Institut für Politikwissenschaft

Zurückliegende Veranstaltungen

Auf dieser Seite finden Sie eine Übersicht sowie Aufzeichnungen und Programme der vergangenen Veranstaltungen des EZFF.

26./27.02.2026: Workshop der DVPW-Themengruppe „Föderalismus“

Am 26. und 27. Februar 2026 fand der Workshop der Themengruppe „Föderalismus“ der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Zentrum für Föderalismus-Forschung (EZFF) an der Universität Tübingen statt. Ziel der Veranstaltung war es, das Thema Föderalismus und Multilevel Governance in einem intensiven Austausch innerhalb der Themengruppe zu diskutieren.

Neben Prof. Dr. Gabriele Abels, Sprecherin des Vorstandes des EZFF und Direktorin des Instituts für Politikwissenschaft an der Universität Tübingen, sowie Dr. Martin Große Hüttmann, geschäftsführendes Mitglied des Vorstandes des EZFF, nahmen insgesamt 24 weitere Wissenschaftler:innen an dem Workshop teil. Die Beiträge reichten von theoretischen und historischen Analysen bis hin zu empirischen und vergleichenden Ansätzen. Abels und Große Hüttmann präsentierten das Thema „(K)ein weiter so? Die deutschen Länder im EU-Mehrebenensystem“.

Die Veranstaltung wurde organisiert von Johanna Schnabel, Sean Müller und Jared Sonnicksen in Zusammenarbeit mit Gabriele Abels und Martin Große Hüttmann. Abschließend zeigte der Workshop erneut die Bedeutung eines intensiven fachlichen Austauschs zu föderalen Strukturen und Multilevel Governance, sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene, und eröffnete Perspektiven für weitere gemeinsame Forschungsarbeiten.

15.01.2026: "Populismus und Föderalismus - ziemlich beste Freunde?"

Am 15. Januar 2026 stellte das EZFF das „Jahrbuch des Föderalismus 2025“, das sich dem Zusammenspiel von Populismus und Föderalismus widmet, offiziell an der Universität Tübingen vor. Die Veranstaltung war eine Kooperation mit dem Institut für Rechtsextremismusforschung (IRex).

Zunächst begrüßte Prof. Dr. Gabriele Abels, Sprecherin des Vorstandes des EZFF und Direktorin des Instituts für Politikwissenschaft (IfP), die zahlreichen Gäste und stellte die Arbeit des EZFF sowie das aktuelle Jahrbuch und sein Schwerpunktthema vor. Im Anschluss diskutierte sie mit Katharina Thoms, Deutschlandradio, und Dr. iur. Alexander Gorskiy, LL.M., Universität Tübingen, Hochschule Kehl und Hochschule Ludwigsburg, darüber, ob die föderalen Strukturen der Bundesrepublik dem Aufstieg populistischer Parteien etwas entgegensetzen oder stattdessen für die Untergrabung oder gar die Abwicklung des Rechtsstaats instrumentalisiert werden können. Moderiert wurde die Gesprächsrunde von Dr. Martin Große Hüttmann, geschäftsführendes Mitglied des Vorstandes des EZFF. In seiner inhaltlichen Einführung verwies er unter anderem auf die Debatte über eine Staatsmodernisierung und eine neue Föderalismusreform, die angesichts des stetigen Aufstieges der AfD zunehmend an Fahrt aufnimmt.

Frau Thoms verwies in ihrem Eingangsstatement darauf, dass es der AfD immer häufiger gelinge, sich auf lokaler Ebene zu etablieren – etwa in Gemeinderäten – und dabei als weitestgehend „harmlos“ wahrgenommen zu werden. Dieser Gewöhnungseffekt führe de facto bei den anderen Parteien zu der Erkenntnis, dass eine Ausgrenzung bzw. Isolierung der Partei nicht länger funktioniere. Die AfD trage außerdem maßgeblich zu einer Radikalisierung des politischen Diskurses bei, was Medien in ihrer Berichterstattung zunehmend vor Herausforderungen stellt. Dies habe auch Auswirkungen auf andere Parteien, die ebenfalls zunehmend ihre Tonlage verschärfen.

