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07.07.2026

BMFTR: Förderung von Projekten zum Thema „Resiliente und nachhaltige Rohstoff-Wertschöpfungsketten für Zukunftstechnologien“

Frist: 22.September 2026 (Zweistufiges Verfahren, Ideenskizze); Informationsveranstaltung am 14. Juli 2026

Eine sichere und nachhaltige Versorgung mit metallischen und mineralischen Rohstoffen ist für die Resilienz, Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der deutschen und europäischen Wirtschaft unverzichtbar. Viele dieser Rohstoffe sind Voraussetzung für Schlüsseltechnologien mit zentraler Bedeutung für die Zukunft, unter anderem für eine klimaneutrale Energieerzeugung und Mobilität, Digitalisierung sowie zudem für die europäische und nationale Sicherheit. Getrieben durch den Wandel zu einer klimaneutralen und zirkulären Wirtschaftsweise sind insbesondere wichtige Technologierohstoffe, wie zum Beispiel Lithium oder Seltene Erden, mit einer wachsenden globalen Nachfrage konfrontiert. Gleichzeitig ist Europa stark von Rohstoffimporten abhängig. Daher sind gemeinsame Maßnahmen auf europäischer Ebene notwendig, um die strategische Autonomie der europäischen Industrien sowie den Aufbau einer wettbewerbsfähigen zirkulären und klimaneutralen Wirtschaft sicherzustellen. Die Europäische Union (EU) veröffentlicht vor diesem Hintergrund regelmäßig eine aktualisierte Liste mit Rohstoffen, die aufgrund ihrer hohen wirtschaftlichen Bedeutung und ihres hohen Versorgungsrisikos als kritische Rohstoffe eingestuft werden.2
Die Rahmenbekanntmachung zielt darauf ab, durch FuEuI3-Zusammenarbeit mit Partnerländern den Aufbau resilienter und nachhaltiger Wertschöpfungsketten für metallische und mineralische Rohstoffe in Deutschland und Europa nachweisbar voranzubringen. Hierfür sollen länderübergreifende Verbünde aus Wissenschaft und Wirtschaft anwendungsorientierte FuE-Ergebnisse bereitstellen, die zu einer signifikanten Weiterentwicklung im Vergleich zum aktuellen Stand der Technik führen. Erste erfolgreiche Umsetzungen in die Praxis werden drei bis fünf Jahre nach Abschluss der Förderung erwartet. Das Erreichen der Ziele der Fördermaßnahme wird anhand von quantifizierbaren Meilen-steinen und Kennzahlen gemessen und bewertet.

Die Ziele dieser Förderrichtlinie sind:

  • Wissenslücken in Bezug auf eine resiliente und nachhaltige Rohstoffversorgung entlang der gesamten Rohstoff-Wertschöpfungskette durch FuE zu schließen.
  • die Ressourceneffizienz entlang der gesamten Wertschöpfungskette, einschließlich der nachgelagerten Schritte der Rohstoffverarbeitung und Produktion, zu erhöhen.
  • den Wandel von einer linearen zu einer zirkulären Wirtschaft durch FuE zur Verlängerung der Nutzungsdauer von Produkten sowie zu deren hochwertiger Wiederverwendung und zur stofflichen Rückführung von Rohstoffen zu gestalten.
  • die schädlichen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu verringern, beispielsweise durch die Vermeidung von Schadstoffeinträgen oder die Minimierung von Eingriffen in Ökosysteme im Zusammenhang mit bergbaulichen Aktivitäten.
  • die Zusammenarbeit deutscher Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen mit akademischen und industriellen Partnern aus den an den Joint Calls beteiligten Ländern im Rahmen von FuE-Projekten zu stärken.

Dadurch soll der sichere und schnelle Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Anwendung unterstützt werden.

