Institute of Education

Studienreise nach Italien

07. - 12.04.2024

Auf den Spuren frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung aus international vergleichender Perspektive – Der Reggio Emilia Approach

Mit drei VW-Bussen der Universität Tübingen starteten 18 Studierende gemeinsam mit den Dozen-tinnen Gabriele Müller und Petra Weiser eine 6-tägige Reise nach Italien, auf den Spuren des soge-nannten Reggio-Emilia-Approaches. Anfang der 1960er Jahre entwickelte sich in den kommunalen Kindertageseinrichtungen von Reggio Emilia ein pädagogischer Ansatz, der innerhalb kurzer Zeit in-ternational hohe Aufmerksamkeit erregt hat. Bis heute entfaltet der Ansatz weltweit eine besondere Strahlkraft für Fachkräfte und Wissenschaftler*innen. Über eine historische Stadtführung zu Beginn der Woche, konnten wir eindrückliche Einblicke in die Geschichte und den gesellschaftspolitischen Kontext der Entstehung des Reggio-Ansatzes erhalten. Deutlich wurde die Bedeutung der Demokra-tieorientierung der antifaschistischen Bewegung und der Resistenza zum Ende des zweiten Weltkrie-ges für die Entwicklung von partizipativen Bildungsorten für Kinder. Im internationalen Zentrum Loris Malaguzzi, ein Ort der Forschung und Dokumentation des Ansatzes, erhielten wir grundlegende Ein-sichten in die Bildungsphilosophie der pädagogischen Arbeit in Reggio und konnten in die alle Sinne ansprechenden Ausstellungen aus der Arbeit mit den Kindern eintauchen. Die Hospitation in einer Krippe im benachbarten Guastalla bot vielschichtige und sehr eindrückliche Einblicke in die direkte Arbeit mit den Kindern. Bemerkenswert war auch das Erleben der Verbindung von Architektur und Pädagogik. Beim nachmittäglichen Workshop mit einer Pedagogista entstand ein intensiver fachlicher Austausch über konzeptionelle und strukturelle Fragen zur Umsetzung des Reggio-Emilia-Approaches. Die letzte Station unserer Reise führte uns in die ReMida Reggio, ein kreatives Recycling Zentrum. Bei einer Führung und einem Workshop konnten wir in besonderer Weise einem weiteren Mosaikstein des Ansatzes nachgehen und den künstlerisch/ästhetisch-bildnerischen Aspekt sowohl im Dialog als auch durch direktes Erleben aufnehmen. 
Neben dem bereichernden inhaltlichen Austausch mit Fachkolleg:innen aus Italien blieb auch Zeit für den so wichtigen fachlichen und sozialen Austausch innerhalb der Reisegruppe. Wir blicken erfüllt und beglückt von den vielen beflügelnden Erfahrungen – dem Erleben einer Bildungsphilosophie, die in allen Ebenen des Systems spürbar ist – auf die Reise zurück und sind dankbar für die vielen Inspi-rationen und erweiterten Perspektiven.
(Gabriele Müller und Petra Weiser)