Anschließend legte Dr. Gorskiy dar, welche Verfassungsstrukturen besonders anfällig für eine Unterwanderung bzw. Instrumentalisierung seien, und mahnte entsprechende Anpassungen an. Konkret verwies er auf die Staatsqualität und die Verfassungsautonomie der Bundesländer, durch die eine populistische Landesregierung erheblichen Spielraum bei der Umsetzung ihrer Politik hätte. Schon ein Bundesland, in dem eine populistische Partei an die Macht kommt, würde ausreichen, um den kooperativen Föderalismus in Deutschland zu erschüttern: Im Bundesrat und den Ministerpräsidenten- und Fachministerkonferenzen, in denen oftmals Einstimmigkeit erforderlich ist, wären die Folgen verheerend. Zugleich hätte eine populistische Landesregierung die Möglichkeit, die jeweilige Staatsorganisation zu ihren Gunsten umzubauen. Er betonte dabei, dass zahlreiche Kontrollmechanismen und die Gewaltenteilung (z.B. die Zusammensetzung von Landesgerichtshöfen) in den Bundesländern oftmals nur durch Landesgesetze geregelt seien und somit leicht ausgehebelt werden können.

Prof. Abels warf diesbezüglich ein, dass populistische Parteien auch aus der Opposition heraus bereits die Möglichkeit hätten, Verfassungsorgane zu behindern. Sie verwies dabei auf ihre eigenen Erfahrungen als Richterin am Verfassungsgerichtshof von Baden-Württemberg: Dieser würde häufig mit so vielen Anträgen der AfD geflutet werden, dass sie kaum noch zu bewältigen seien und das Gericht somit in seiner Arbeit erheblich behindert werde. Frau Thoms ergänzte, dass die AfD mit ihrer Sperrminorität im Thüringer Landtag Richterwahlen blockieren und daraus politisches Kapital schlagen würde. Zugleich sei es schwierig, in der journalistischen Praxis mit diesen komplexen Sachverhalten umzugehen. Sie prangerte anschließend an, dass zwar häufig vor Wahlen darüber diskutiert werde, wie Verfassungsstrukturen resilienter gemacht werden könnten. Jedoch gebe es nie wirkliche Fortschritte, weil sich die anderen Parteien nicht einig werden – bis es zu spät sei.  Sie warnte außerdem davor, dass eine AfD-geführte Landesregierung aus dem Medienstaatsvertrag austreten könnte.

Prof. Abels wies darauf hin, dass man viele Lehren aus dem Vergleich mit anderen Ländern ziehen könne, und nannte konkret den regionalen Aufstieg der Freiheitlichen Partei Österreichs als Beispiel. Die häufige Hoffnung, dass eine rechtspopulistische und/oder systemfeindliche Partei in der Regierungsverantwortung „gezähmt“ werden könne, sei ein Trugschluss. Der Vergleich zu anderen Ländern zeige, dass eine Regierungsbeteiligung keine Entzauberung, sondern vielmehr Anerkennung mit sich bringe. Die Parteien könnten dann noch selbstbewusster auftreten und hätten zugleich die Möglichkeit, einen Staatsumbau zu ihren Gunsten voranzutreiben.

Dr. Gorskiy kritisierte zuletzt, dass man zahlreiche Schritte zur Stärkung der verfassungspolitischen Resilienz auf Bundes- und Landesebene (z.B. die Verankerung von Kontrollmechanismen in den Landesverfassungen) längt hätte vollziehen können – nun könnte es zu spät sein. Mit Blick auf die 2026 anstehenden Landtagswahlen zeigten sich alle drei Referent*innen besorgt und pessimistisch. Viele Entwicklungen würden sich bereits abzeichnen, doch die politischen Entscheidungsträger hätten es versäumt, sich entsprechend darauf vorzubereiten. Das System des kooperativen Föderalismus würde zwar zunächst noch fortbestehen, jedoch dürfte es Narben davontragen. 

17.11.2025: Präsentation des "Jahrbuchs des Föderalismus 2025"

Montag, 17. November 2025,
17:00 bis 20:30 Uhr,
Vertretung des Landes Baden-Württemberg beim Bund,
Tiergartenstraße 15, 10785 Berlin.

