„Memory is about the past, the present and a
message for the future“ ~ Prof. HaeRan Shin
Diese Zeitschrift widmet sich der Analyse von Erinnerungslandschaften zur Teilung Koreas und untersucht, wie historische Brüche, Konflikte und Versöhnungsversuche im öffentlichen Raum räumlich verankert und inszeniert werden. Auf Basis der geographischen Erinnerungsforschung wird Gedenken dabei nicht als statischer Akt, sondern als dynamische soziale Praxis begriffen, die einem ständigen Wandel unterliegt.
Der inhaltliche Bogen spannt sich von einem historischen Abriss des Koreakrieges und der politischen Entwicklung seit dem Waffenstillstand 1953 bis hin zur Untersuchung konkreter Erinnerungsorte an der Demilitarisierten Zone (DMZ). Im Fokus stehen dabei drei unterschiedliche Konzepte der Erinnerungskultur: Camp Greaves, Imjingak Park und Odusan Unification Observatory.
Die Beiträge zeigen auf, dass die Erinnerung in Südkorea durch ein Spannungsfeld zwischen staatlichen Narrativen, individuellen Erfahrungen und einer zunehmenden Hybridisierung von Gedenken und Tourismus geprägt ist.
Zudem wird ein deutlicher Generationswechsel deutlich: Während für ältere Menschen persönliche Verluste im Vordergrund stehen, begegnet die jüngere Generation der Teilung oft mit einer Mischung aus Indifferenz und distanzierter Vermittlung über Bildungseinrichtungen. Letztlich wird Erinnerung als ein Prozess verstanden, der stets die Gegenwart widerspiegelt und als Botschaft an die Zukunft gerichtet ist.