Institute for Eastern European History and Area Studies

Zitieren

Es gibt eine Fülle von Zitierschemata, von denen jedoch keines verbindlich ist. Allerdings besteht eine gewisse Übereinkunft darüber, was in einer bibliographischen Angabe unbedingt enthalten sein muss. Wichtig: die Zitierweise muss einheitlich sein!

1. Systematik von Literaturtypen

Um Literatur richtig zitieren zu können, ist es sinnvoll, die Gesamtheit der vorkommenden Literaturtypen ein wenig zu systematisieren. Aus der unten angeführten Systematik kann eine ganz einfache Zitierregel abgeleitet werden:

Selbstständige Literatur:

Unselbstständige Literatur:

2. Zitierschema

A. Die selbstständige Literatur muss Folgende Angaben enthalten:

AutorIn (Nachname, zumindest den Anfangsbuchstaben des Vornamens), Titel (einschließlich Untertitel), Erscheinungsort, Erscheinungsjahr und Auflage.

Ein mögliches Schema ist:
Nachname (AutorIn), Vorname (AutorIn), Titel (ggf. Untertitel), Erscheinungsort, Auflage, Jahr

Beispiel:
Stökl, Günther, Russische Geschichte. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, 10., erw. Auflage, Stuttgart 1997.

Sonderfall – Webseiten:
Nachname
(AutorIn), Vorname (AutorIn), Titel (ggf. Untertitel), exakte Web-Adresse (http://www...), Erstellungsdatum (falls bekannt) und Datum der Abfrage.

 

B. Die unselbstständige Literatur muss folgende Angaben enthalten:

AutorIn (Nachname, zumindest den Anfangsbuchstaben des Vornamens), Titel des unselbstständigen Werkes, HerausgeberIn, den Titel des herausgegebenen selbstständigen Werkes, Erscheinungsort, Jahr und Auflage bei Sammelbänden, Jahrgang (ggf. Heft) und Jahr bei Zeitschriften.

Ein mögliches Schema ist:
Nachname (AutorIn), Vorname (AutorIn), Titel (ggf.Untertitel), in: Nachname (HerausgeberIn), Vorname (HerausgeberIn) (Hg.): Titel (ggf. Untertitel), Erscheinungsjahr, Auflage, Jahr, Seiten (von - bis).

 

Beispiel: Ziegler, Charles, Political Participation, Nationalism and Environmental Politics in the USSR, in: Stewart, John (Hg.): The Soviet Environment. Problems and Politics, Cambridge 1992, S. 24-39.

Zeitschriftenartikel:
Nachname (AutorIn), Vorname (AutorIn), Titel (ggf.Untertitel), in: Zeitschriftentitel, Jahrgang ( ggf. Heft), Jahr, Seitenzahl (von –bis)

Beispiel: Kelly, Donald, Environmental Policy-Making in the USSR. The Role of Industrialisation and Environmental Interest Groups, in: Soviet Studies 28, 1976, S. 570-58.

3. Fußnoten:

Neben der exakten (ausführlichen) bibliographischen Angaben im Literaturverzeichnis, verwendet man in den Fußnoten der Arbeit zumeinst eine Kurzform, die so genannte Sigle. Auch deren Bildung ist relativ frei, sie muss lediglich einheitlich sein.

Ein mögliches Schema ist:

1 VerfasserIn (Name, Vorname), Titel, Erscheinungsort und –jahr, Seitenangabe

Beispiel:
2 Kelly, Donald, Environmental Policy-Making in the USSR. The Role of Industrialisation and Environmental Interest Groups, in: Soviet Studies 28, 1976, S. 573.

Stehen zwei gleichlautende Belege unmittelbar hintereinander, so wird der zweite mit „ebenda” oder - bei veränderter Seitenzahl - mit „ebenda, S. …“ bezeichnet.

Beispiel:
3 Hildermeier, Manfred, Geschichte der Sowjetunion 1917-1991. Entstehung und Niedergang des ersten sozialistischen Staates, München 1998, S. 210.

4 Ebenda, S. 318.

Bei wiederholter Angabe eines Autors/einer Autorin mit einem Werk wird beim ersten Zitat der vollständige Titel angegeben, in allen weitern Fällen genügt der AutorInnenname und die Seitenzahl.

Beispiel:
5 Hildermeier, S.215 (statt noch einmal den gesamten Titel nennen)

Bei wiederholter Angabe eines Autors/einer Autorin mit mehreren Werken wird ebenfalls beim ersten Mal der vollständige Titel angegeben, in allen weiteren Fällen jedoch nur der AutorInnenname und die verkürzte Form des Titels.

Beispiel:
6 Hildermeier, Geschichte, S.380

4. Andere Zitierweisen:

Diese Zitierweise ist in jedem Falle korrekt, aber nicht die einzig mögliche Form. In verschiedenen Publikationen wird man verschiedene Zitierweisen finden. Die Hauptsache ist, man zitiert konsequent und lässt nichts Wesentliches weg.

In der soziologischen Zitierweise (auch genannt Harvard Author-and-Date System) nennt man nur den Namen des Autors/der Autorin und das Erscheinungsjahr des Buches und schreibt sie in Klammern hinter das Zitat, z.B. (Chomsky 1999, 41). Der volle Titel wird erst im Literaturverzeichnis genannt. Dort wird man dann oft auch den Verlag des Buches genannt finden.

Beispiel:
Chomsky, Noam, 1999, The New Military Humanism: Lessons from Kosovo, Monroe, ME (Common Courage Press).

In die Fußnoten kommen dann nur Anmerkungen zum Text, keine Quellenangaben.

5. Formalia im Text:

  1. Verwendet man in seinem Text ein wörtliches Zitat aus einem anderen Werk, sei es eine Quelle oder Sekundärliteratur, setzt man dieses Zitat in Anführungszeichen („“).

  2. Bei einem Zitat im Zitat werden einfache Anführungszeichen (‚’) verwendet.

  3. Anmerkungen und eigene Ergänzungen im Zitat sind durch eckige Klammern ([]) kenntlich zu machen. Hebt man ein Wort selbst hervor, oder übersetzt man fremdsprachige Ausdrücke selbst, so gibt man das ebenfalls in eckigen Klammern an und fügt sein eigenes Namenskürzel hinzu [Hervorhebung bzw. Übersetzung X.Y.].

  4. Die Auslassung eines Wortes ist mit zwei Punkten (..), die mehrerer Wörter durch drei Punkte (...) in Klammern zu kennzeichnen.

  5. Den Fundort des Zitates schreibt man in die dazugehörige Fußnote (zur Form s.o.).

  6. Verwendet man ein Zitat aus zweiter Hand, so gibt man in der Fußnote erst die Originalquelle an und dann die sekundäre Quelle mit dem Vermerk „zitiert nach“.

  7. Zitiert man nur sinngemäß, muss die Quelle auch genannt werden. Man setzt dann vor die Quellenangabe in der Fußnote ein „vgl.“