Entsprechend den Ergebnissen der Jahre 2012 und 2013 wurden die Flächen in den Siedlungsarealen beim Tumulus und südwestlich davon noch einmal ausgeweitet. Im Mittelpunkt der Forschungen standen einerseits die Fragen nach der Struktur der frühneolithischen Siedlung und andererseits nach der zeitlichen Eingrenzung der nach-neolithischen Siedlungsstrukturen auf der Fläche. Entsprechend wurde das südwestliche Areal um die Schnitte I, J (von jeweils 4,5x5m Fläche), N und O (von jeweils 4,5x4,5m Fläche) erweitert. Im nordöstlichen Siedlungsareal wurden unmittelbar südöstlich des Vorjahresschnittes H die neuen Schnitte K und L (von jeweils 4,5x4,5m Fläche mit einer Erweiterung des Schnittes K nach Süden um weitere 2x4,5m) angelegt. Zur weiteren methodischen Klärung der Altgrabung und um eventuell etwas über die Zeitstellung des Tumulus zu erfahren wurde etwa im Zentrum des Hügels ein weiterer Schnitt M (von 5x5m Fläche) angelegt und später auf 2x3m nach Norden erweitert.
Begleitende geomorphologische Untersuchungen durch Bastiaan Notebaert offenbaren, dass es sich bei dem in der geomagnetischen Kartierung befundfreien Streifen zwischen den zwei Siedlungsarealen um eine Geländedepression handelt, an deren Grund ebenfalls mit neolithischen Siedlungsablagerungen zu rechnen ist. Im Gegensatz zu den nördlich und südlich der Siedlung verlaufenden Armen von trockengefallenen Flüssen scheint es sich bei dieser Senke jedoch nicht um einen Flussarm zu handeln, da keine entsprechenden Sedimente in den Sondagebohrungen nachgewiesen werden konnten. Unter Anleitung von Elena Marinova wurden Areale innerhalb der alten Gewässerarme mit potentieller Erhaltung von organischem Material für pollenanalytische Untersuchungen sondiert. Die zoologischen Materialien der vergangenen Grabungsjahre wurden von Béatrice de Cupere bestimmt. Weiterführende Untersuchungen an einer Auswahl der Fischknochen und Moluskenschalen sind am Naturkundlichen Museum in Brüssel geplant.
Ergänzend zu den Untersuchungen der Vorjahre konnte der Verlauf und die Grabungsmethodik der Altgrabung durch Kisléghi Nagy Gyula aus dem Jahre 1904 sehr genau rekonstruiert werden. Es gelang, die südwestliche Kante seiner Grabung in ihrem weiteren Verlauf mit dem Schnitt L zu verfolgen. Insbesondere im Südprofil des Schnittes M zeichnen sich die Sondagen von Kisléghi deutlich ab. Zusammen mit den bereits in der geomagnetischen Kartierung sichtbaren Spuren der Altgrabung lässt sich nunmehr die Grabungstätigkeit vor 110 Jahren sehr detailliert rekonstruieren. Es handelt sich bei den Kisléghi Schnitten um relativ unregelmäßige Streifen mit wannenförmigem Querschnitt, die sich in nordöstlicher Richtung erstrecken. Der Aushub aus einer Sondage wurde dabei in den letzten offenliegenden Schnitt geschüttet. Offenbar wurden nicht alle Funde von der Fläche geborgen denn große Fundansammlungen lagen noch aufgehäuft am Rande der alten Schnittkanten.
Im Bereich des Tumulus konnten in den Grabungsschnitten K, L und M insgesamt drei weitere, vollständige Bestattungen aus dem Frühmittelalter geborgen werden. Wie im Vorjahr wurden darüber hinaus in den Schnitten der Kisléghi Altgrabung weitere menschliche Skelettreste angetroffen, die offenbar von Gräbern stammen, die bereits damals freigelegt wurden. Der Fund von zwei Glasperlen in dem Grab eines Kleinstkindes und einer Bronzeperle in dem Grab eines erwachsenen Mannes geben nun erstmals auch einen klaren Anhalt für die Datierung dieser Gräber. Über Fundparallelen aus ungarischen Friedhöfen lassen sich die Bestattungen dem ausgehenden 8. und beginnenden 9. Jahrhundert n.Chr. zuweisen. Das Grab des Kleinkindes wurde wegen seiner Fragilität en bloc geborgen und unter Laborbedingungen im Museum der Banater Bulgaren in Dudeştii Vechi weiter freigelegt. Wegen seines hohen Ausstellungswertes wurde dieses Grab mit einer Vitrine ummantelt und kann nun in der Ausstellung besichtigt werden.
Als eines der wichtigsten Ergebnisse der Grabungskampagne des Jahres 2014 können die Hinweise auf die Datierung des Tumulus gelten. In der Nordhälfte von Schnitt L konnte das Brandschüttungsgrab eines Kindes mit einer darübergestülpten Urne geborgen werden. Es handelt sich um eine Schüssel mit leicht einbiegendem Rand die über ihre charakteristische Ritzverzierung an der Außenseite der Baden-Coţofeni-Gruppe im Banat zugewiesen werden kann. Am nördlichen Rand von Schnitt M trat ein Körpergrab auf, für dessen Freilegung der Schnitt nach Norden erweitert wurde. Die Bestattung war von einem darüber liegenden Schnitt der Altgrabung Kisléghi nur gestreift worden und ansonsten noch unberührt. Die Grabgrube war von leicht trapezoider Form mit sich zum Fußende hin leicht verschlankenden Umrissen. Der Boden der Grabgrube war vollständig mit einer dunklen Materie ausgekleidet, die von einem vergangenen organischen Material, vielleicht einer Matte, herrühren könnte. Im darunterliegenden Sediment zeichneten sich sowohl am Fuß- wie auch am Kopfende drei kleine Pfostenspuren ab, die auf eine Grabinstallation hindeuten. In der Grabgrube fand sich eine auf dem Rücken liegende Bestattung mit angehockten Knien, die lediglich durch den Erddruck leicht nach links verschoben waren. Im Brustbereich der vorläufig als ältere Frau bestimmten Bestattung fanden sich zahlreiche Schneckenschalen, die nach Auskunft der Zoologin nicht taphonomisch erklärt werden können und darum als Grabbeigaben anzusprechen sind. Zudem fand sich rechts neben dem Kopf der Frau ein geformter Brocken roten Ockers. Die Art der Grablegung und die sehr spezifische Art der Beigabe eines Ockerklumpens deuten darauf hin, dass wir es hier mit einem klassischen Ockergrab aus der Zeit um 3000 v.Chr., also der ausgehenden Kupferzeit zu tun haben. Möglicherweise haben wir mit diesem Grab die Zentralbestattung des Hügels erfasst und das Brandgrab des Kindes ist als Sekundärbestattung, etwa aus dem gleichen Zeitraum anzusprechen. Die kulturhistorische Bedeutung des Ockergrabes liegt in seiner geographischen Position, da es sich hier um eines der westlichsten Bestattungen dieser aus dem Nordpontikum hergeleiteten Bestattungssitte handelt (vgl. Ecsedy 1979, Fig. 3).