TINA NÄGELE
Warum haben Sie sich für den MA Germ. Linguistik in Tübingen entschieden?
Nach dem Abschluss meines Bachelorstudiums in Linguistik an der Universität Stuttgart wollte ich eine andere Stadt, eine andere Uni und neue Leute kennenlernen, aber gleichzeitig in Baden-Württemberg bleiben. Die Online-Beschreibung des MA Germanistische Linguistik hat mich besonders aufgrund der Profilierungsmöglichkeit im Bereich Psycholinguistik & Sprachpraxis angesprochen.
Was hat Ihnen besonders gut am MA Germ. Linguistik gefallen?
Die Möglichkeit, ein Profil zu wählen, der allgemeine freundliche Umgang und besonders die Studiengangsbetreuung durch Frau PD Dr. Averintseva-Klisch, die mich stets kompetent und zeitnah bei meinen Anliegen beraten und unterstützt hat (vielen Dank!).
Was haben Sie so im MA Germanistische Linguistik nicht erwartet?
Der Studiengang ist tatsächlich noch etwas kleiner, als ich ihn mir vorgestellt hatte. Durch die Profilierung zerstreuen sich zudem die Kommiliton:innen auf die verschiedenen Profilbereiche, sodass man unter Umständen wenige Seminare gemeinsam belegt. Daher ist es hilfreich, sich privat gut zu vernetzen.
Worüber haben Sie Ihre Masterarbeit geschrieben?
Das Thema meiner Masterarbeit hat sich im Rahmen eines Seminars zu multimodaler Verarbeitung ergeben. Ich habe den At-issue-Status ikonischer sprachbegleitender Gesten, die die Art und Weise einer Fortbewegung ausdrücken, mit dem At-issue-Status lautsprachlicher Modifikation verglichen (verbal: Peter rennt zum Bahnhof vs. adverbial: Peter geht schnell zum Bahnhof vs. gestisch: Peter [geht]+SCHNELL zum Bahnhof). Dabei habe ich herausgefunden, dass diese Gesten tendenziell nicht at-issue sind, also nicht der Hauptpunkt einer Äußerung, sondern sekundäre Informationen im Diskurs beitragen. Verbale und adverbiale Modifikationen hingegen sind at-issue, was dafür spricht, dass die Modalität einen Einfluss auf den At-issue-Status sprachlicher Ausdrücke hat.
Mein Experiment wurde in Kooperation mit der Goethe-Universität Frankfurt durchgeführt, was mir wertvolle Einblicke in die Forschung gegeben hat. Die Präsentation der Studie auf einer internationalen Konferenz hat mich zudem in dem Gedanken bestärkt, in der Wissenschaft bleiben zu wollen.
Wie war es, in Tübingen zu studieren?
Tübingen ist eine schöne, internationale und grüne Studentenstadt mit vielen jungen Leuten, die mir sehr gefallen hat.
Was haben Sie nach Ihrem Abschluss gemacht?
Derzeit bereite ich eine Promotion an der Universität Stuttgart vor.