Internationales Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW)

ANKER

"Ankerobjekte" als Kristallisationspunkte der digitalen Öffnung und transdisziplinären Integration ethischer Aspekte von Künstlicher Intelligenz in Forschungs- und Innovationsprozessen

Aktuelles

ANKER auf der 5. European Conference on Algorithmic Fairness | 02.-04. September 2026

Das Projekt ANKER ist auf der diesjährigen 5. European Conference on Algorithmic Fairness mit einer Spotlight Presentation zu “Fairness Without Reflection? An Empirical Analysis of AI Ethics Tools in the Age of GenAI” vertreten.

Das Projekt ANKER adressiert die Herausforderung, ethische Aspekte der künstlichen Intelligenz durch den Einsatz von Tools nicht nur zu identifizieren, sondern sie auch dauerhaft in der Entwicklung von Technologien zu verankern. 

Zu diesem Zweck wird ein fundiertes Verständnis des Bedarfs und der Anforderungen erarbeitet, sowie prototypische Versionen von Tools entwickelt, um die effektive Verankerung ethischer Implikationen in der KI-Entwicklung zu verstehen und umzusetzen. 

Team

Förderung

Laufzeit: November 2023 – Oktober 2026
Förderkennzeichen: 16SV9223

Gefördert durch das BMFTR
Zum Projektsteckbrief beim BMFTR

Teilcluster Integrierte Forschung

ANKER ist ein Teilprojekt des Teilcluster 3 „Perspektiven offener Wissenschaften in einer digitalisierten Demokratie“ im Cluster Integrierte Forschung

Die Website des Clusters Integrierte Forschung ist abrufbar unter: https://integrierte-forschung.de/

Projektergebnisse

KI-Ethik in Innovationen verankern

Ergebnisse des Projekts ANKER, Stand Juni 2026

Prototypisches Ankerobjekt 1: AI Guidelines Guru

Dem AI Guidelines Guru kann man Fragen zu KI-Ethik Richtlinien stellen. Das Frage-Antwort-Tool generiert aus über 200 KI-Ethik-Richtlinien eine Antwort und legt deren Quellen offen.

Zum AI Gudelines Guru hier.

Prototypisches Ankerobjekt 2: AI Ethics Navigator

Im Moment in der Entwicklung

Der AI Ethics Navigator unterstützt Entwicklungsteams, ethische Prinzipien gemeinsam für ihr spezielles KI-System zu konkretisieren, zu reflektieren und zu bewerten. Dafür haben wir die bestehende VDE-Spezifikation 90012 für vertrauenswürdige KI (VCIO-Ansatz) zu einer interaktiven, co-laborativen, flexibel anpassbaren Web-Anwendung ausgebaut.

Prototypisches Ankerobjekt 3: AI Ethics Editor

Im Moment in der Entwicklung

Mit dem AI Ethics Editor lassen sich domänen-spezifische Anforderungen und sich wandelnde Regulierungen und Wertvorstellungen im AI Ethics Navigator abbilden. Der Editor ermöglicht das Bearbeiten bestehender sowie das Erstellen neuer Werte, Indikatoren und Kriterien für den AI Ethics Navigator.

Schlaglichter aus dem Projekt

Juni 2026
ANKER auf der 6. Fachkonferenz des Clusters Integritere Forschung

Das ANKER-Team stellte auf der 6. Fachkonferent des Clusters Integrierte Forschung zum Thema „Digitale Demokratie gemeinsam gestalten“ in Düsseldorf zentrale Projektergebnisse und das zweite prototypische Ankerobjekt, den “AI Ethics Navigator”, vor. Am zweiten Konferenztag diskutierte das ANKER-Team Fragen zur Gestaltung von Verantwortungsvoller KI in der digitalen Demokratie anhand des AI Ethics Navigator in einem interaktiven Impulsvortrag. Zum Konferenzprogramm hier.

Juni 2026
Lisa Koeritz und Sonja Pfisterer auf der Weizenbaum Conference 2026

Lisa Koeritz und Sonja Pfisterer waren mit dem Vortrag „Beyond the Principle-Practice Gap: How Digital AI Ethics Tools Fall Short in the Age of GenAI" auf der Weizenbaum Conference 2026 "AI and Society: What is at stake?” in Berlin vertreten. Zum Book of Abstracts hier.

Mai 2026
ANKER auf der 24. STS Conference in Graz

Das Projekt ANKER war mit dem Panel „Co-laborative Technology Development in the Context of Generative AI“ auf der 24. STS Conference in Graz vertreten. Zum Konferenzprogramm hier.

Dezember 2025
IZEW Ethics Tools Lab online

Das im Rahmen des ANKER Projekts zu erstellende Tools Lab wurde in Form des IZEW Ethics Tools Lab online genommen und ist hier aufrufbar.