Nach einem Vorempfang, bei dem u.a. sowohl Spezialitäten aus Berlin (Currywurst) als auch aus dem Ländle (Käsespätzle) angeboten wurden, eröffnete Herr Ulrich Aierstock, stellvertretender Dienststellenleiter der Landesvertretung, die Veranstaltung und begrüßte die anwesenden Gäste. Im Anschluss stellte Frau Prof. Dr. Gabriele Abels, Sprecherin des Vorstandes des EZFF, die Themen des Jahrbuchs vor. Besonderes Augenmerk widmete sie dabei dem diesjährigen Schwerpunktthema “Populismus und Föderalismus – ziemlich beste Freunde?” – eine Frage, die angesichts jüngster politischer Entwicklungen in vielen verschiedenen Ländern zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Anschließend diskutierte Prof. Abels mit Frau Prof. Dr. Paula Diehl, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, und Frau Prof. Dr. Sabine Kropp, Freie Universität Berlin, über das Thema “Föderalismus – Hemmnis oder Chance für den Populismus?”. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, ob föderale Strukturen populistischen Kräften ein fruchtbares Umfeld bieten oder sich stattdessen besonders gut eignen, um ihnen Einhalt zu gebieten. 

Prof. Diehl wies in ihrem Eingangsstatement darauf hin, dass das Zusammenspiel von Populismus und Föderalismus von drei grundlegenden Faktoren abhänge, die sich von Land zu Land erheblich voneinander unterscheiden können: die Funktionsweise des politischen Systems, die Eigenheiten der politischen Kultur und die politische Ebene, auf der populistische Kräfte operieren (Bund, Länder oder Kommunen?). Zugleich erinnerte sie daran, dass es  – trotz einiger gemeinsamer Charakteristika – nicht “den einen Populismus” gebe und sich populistische Akteure mit der Zeit auch entwickeln können. Populismus müsse zudem nicht immer zwangsläufig autoritär ausgerichtet sein – jedoch sei dies durch die vermehrte Adaption durch rechtsextreme Kräfte immer häufiger der Fall. Eine Normalisierung populistischer Botschaften würde nur zu einer noch stärkeren Radikalisierung führen. Von zentraler Bedeutung sei, so Diehl, die Frage, wie sich Populismus auf die Funktionsweise von Institutionen ausübe. Hierbei bediente sie das Bild eines betrunkenen Gastes auf einer Feier: Genauso wie dieser für Stimmung sorgen könne, habe auch der Populismus das Potential, die Demokratie zu revitalisieren. Gleichwohl könne er sie auch zerstören. Die Rolle des Föderalismus sei diesbezüglich je nach Land und politischer Ebene unterschiedlich: Während sich etwa in den USA die Bundesstaaten als wirksames Bollwerk gegen die rechtspopulistische Politik der Bundesregierung erweisen würden, sei es in Österreich der populistischen FPÖ durch Regierungsbeteiligungen auf Länderebene gelungen, den cordon sanitaire der Bundesparteien zu durchschlagen. 

Prof. Kropp schloss sich der Einschätzung an, dass zwischen Populismus und Extremismus unterschieden werden müsse. Die zentrale Kommunikationsstrategie des Populismus sei die Schuldzuweisung gegen Andere, die – häufig im Namen des “Volkes” – für Probleme verantwortlich gemacht werden. Dabei könne es sich um “die Elite” (bzw. “die da oben”), aber auch allgemein um Akteure auf anderen politischen Ebenen handeln. Auf diese Weise könne etwa eine Bundesregierung die Verantwortung für ausbleibende Reformen weiterreichen. Dementsprechend ist eine populistische Kommunikation nicht nur radikalen Akteuren vorbehalten, sondern könne auch von als gemäßigt wahrgenommenen Kräften ausgeübt werden. Der föderale Aufbau eines Landes könne von populistischen Kräften als Blockadeinstrument genutzt werden. Gerade der deutsche Vollzugs-, aber auch der Exekutivföderalismus biete dafür zahlreiche Einfallstore, etwa im Bundesrat oder den Fachministerkonferenzen. Da diese in der Regel konsensorientiert arbeiten und nicht selten Einstimmigkeit für Beschlüsse benötigen, könne es bereits erhebliches disruptives Potential mit sich bringen, wenn auch nur in einem Bundesland eine populistische Partei (mit)regiert. Der Schlüssel zur Stärkung des wehrhaften Bundesstaates liege, so Kropp, nicht etwa in kleinteiligen institutionellen Reformen. Stattdessen müssten föderale Strukturen insgesamt flexibler gestaltet werden, etwa durch die Abschaffung von Einstimmigkeitserfordernissen. 

