Kath. Institut für berufsorientierte Religionspädagogik

Vorurteilsbewusste Erziehung und Bildung im Kontext religiöser und kultureller Pluralität

Die wachsende religiöse und kulturelle Diversität in Kindertageseinrichtungen stellt erweiterte Anforderungen an elementarpädagogische Konzepte.

Das Promotionsprojekt von Frau Nathalie Lichy (M.A.) analysiert mittels einer qualitativ-empirischen Studie, inwieweit eine vielfaltssensible Bildung und Erziehung in Kindertageseinrichtungen Vorurteilen entgegenwirken und Diversität als Chance erlebbar machen kann.

Im Rahmen der Hauptstudie werden Leitfadeninterviews mit Fachkräften in kommunalen, kirchlichen und privaten Kindertageseinrichtungen in Großstädten mit einem Migrationsanteil von über 30 Prozent (Stuttgart, Mannheim, Frankfurt und Berlin) geführt. Inhaltlich sind die Interviewleitfäden in drei Teile gegliedert, in welchen die religiöse und kulturelle Herkunft der Kinder und des Teams, das pädagogische Konzept der Einrichtung, die Präsenz religiöser und kultureller Themen im Alltag sowie das Feld vielfaltssensibler Bildung und Erziehung thematisiert werden. Die Auswertung der Interviews erfolgt mit einer qualitativen Inhaltsanalyse.

Ein grundlegendes Ziel elementarpädagogischer Arbeit ist ein offener Umgang mit Diversität (vgl. bspw. Orientierungsplan für Bildung und Erziehung in baden-württembergischen Kindergärten und KIndertageseinrichtungen, hrsg. vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, Stuttgart 2011.). Vor dem Hintergrund dieses Ziels wird in einem zweiten Schritt untersucht, wie eine vielfaltssensible Bildung und Erziehung zu solch einem Umgang und Verständnis beitragen kann. Nachdem Kindertageseinrichtungen jedoch nach sehr unterschiedlichen pädagogischen Konzepten arbeiten, ist vielfaltssensible Bildung und Erziehung im Kontext hierzu zu betrachten.

Das Projekt startete im Juli 2015 und wird durch das Promotionskolleg "Bildungsprozesse in der frühen Kindheit verstehen und unterstützen" (MWK) gefördert.