Die eingereichten Projektvorschläge müssen einem oder mehreren der folgenden Themenbereiche zugeordnet werden:

  • Thema 1 – Nachhaltige Versorgung mit primären und sekundären Rohstoffen
    Dieses Thema hat zum Ziel, den Aufbau resilienter und nachhaltiger Wertschöpfungsketten für die Bereitstellung von primären und sekundären Rohstoffen zu unterstützen. Hier werden technische Innovationen in den Bereichen Erkundung, Gewinnung und Aufbereitung für primäre und sekundäre Rohstoffe adressiert. Das Thema leistet einen Beitrag zu den Zielen des Critical Raw Materials Act, insbesondere zur Erhöhung der primären Rohstoffgewinnung sowie des Recyclings und zum Aufbau europäischer Aufbereitungskapazitäten.
  • Thema 2 – Rohstoffeffizientes Produktdesign und rohstoffeffiziente Produktionsverfahren
    Dieses Thema zielt auf die Erhöhung der Rohstoffeffizienz während des Designs und der Herstellung von Produkten. Das schließt unter anderem die Erhöhung der Rohstoffeffizienz in Produktionsprozessen, die Substitution kritischer Rohstoffe, das Schließen von Rohstoffkreisläufen durch zirkuläres Produktdesign sowie die Erhöhung des Einsatzes von Rezyklaten ein. Damit wird im Sinne des Critical Raw Materials Act ein Beitrag dazu geleistet, vollständige Wertschöpfungsketten innerhalb Europas aufzubauen und Engpässe bei der Herstellung von Zwischen- und Endprodukten zu reduzieren.
  • Thema 3 – Nachhaltige Nutzung und Wiederverwendung von Produkten
    Dieses Thema zielt darauf ab, die Rohstoffeffizienz während der Nutzung von Produkten zu erhöhen, zum Beispiel durch die Verlängerung der Nutzungsdauer und die Bereitstellung von Rohstoffen nach dem Ende der Nutzungsdauer zu optimieren. Innovative Ansätze zur Nachverfolgung und Rückführung von Produkten sind eine essenzielle Voraussetzung für die Schließung von Rohstoffkreisläufen und den Aufbau einer wettbewerbsfähigen Recyclingwirtschaft. Dieses Thema leistet damit einen Beitrag zur Erhöhung der Rohstoffeffizienz während der Nutzung von Produkten sowie zum Ziel des Critical Raw Material Act, die Bereitstellung von strategischen Rohstoffen durch Recycling zu erhöhen.
  • Thema 4 – Querschnittsthemen für die Beseitigung von Innovationshemmnissen
    Das Ziel dieses Themas ist, durch FuE nichttechnologische Hemmnisse für die Verbesserung der Rohstoffversorgung und die Erhöhung der Rohstoffeffizienz in den nachgelagerten Wertschöpfungsketten abzubauen. Dazu zählen unter anderem die Bereitstellung von Daten als Basis für politische Entscheidungen, Maßnahmen zur Erhöhung der sozialen Akzeptanz oder die Stärkung der Fachkräftebasis. Dieses Thema steht in engem Zusammenhang mit den Themen 1 bis 3 und ist darauf ausgerichtet, die Umsetzung technischer Innovationen zu ermöglichen.

Das Antragsverfahren ist zweistufig angelegt.

In der ersten Verfahrensstufe sind dem RAMP Call-Sekretariat durch die Verbundkoordination des transnationalen Forschungsverbunds zunächst englischsprachige Ideenskizzen in elektronischer Form über das elektronische Antragssystem ESES (Electronic Submission and Evaluation System) einzureichen.

Frist zur Einreichung der Ideenskizzen ist der 22. September 2026.

Eine Informationsveranstaltung wird online am 14. Juli 2026 stattfinden.
Mehr Informationen dazu finden Sie hier:
https://www.fona.de/de/massnahmen/foerdermassnahmen/ramp.php 

Weitere Informationen:
https://ramprawmaterials.eu/call/ramp-joint-call-2026 
und
https://www.bmftr.bund.de/SharedDocs/Bekanntmachungen/DE/2026/07/2026-07-03-bekanntmachung-ramp.html