Abgeschlossene Arbeiten

  • Frank Dettinger
    "Radikale Selbstbestimmung – Eine Untersuchung zum Freiheitsverständnis bei Harry G. Frankfurt, Galen Strawson und Martin Luther" (Dissertation)
    Diesem Dissertationsprojekt liegen zwei Leitfragen zugrunde: Inwiefern erscheint es angemessen, radikale Selbstbestimmung für das Freiheitsverständnis als relevant zu erachten? Und: Lässt sich radikale Selbstbestimmung im Zusammenhang einer Freiheitstheorie als möglich darstellen? Dabei wird unter radikaler Selbstbestimmung das Vermögen eines Handlungssubjekts verstanden, seine persönliche und charakterliche Beschaffenheit, aus welcher die Gründe und Ursachen seiner Entscheidungen und Handlungen resultieren, in einem unabhängigen Akt frei zu bestimmen.
    Die Arbeit enthält Darstellungen über das Freiheitsverständnis bei Frankfurt, Strawson und Luther, wobei jede dieser Darstellungen sich an den beiden Leitfragen nach Relevanz und Möglichkeit radikaler Selbstbestimmung orientiert. Wichtige Aspekte bilden die Beschreibung der angelsächsischen analytisch-philosophischen Freiheitsdebatte in ihrem Potential, Luthers Freiheitsverständnis systematisch zu erschließen, der Zusammenhang von Luthers Rechtfertigungsverständnis mit der Freiheitsproblematik sowie die Frage nach der Möglichkeit von Verantwortlichkeit.

  • Jonathan Flämig
    "Die Relevanz des Gottesbegriffs Anselms von Canterbury für die Interpretation seiner Schrift Cur Deus homo" (Dissertation)
    Das Forschungsprojekt versucht, wesentliche theologische, christologische, anthropologische sowie soteriologische Linien der Schrift Cur Deus homo von der anselmischen Bestimmung Gottes als summum bonum, summa iustitia, summa ratio, etc. her zu lesen. Das Ziel ist, dadurch gängige Kritiken an Anselms Argumentation (insbesondere – aber nicht nur – gegenüber der einflussreichen Satisfaktionslehre) besser evaluieren zu können.

  • Christian König
    "Unendlich gebildet. Schleiermachers kritischer Religionsbegriff und seine inklusivistische Religionstheologie der anhand der Erstauflage der Reden" (Dissertation)
    Jeder religiöse Mensch ist nach Schleiermacher unmittelbar durch das Unendliche gebildet. Ausgehend von dessen allgemeiner Bildungstheorie zeigt Christian König in seinem Werk die Bedeutung von Religion auf, wie sie von Schleiermacher in seinem berühmt-berüchtigten Erstlingswerk, den Reden, entwickelt wird. Er weist nach, dass Schleiermacher einen kritischen Religionsbegriff vertritt, wonach der Religion eine spezifische Sonderstellung im Ensemble der menschlichen Gemütskräfte zukommt. Zugleich zeigt der Autor auf, dass die aktuelle Relevanz dieses kritischen Religionsbegriffs darin besteht, die Vielfalt der Religionen ernst zu nehmen und es darüber hinaus erlaubt, einen Maßstab zur Bewertung ihrer konkurrierenden Geltungsansprüche zu entwickeln. Schleiermachers inklusivistische Religionstheologie wird dabei ihrerseits kritisch vom Autor analysiert.

  • Steffen Kudella
    "Empiristischer Deismus – Darstellung und Kritik der Religionsphilosophie David Humes" (Dissertation)
    David Hume gilt als einer der schärfsten Kritiker der Natürlichen Theologie. Anders als in Untersuchungen, die ihn als destruktiven Atheisten oder Agnostiker erweisen wollen, soll dieser in meinem Dissertationsvorhaben als minimalistischer Deist und als der religiösen Laienbewegung des Englischen Deismus verwandt vorgestellt werden. Seine Gottesauffassung ist eng verknüpft mit seiner Religionskritik und wird von ihm, wie gezeigt werden soll, mithilfe eines von ihm als gültig erachteten empirischen Gottesbeweises begründet. Hume strebt nicht die Auflösung Natürlicher Theologie an, sondern die radikale Einschränkung der Natürlichen Theologie auf die Überzeugungskraft ihrer empirischen Argumente.