September 2025
AI Guidelines Guru auf STS-CH Conference 2025

Lisa Koeritz präsentierte auf der STS-CH Conference 2025 in Zürich das AI Guidelindes Guru Tool im Workshop “Generative Methods: Investigating the Use of Generative AI for the Social Study of Science and Technology”, organisiert zusammen mit Simon Hirsbrunner und Jana Hecktor 

April 2025
Fachkonferenz Integrierte Forschung // Panel "Wie kommt Verantwortlichkeit in KI?"

Mone Spindler und Lisa Koeritz stellten ANKER auf der  5. Fachkonferenz für Integrierte Forschung vor und diskutierten mit Leonard Tröder (Birds on Mars) zu Responsible AI zwischen Theorie und Praxis. Zur Aufzeichnung

September 2024
Ankerobjekt 1 & 1. Ethik-Werkstatt

Mit dem AI Guidelines Guru wurde ein erstes prototypisches Tool als erstes Ankerobjekt im Projekt ANKER erstellt und in der 1. Ethik-Werkstatt zusammen mit den Teilprojekten aus dem Teilcluster 3 erprobt.

März 2024
Kick-Off Treffen

Das ANKER-Projektteam hat das Projekt am 04.03.2024 beim öffentlichen Online-Auftakttreffen des Teilclusters III im Rahmen des Clusters Integrierte Forschung vorgestellt. 

Projektbeschreibung

Während Integrierte Forschung gemeinhin als geeignete Konstellation für verantwortungsvolle Innovation und Technikentwicklung angesehen wird, sind die Herausforderungen bei der integrativen Entwicklung vielfältig und umfassen epistemische, methodologische, kommunikative sowie strukturelle Aspekte. Diese Komplexität macht deutlich, dass es eines systematischen Ansatzes bedarf, um Tools zu entwickeln, die nicht nur inhaltlich unterstützen, sondern auch das Potential haben, nicht-technische Aspekte im Entwicklungsprozess zu verankern.  

Bisher steht die systematische Forschung über solche Tools für die integrierte Forschung aus und das Potential digitaler Tools wird nicht vollständig ausgeschöpft. Das Projekt ANKER widmet sich dieser Lücke. Es untersucht, entwickelt und vermittelt Tools, die als "Ankerobjekte" dienen können, um die transdisziplinäre Aushandlung ethischer Fragen in den heterogenen Wissensformen, Praktiken und Kontexten der Beteiligten sowie im gesellschaftlichen Diskurs zu verankern. Aus dem breiten Themenspektrum Integrierter Forschung wird dabei der Einbezug ethischer Aspekte von Künstlicher Intelligenz (KI) in Forschungs- und Innovationsvorhaben fokussiert

Konkret verfolgt das Projekteinen mehrstufigen Ansatz: Es untersucht zunächst, theoretisch und empirisch, welche Eigenschaften Tools aufweisen müssen, um eine effektive Verankerung ethischer Überlegungen in KI-Entwicklungsprozessen zu ermöglichen. Aufbauend auf den gewonnenen Erkenntnissen entwickelt das Projektteam digitale Tools, die darauf ausgelegt sind, den Einbezug KI-ethischer Aspekte zu verankern. Diese Tools haben nicht nur praktikable Lösungen zum Ziel, sondern sollen auch als Brücke dienen, um transdisziplinäre Diskussionen und Aushandlungen im Bereich Künstlicher Intelligenz zwischen den unterschiedlichen Wissensformen, Praktiken und Kontexten der beteiligten Akteure zu fördern. 

Der Ansatz integrierter Forschung spielt dabei eine wesentliche Rolle. Zum einen sind Beteiligte integrativer Forschungs- und Entwicklungsprojekte Zielgruppe des Projekts und zum anderen wird integrierte Forschung durch ein interdisziplinäres Team (Ethik, Soziologie und Informatik) im Projekt selbst praktiziert. 
Ziel des Projekts ist die Erarbeitung eines fundierten Verständnisses des Bedarfs und der Anforderungen an Tools, die zur effektiven Verankerung ethischer Überlegungen in der KI-Entwicklung und anderer Gegenstandsbereiche integrierter Forschung dienen. Die entwickelten Tools sollen zudem nicht nur praktikable Lösungen bieten, sondern zusammen mit weiteren Projektergebnissen im Rahmen eines Open Tools Lab vermittelt und optimiert werden. Das Lab dient als Plattform, um eine breite Anwendung der Tools zu unterstützen und die Diskussion über ethische Aspekte in der KI-Entwicklung in einem offenen und kollaborativen Umfeld zu fördern. 

Assoziierte Partner*innen

  • Prof. Dr. Sabine Ammon (TU Berlin)
  • Prof. Dr. Arne Berger (Hochschule Anhalt)
  • Prof. Dr. Christian Djeffal (TU München)
  • Dr. Maximilian Heimstädt (HSU Hamburg)
  • Prof. Dr. Claudia Müller-Birn (Freie Universität Berlin)
  • Prof. Christian Pentzold (Universität Leipzig)
  • Prof. Dr. Sonja Schimmler (TU Berlin / Fraunhofer Fokus)