Bei der Frage, ob der Aufstieg populistischer Kräfte wieder rückgängig gemacht werden könne, zogen die beiden Diskutantinnen ein ernüchterndes Fazit. Prof. Diehl zufolge sei stattdessen eine Verschärfung der Situation wahrscheinlicher. Die zunehmende Verrohung der Sprache, gerade in den sozialen Medien, sei nur schwer umkehrbar. Prof. Kropp wies gleichermaßen darauf hin, dass sich ein Gefühl der dauerhaften Krise in der Gesellschaft etabliert hätte, dass populistische Kräfte für sich zu nutzen wüssten. Auf die Nachfrage von Prof. Abels, ob sich populistische Parteien durch eine Regierungsbeteiligung entzaubern ließen, entgegnete Prof. Kropp, dass dies angesichts des wachsenden Einflusses parteiinterner Kräfte, die auf ihren Maximalforderungen beharren, nur noch schwer vorstellbar sei. Ein “Lass sie mal mitmachen” auf Landesebene könne angesichts der föderalen Verflechtungen und dem konsensorientierten System der Bundesrepublik verherrende Folgen haben. Prof. Diehl verwies mit dem Beispiel des Rassemblement National in Frankreich darauf, dass eine Normalisierung populistischer Inhalte, gepaart mit einer augenscheinlichen Kompromissbereitschaft der populistischen Partei, die Annäherung an andere Parteien fördern und diese letztendlich dazu verleiten könnte, ein Regierungsbündis einzugehen – eine potentiell folgenschwere Entscheidung. 

Im Anschluss hatte das Publikum noch die Möglichkeit, Fragen an die Diskutantinnen zu richten. Ein Nachempfang mit Getränken rundete den Abend ab.

20.11.2024: Präsentation des "Jahrbuchs des Föderalismus 2024"

Am 20. November 2024 (17:00–20:30 Uhr) haben wir das "Jahrbuch des Föderalismus 2024" in der Berliner Landesvertretung von Baden-Württemberg (Tiergartenstraße 15; 10785 Berlin) vorgestellt. 

Nach einem Vorempfang mit schwäbischen Spezialitäten und Getränken (17:00–18:00 Uhr) eröffnete Herr Iordanis Daniel Mouratidis, Leiter des Leitungsstabs des Bevollmächtigten beim Bund, den Abend. Anschließend stellte Prof. Dr. Gabriele Abels, Sprecherin des EZFF, die diesjährige Jubiläumsausgabe des Jahrbuchs und das Schwerpunktthema "Klimawandel – föderale Antworten auf eine globale Herausforderung" vor. Es folgte eine Podiumsdiskussion zum Thema „Klimaschutz im föderalen Zusammenspiel“ (18:30–19:30 Uhr): Es diskutierten Dr. Felix Schenuit, Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), Daniel Willeke, 1. Vorsitzender des Bundesverband Klimaschutz (BVKS) und Michael Schäfer, Geschäftsführer von GermanZero unter der Moderation von Prof. Abels. Die Veranstaltung endete mit einem Nachempfang mit Getränken (bis 20:30 Uhr).

08.12.2023: Annual Lecture/Festakt 30 Jahre EZFF

Das Europäische Zentrum für Föderalismus-Forschung (EZFF) ist 1993 von Prof. Dr. em. Rudolf Hrbek als interfakultäres Zentrum an der Universität Tübingen gegründet worden, an dem neben der Politikwissenschaft auch die Rechtswissenschaft und die Geografie beteiligt sind.

Anlässlich des Jubiläums luden das EZFF und das Institut für Politikwissenschaft (IfP) zur Annual Lecture und zum Festakt "30 Jahre EZFF" ein. Im Rahmen des Festaktes wurde die Festschrift "Europäische Union als Prozess" an Prof. Dr. Hrbek übergeben anlässlich seines 85. Geburtstags und in Würdigung seiner Verdienste um die Europa- und Föderalismusforschung.

