabei, welche Bedeutungen, Ordnungen und Routinen in deren Materialität zu finden ist. Dabei lernen sie, dass Gegenstände nicht nur praktisch nutzbar sind, sondern diese auch immer etwas über die Gewohnheiten, Werte und sozialen Beziehungen ihrer Nutzer:innen preisgeben. Durch eine Dichte Beschreibung und das Katalogisieren der Objekte, lernen die Schüler:innen zudem wie verschiedene Alltagskulturen anhand von vermeintlich gewöhnlichen Alltagsdingen sichtbar werden (Materialität von Alltagskultur).

Felix Masarovic, Universität Tübingen, Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft

Wenn alle Hunde fliegen, sind Schüler Philosophen - Wie gutes Argumentieren funktioniert

Dieser Workshop führt in die Welt der Logik und des kritischen Denkens ein. Unterstützt durch kurze Impulse erarbeiten die Schüler:innen in Gruppenphasen, wie man Argumente klar aufbaut, kritisch hinterfragt und auf ihre Stichhaltigkeit überprüft. Dabei trainieren sie die Fähigkeit, logisch zu denken, Argumente zu hinterfragen und überzeugend darzulegen - Grundfertigkeiten, die weit über die Schule hinausreichen und für das Zusammenleben in einer Demokratie unverzichtbar sind. Zusätzlich vermittelt dieser Workshop den Schüler:innen einen ersten Einblick in ein aktuelles Forschungsgebiet der Logik, das die Grenzen der Logik und des Argumentierens untersucht.

Jun.-Prof. Dr. Balthasar Grabmayr, Universität Tübingen, Philosophisches Seminar

Wie beeinflussen Umwelt und Gene unsere psychische Gesundheit? Was Epigenetik mit unserem Wohlbefinden zu tun hat

Psychische Erkrankungen betreffen viele Menschen, werden jedoch noch immer häufig stigmatisiert. In der Veranstaltung erarbeiten die Schüler:innen, wie Umweltfaktoren wie Stress epigenetische Prozesse beeinflussen und dadurch die Aktivität unserer Gene regulieren können. Ausgehend von einem Einblick in die molekular-psychiatrische Forschung setzen sich die Schüler:innen damit auseinander, wie Lebensstil und Umwelt im Zusammenspiel mit biologischen Voraussetzungen die psychische Gesundheit prägen. Ziel der Veranstaltung ist es, ein wissenschaftlich fundiertes Verständnis zu fördern, Vorurteile abzubauen und die Gesundheitskompetenz der Schüler:innen zu stärken. Dazu erarbeiten die Schüler:innen Strategien zur Stressbewältigung und lernen, wie jede und jeder aktiv zum eigenen Wohlbefinden beitragen kann. 

Prof. Dr. Vanessa Nieratschker, Universitätsklinikum Tübingen, AG Molekulare Psychiatrie, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Wirkt das wirklich? – Naturheilkunde zwischen Hausmittel und Spitzenforschung

Ausgangspunkt der Veranstaltung sind persönliche Beispiele aus der Lebenswelt der Schüler:innen zur Naturheilkunde, welche sie vorbereitend von zuhause mitbringen. Auf dieser Basis entwickeln wir eine gemeinsame Arbeitsdefinition und setzen uns kritisch mit Nutzen, Risiken und Grenzen der Naturheilkunde auseinander. Im Fokus steht dabei die Frage, warum auch niedrigschwellige Gesundheitsangebote, wie z.B. Hausmittel, wissenschaftlicher Forschung zur Prüfung ihrer Wirksamkeit bedürfen. Die Schüler:innen lernen grundlegende Logiken von wissenschaftlichen Studien kennen, formulieren eigene Forschungsfragen und entwerfen modellhaft ein einfaches Studiendesign. Eingerahmt wird die Einheit durch Einblicke in den Forschungsalltag, die persönliche Motivation für Forschungsarbeit und ihre gesellschaftliche Relevanz.

Carina Klocke, Universitätsklinikum Tübingen, Institut für Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Versorgung

Zwischen Beobachtung und Deutung: Was im Klassenzimmer unsichtbar wirkt – eine Forschungswerkstatt

In dieser Veranstaltung (Forschungswerkstatt) schlüpfen die Schüler:innen selbst in die Rolle von Unterrichtsforschenden. Anhand eines kurzen Videobeispiels beobachten sie, wie Lernende sich gegenseitig unterstützen und dabei zeitweise in Lehrer- und Schülerrollen wechseln. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht nicht die Bewertung einzelner Handlungen oder Personen, sondern das genaue Hinschauen: Was passiert eigentlich und was deuten wir nur hinein? Die teilnehmenden Schüler:innen lernen, Beobachten und Interpretieren bewusst zu unterscheiden. Darüber hinaus lernen sie Schritt für Schritt ein rekonstruktives Vorgehen anzuwenden: Wahrnehmen – Beschreiben – Deuten – mögliche Wirkungen (überlegen). Durch diesen gemeinsamen Analyseprozess werden verborgene Regeln des Zusammenarbeitens im Klassenzimmer sichtbar und die Schüler:innen erleben unmittelbar, dass unterschiedliche Perspektiven zu unterschiedlichen Wahrnehmungen führen können. 

Salwa Achahboun, Universität Tübingen, Institut für Erziehungswissenschaft

Ansprechpartnerin
Dr. Eike Wille