  • Gustav Melichar
    "Die Wirklichkeit des Guten. Das Verhältnis von Sein und Sollen in Hegels Wissenschaft der Logik im Spiegel der Kierkegaardschen Kritik" (Dissertation)
    Das Dissertationsprojekt mit dem Arbeitstitel „Die Wirklichkeit des Guten. Das Verhältnis von Sein und Sollen in Hegels Wissenschaft der Logi im Spiegel der Kierkegaardschen Kritik“ untersucht zunächst die besondere Gestalt des ontologischen Gottesbeweises in Hegels Wissenschaft der Logik unter besonderer Berücksichtigung der Kantischen Argumentation gegen philosophische Theologie. In einem zweiten Schritt sollen die Hegelschen Überlegungen dann mit den Einwänden Kierkegaards konfrontiert werden, wodurch der Blick auf die Grundlegung normativer Bindungen in der WdLgerichtet wird. Die abschließenden Überlegungen zielen so auf die Verbindungsmöglichkeit des ontologischen Arguments und der Begründung normativer Gehalte im Rahmen der Hegelschen Philosophie.

  • Burkhard Nonnenmacher
    "Vernunft und Glaube bei Kant" (Habilitation)
    Teil 1 entwickelt Kants Verhältnisbestimmung von Vernunft und Glaube als Inklusionsverhältnis. In Auseinandersetzung mit der Postulatenlehre der ersten und zweiten Kritik wird Kants Vernunftglauben als bestimmtes Verhältnis von theoretischem und praktischem Vernunftgebrauch analysiert und seine Beziehung zur Architektonik der reinen Vernunft entwickelt. Ein zweiter Schritt stellt die hiermit verknüpften fundamentaltheologischen Grundentscheidungen Kants dar und zeigt zu welchen materialdogmatischen Konsequenzen diese in Kants Religionsschrift führen.
    Teil 2 fragt, was von Kants Verhältnisbestimmung von Vernunft und Glaube zu halten ist. Kants Position zum Verhältnis von Sünde, Gnade und Rechtfertigung sowie seine die Christologie, Ekklesiologie und Eschatologie betreffenden Positionierungen werden daraufhin hinterfragt, inwieweit Kant wirklich für sich in Anspruch nehmen kann, den vernünftigen Kern dieser Themen aufgezeigt zu haben.

  • Jan Schole
    "Zeit und Ewigkeit Gottes" (Dissertation)
    Vor dem Hintergrund der theologischen Diskussion um das Ewigkeitsverständnis und physikalischer Zeittheorien soll die These begründet werden, dass die Ewigkeit Gottes im vollen Sinne als Freiheit und Macht über die Zeit verstanden werden kann, das heißt als Möglichkeit, die eigene Zeitgestalt und den Bezug zur geschaffenen Zeit selbst schöpferisch bestimmen zu können. In Auseinandersetzung mit physikalischen Zeittheorien und der Spätphilosophie Schellings, in deren Zentrum ebenfalls die Freiheit Gottes steht, werden die Details dieses Ansatzes ausformuliert.

  • Johannes Schwanke
    „Securis judicat orbis terrarum“? John Henry Newmans Konversion zur römisch-katholischen Kirche aus protestantischer Perspektive (Habilitation)

  • Katharina Stichling
    "Schleiermachers Verständnis von Willensfreiheit" (Dissertation)
    Das Dissertationsprojekt untersucht Schleiermachers Verständnis von Willensfreiheit anhand ausgewählter Schriften: die Jugendschriften Freiheitsgespräch und Über die Freiheit, die Monologen, Über die Erwählung und die relevanten Paragraphen der Glaubenslehre. Um Schleiermachers Freiheitstheorie methodisch reflektiert diskutieren zu können, wird ein Analyseraster aus der aktuellen analytisch-philosophischen Freiheitsdebatte entwickelt. Vorläufige Arbeitsthese ist dabei, dass Schleiermacher eine kompatibilistische Freiheitstheorie vertritt, er in seiner Sensibilität für die bleibenden Schwierigkeiten des Kompatibilismus aber darüber hinausgehende Lösungsansätze aufzeigt. Aus der Darstellung und Kritik von Schleiermachers differenziertem Freiheitsverständnis sollen daher auch Denkanstöße für die aktuelle Freiheitsdebatte gewonnen werden.

  • Ullrich Wiedenroth
    "Unum Omnia. Thema und Genese der Tübinger Christologie im sog. Kenosis-Krypsis-Streit, systematisch-theologisch untersucht" (Dissertation)

  • Fernando Wirtz
    "Symbol und Zeitlichkeit: der Einfluss Creuzers auf die Spätphilosophie Schellings" (Dissertation)
    Dieses Forschungsvorhaben zielt darauf ab, die Verflechtungen zwischen Symbol und Mythologie in der Spätphilosophie Friedrich Wilhelm Schellings und im Denken Friedrich Creuzers herauszuarbeiten. Auf der Basis der Spätphilosophie Schellings, möchte ich zeigen, wie die Vorstellungen des Bewußtseins sich mit dem Symbolbegriff verbinden. Ebenfalls möchte ich darstellen, wie Creuzer ein wichtiger Einfluss für Schellings Spätphilosophie geworden ist.