Der Festakt fand statt am Freitag, den 8. Dezember 2023, 16-18 Uhr c.t. (Großer Senat in der Neuen Aula, Geschwister-Scholl-Platz, 72074 Tübingen) mit einem Rückblick und Ausblick zu 30 Jahre EZFF  von Prof. Dr. Gabriele Abels, Sprecherin des Vorstands des EZFF und einem Festvortrag von Prof. Dr. Ursula Münch, Direktorin der Akademie für Politische Bildung, Tutzing, zum Thema "Wenn Deutschlandtempo auf Föderalismus trifft. Zukunftsperspektiven des deutschen Bundesstaates".

22.11.2023: Präsentation des Jahrbuchs des Föderalismus 2023

Die Veranstaltung fand am Mittwoch, 22.11.2023, 17:00 Uhr (Vortragsbeginn 18 Uhr) in der Landesvertretung Baden-Württemberg, Tiergartenstraße 15, 10785 Berlin statt.

Über das Thema "Der deutsche Bevölkerungsschutz zwischem hehrem Anspruch und föderaler Realität" diskutierten Herr Leon Eckert MdB und Frau Dr. Anna-Lena Hollo, Universität Hannover, unter der Moderation von Frau Prof. Dr. Gabriele Abels.

Die Aufzeichnung der Veranstaltung finden Sie hier.

01./02.12.2022: Tagung "Wie viel Föderalismus verträgt eine Pandemie? Zum Umgang mit dem Coronavirus und dessen Folgen"

Der Föderalismus ist in der Covid-19-Pandemie unter Druck geraten. Allenthalben wurde der „Flickenteppich“ der Regulierung im Umgang mit der Pandemie kritisiert. Was in einem Bundesland erlaubt ist, war im anderen verboten. Dabei wechselten die Bundesländer durchaus zwischen „Team Vorsicht“ und „Team Freiheit“ hin und her. Das Kürzel MPK war vorher eher Eingeweihten vertraut, ist seitdem aber in aller Munde. Denn gebannt war der Blick immer auf die Konferenzen der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit der damaligen Bundeskanzlerin gerichtet.
Es ist nicht das erste Mal, dass in Zeiten der Krise die Strukturen des deutschen Föderalismus in die Kritik geraten. Auch in den sicherheitspolitischen Krisen (etwa im Nachgang terroristischer Anschläge) wurde über die Notwendigkeit von Reformen zur Verbesserung der Handlungsfähigkeit des Bundesstaates diskutiert. In der Covid-19-Pandemie wurde die persönliche Betroffenheit von staatlicher Regulierung nicht zuletzt angesichts der bis dahin beispiellosen Eingriffstiefe in die Freiheitsrechte der Bürgerinnen und Bürger deutlich spürbar.
Vor dem Hintergrund der Debatten stellt sich die Frage nach der Handlungsfähigkeit und dem Reformbedarf des Föderalismus in Krisen, konkret in der Pandemie. Wie lässt sich der Umgang mit dem Coronavirus und dessen Folgen erklären? Wie effizient waren die föderalen Strukturen in Deutschland – nicht zuletzt im Vergleich mit anderen Staaten? Sind unitarische Systeme in Krisen handlungsfähiger? Sind möglicherweise gar demokratische Staaten in ihren Entscheidungsprozessen in Krisen zu langsam? Welchen Reformbedarf gibt es für den deutschen Föderalismus und wie kann er umgesetzt werden?

Diese Fragen wurden im Rahmen einer multidisziplinären Fachtagung diskutiert, die das EZFF in Zusammenarbeit mit der Akademie für Politische Bildung in Tutzing organisierte.

Das Programm der Tagung finden Sie hier.

16.11.2022: Präsentation des Jahrbuchs des Föderalismus 2022

Am 16. November 2022 präsentierte das EZFF gemeinsam mit der Vertretung des Landes Baden-Württemberg beim Bund in Berlin das Jahrbuch des Föderalismus 2022 – nach zwei Jahren der pandemiebedingten Pause endlich wieder im Rahmen einer Präsenzveranstaltung.

