19.06.2026

Publikation: Rechte Verschwörungstheorien in hyperparteiischen Medien - Was hätte ein Verbot des Compact-Magazins für das antidemokratische Online-Ökosystem bedeutet?

in der Schirftenreihe "Wissen schafft Demokratie. Schwerpunkt Demokratiegefährdung" des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaftonline in Jena

Autor*innen: Kilian Bühling, Joana D. Becker, Xixuan Zhang und Annett Heft

Social-Media und andere Online-Publikationsformen bieten antidemokratischen Akteur*innen Raum zur Vernetzung, wobei hyperparteiische Medien als Informationsquelle und Bewegungsorganisatoren fungieren. Dieser Artikel nimmt das versuchte Verbot des Compact-Magazins durch das Bundesinnenministerium im Sommer 2024 zum Anlass, mögliche Folgen einzelner Medienverbote für rechtsextreme und verschwörungstheoretische Informationsökosysteme zu untersuchen. Die Studie stützt sich auf eine automatisierte Analyse von Artikeln mit Bezug zur rechtsextremen Verschwörungstheorie des „Großen Austauschs“ aus Compact, Junge Freiheit, Epoch Times und PI News über einen Zeitraum von zehn Jahren. Sie zeigt, dass sich alle untersuchten Medien in diesen Artikeln thematisch ähneln. Compact wird am häufigsten genutzt, jedoch veröffentlicht PI News die größte Artikelzahl mit der höchsten Toxizität. In der Praxis der Regulierung schädlicher Online-Ökosysteme kann daher ein Zielkonflikt entstehen, bei dem zwischen der Eindämmung der toxischsten und reichweitenstärksten Akteur*innen priorisiert werden muss.

Der Beitrag ist 2025 in der Schriftenreihe Wissen schafft Demokratie. Schwerpunkt Demokratiegefährdung online beim Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft erschienen.