Nachrichtenarchiv
19.02.2026
Prof. Dr. Christina Brauner: Neu berufen an die Philosophische Fakultät
W3-Professur für Globalgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit (Philosophische Fakultät)
Christina Brauner hat zum Juni 2025 die Professur für Globalgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit übernommen. Sie studierte Geschichte und Philosophie an der Universität Münster. Anschließend war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Sonderforschungsbereich „Symbolische Kommunikation und gesellschaftliche Wertesysteme“ der Universität Münster tätig und wurde 2014 mit der Arbeit „Kompanien, Könige und caboceers. Interkulturelle Diplomatie an Gold- und Sklavenküste, 17.–18. Jahrhundert“ promoviert. Im Zentrum der Studie stehen die europäisch-afrikanischen Beziehungen und Verflechtungsprozesse an der Gold- und Sklavenküste dieser Zeit. Von 2014 bis 2018 war sie an der Universität Bielefeld als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Akademische Rätin a.Z. beschäftigt. Weitere Stationen führten sie an die Princeton University, das University College London und die Humboldt-Universität zu Berlin, bevor sie 2019 auf die Tenure-Track-Juniorprofessur für Globalgeschichte des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit nach Tübingen berufen wurde.
In ihrer Forschung beschäftigt sich Christina Brauner mit Global- und Verflechtungsgeschichte, Wirtschafts- und Handelsgeschichte, Religionsgeschichte, der Geschichte (West)Afrikas und der Atlantischen Welt vor 1850 sowie der Geschichte der Außenbeziehungen und des Völkerrechts. Für ihr zweites Buch hat sie Praktiken der Werbung zwischen dem 15. und dem 18. Jahrhundert untersucht und rekonstruiert, wie Dinge bewertet, beworben und verkauft wurden, und nimmt so Märkte als soziale Handlungsräume in den Blick. Auf diese Weise lassen sich gängige Gegenüberstellungen von „moderner“ und „vormoderner“ Ökonomie hinterfragen, die bis heute unser Denken über Märkte und mögliche Alternativen bestimmen. Sie hat verschiedene Beiträge zu Theorien und Methodik in der Globalgeschichte vorgelegt und sich mit Fragen von Zeitlichkeit und Epochenkonstruktionen sowie dem Verhältnis von Global- und Regionalgeschichte auseinandergesetzt. Darüber hinaus arbeitet sie zu globalen Christentümern, u.a. gemeinsam mit Johannes Gradel in einem DFG-Forschungsprojekt zur Kapuzinermission im Königreich Kongo im Zeitraum 1645–1715.
Franziska Hammer