Die Präsentation begann mit der Begrüßung der Gäste durch den Dienststellenleiter des Landes Baden-Württemberg beim Bund, Herrn Andreas Schulze, und einem Grußwort von Frau Muhterem Aras, Landtagspräsidentin von Baden-Württemberg, die sich für die Veranstaltung extra aus Stuttgart virtuell zugeschaltet hatte. Nachdem sie die Themenpalette des diesjährigen Jahrbuches vorgestellt und eine grundlegende Einführung in eines der Schwerpunktthemen – die "Konferenz zur Zukunft Europas" – gegeben hatte, diskutierte Frau Prof. Dr. Gabriele Abels, Sprecherin des Vorstandes des EZFF, mit Frau Aras und Herrn Dr. Mark Speich, Staatssekretär für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien des Landes Nordrhein-Westfalen und Bevollmächtigter des Landes beim Bund, über deren Erfahrungen aus der Konferenz, an der sie als Teil der Delegation des Europäischen Ausschusses der Regionen aktiv mitgewirkt hatten. Bei der Gesprächsrunde wurde auch die Frage behandelt, wie man eine stärkere Einbindung der Bürger:innen und Regionen in politische Prozesse auf europäischer Ebene sicherstellen könne und wie der konkrete Follow-up auszusehen habe. Beide Diskutant:innen sahen hier vor allem die Mitgliedstaaten und den Rat in der Pflicht. Auch das Publikum beteiligte sich rege mit Nachfragen und Kommentaren an der Diskussion.

Das EZFF möchte sich herzlich bei Frau Aras und Herrn Dr. Speich für die ausgezeichnete hybride Diskussionsrunde, allen Teilnehmer:innen sowie vor allem bei der Landesvertretung Baden-Württemberg beim Bund für die gelungene Veranstaltung bedanken.

06.10.2022: Workshop "Subnationale Außenbeziehungen: Die Asienpolitik ausgewählter Länder in Deutschland und Österreich"

Hierbei handelt es sich um eine Kooperation des International Relations Department der Webster Vienna Private University (WVPU) sowie des Instituts für Politikwissenschaft  (IfP) und des Europäischen Zentrum für Föderalismus-Forschung (EZFF) der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Das Programm des Workshops finden Sie hier.

16.11.2021: Präsentation des Jahrbuchs des Föderalismus 2021

Im digitalen Format. Hier finden Sie die Aufzeichnung der Veranstaltung.

06./07.05.2021: Konferenz "From Takers to Shapers? Challenges for Regions in a Dynamic EU Polity"

Hier finden das Programm der internationalen Konferenz, die auch die folgenden Programmpunkte umfasste:

Für einen Tagungsbericht siehe "Von Mitspielenden zu Gestaltenden? Herausforderungen für Regionen im dynamischen Mehrebenensystem der Europäischen Union. Tagungsbericht, Mirjam Zillober, in: Jahrbuch des Föderalismus 2021, S. 471–475".

30.11.2020: Präsentation des Jahrbuch des Jahrbuchs des Föderalismus 2020

Im digitalen Format. Hier finden Sie die Aufzeichnung der Veranstaltung.

13.11.2019: Präsentation des Jahrbuchs des Föderalismus 2019

In der Landesvertretung Baden-Württembergs in Berlin.

26.03.2019: Präsentation des Jahrbuchs des Föderalismus 2018

In der Landesvertretung Baden-Württembergs in Berlin.

23.10.2018-22.01.2019: Ringvorlesung "Autonomieforderungen und Sezessionsbestrebungen in Europa und der Welt"

Ringvorlesung anlässlich des 25-jährigen Bestehens des EZFF.

27./28.04.2018: Tagung "Bürgernah und entscheidungsstark?! - Landesparlamente im politischen Wettbewerb"

Gemeinsame Tagung mit der Akademie für Politische Bildung in Tutzing.

27./28.04.2016: Tagung "Hoffnung Europa - Die EU als Raum und Ziel von Migration"

Gemeinsame Tagung mit der Akademie für Politische Bildung in Tutzing.

20./21.06.2013: Konferenz "Zukunftsfragen des Föderalismus"

Gemeinsame Konferenz mit Landesvertretung Baden-Württembergs in Berlin mit Unterstützung des DAAD im Rahmen der "Treffen der Freunde des Föderalismus".