Demonstratio Aesthetica: Kunst, Ästhetik und Theologie im Wandel der Geschichte (Wintersemester 2012-13)


1. Fragestellung, Prämissen, Methoden

1.0 Demonstratio aesthetica: Kunst und Ästhetik als Thematik der praeambula fidei

1.0.1 Kunst und Philosophie als loci theologici alieni

1.0.2 Kunst, Philosophie und Religion: Von der ancilla theologiae zu den praeambula fidei

1.0.3 Die Prämisse des Bilderverbots: Negative Theologie und Ästhetik

1.0.3.1 Gotteserkenntnis-Gottesbild-Gotteserfahrung

1.0.4 Problemfelder moderner Kunst, Kirche und Gesellschaft

1.0.5 Kunstgeschichtlicher Methodenansatz: Kunst und Funktion

2. Kunst und Religion in christlicher Kultur

2.1 Der interreligiöse Kontext: Vom Bilderverbot zum Bilderkult: Judentum, antike Religionen, Christentum, Islam

2.2 Ikonentheologie und Bilderstreit (Byzanz, Rom)

2.2.1 Das religiöse Bild in der Ostkirche

2.2.2 Das westkirchliche Bilderverständnis

2.2.3 Ars Sacra: Vom Altarbild zum religiösen Andachtsbild

2.3 Negative Theologie und Bilderverbot: Transzendenz und Immanenz

2.3.1 Die Paradoxie des religiösen Bildes (Kultbild): Darstellung des Nicht-Darstellbaren

2.3.2 Die Paradoxie religiöser Bilderfahrung (Visio): Mystische Grenzerfahrungen

2.3.3 Das Erbe religiöser Bildpraxis: Idee und Werk, Sinnlichkeit und Sinn

2.4 Vom Kultbild (Ikone der Religion) zum Kunstbild (Ikone der Kunst)

2.4.0 Ikone: Christusbild-Portrait-Selbstbildnis (Dürer, Brueghel)

2.4.1 Auflösung des Kultanspruchs im Kunstbild (Renaissance)

2.4.2 Das Heilige und das Schöne in der Kunst („iddea“)

2.4.3 Religiöse Bildtradition und allgemeine Kunsttheorie (Alberti)

2.4.3.1 G. Bellini: Pièta

2.4.3.2 Raffael: Sixtinische Madonna

2.4.3.3 L. da Vinci: Das letzte Abendmahl

2.5 Religionsverständnis und Bildverständnis in der Reformation

2.5.1 Merkbilder (L. Cranach und M. Luther; Calvin)

2.5.2 Bild (Körper) und Zeichen (Wort), Präsenz und Repräsentation

2.6 Bildkult zwischen Glaubensanspruch und Kunstanspruch (Gegenreformation und Barock)

2.6.1 Kunst als Fiktion und Religion als Wahrheit (F. Zubarán)

2.6.2 Die sinnliche Wahrnehmung der Religion (Rubens)

2.6.3 Subjektivierung und Verinnerlichung religiöser Themen in der Kunst (Rembrandt)

3. Kunst und Religion in säkularer Kultur der Moderne

3.0 Paradigmenwechsel: Von der Mimesis zur Konstruktion der Wirklichkeit

3.1 Von der Frührenaissance zur abstrakten Malerei – Vom Tafelbild zur Objektkunst

3.1.1 C.D. Friedrich, Der Mönch am Meer: ein Palimpsest

3.1.1.1 Ambivalenz von Kunst und Religion

3.1.1.1.1 Ende des Andachtsbildes – Natur, Landschaft

3.1.1.1.2 Romantik: Absolute Kunst, Kunstreligion („Kunst ohne Kunstwerk“)

3.1.1.2 Subjektivität des Künstlers statt religiöser Ikonographie

3.1.1.3 Das Erhabene: Grenze und Unbestimmtheit

3.1.2 Die Infragestellung aller bisherigen Kunstideale

3.1.2.1 Cezanne: Mont Sainte-Victoire

3.1.2.2 Picasso: Demoiselles d’Avignon

3.1.2.3 Surrealismus als Kult des Absurden

3.1.2.4 M. Duchamp’s Ready-made (1917)

3.2 Kunst und Religion, Negative Theologie und Ästhetik

3.2.1 Vermittlungsebenen von Kunst und Religion

3.2.2 Die anthropologisch-metaphysischen Zusammenhänge

3.2.3 Fiktive Zwischenwelten: Wirklichkeitserfahrungen und Selbstverständigung

3.2.4 Freiheit in der Kontemplation: ästhetisch-religiöse Erfahrung

3.3 Ikonoklasmus moderner Kunst, Transzendenz

3.3.1 Die Ikone der Moderne: „Schwarzes Quadrat“ (Malewitsch)

3.3.1.1 Interner Ikonoklasmus

3.3.2 „ Absolute Bilder“ (Ad Reinhard)

3.3.2.1 Abstraktion, coincidentia oppositorum und Negative Theologie

3.3.3 Ikonen des absoluten Gefühls (B. Newman)

3.3.3.1 Ästhetische Entgrenzungserfahrungen

3.4 Interreligiöser Kontext und interkulturelle Perspektiven

3.4.1 Ikone (Byzant. Religion), Bilderverbot (Judentum, Islam), Antibilder (Reformation) und Bildkult (Gegenref.)

3.4.2 „Spiritualität“ und „Mystik“ in der Kunst – ein interreligiöser Konsens?

3.4.3 Anikonische Tendenzen in Kunst und Kultur des ZEN-Buddhismus

Zur Vorlesung ist ein Reader erhältlich. Eine Auswahl von Bildern wird während der Vorlesung vorgestellt.