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10.07.2026
Tagungsbericht: Prof. Dr. Annett Heft und ihr Team bei der ICA in Kapstadt
Vom 4. bis 8. Juni 2026 fand die 76. Jahrestagung der International Communication Association (ICA) in Kapstadt, Südafrika statt. Die diesjährige Konferenz stand unter dem Thema "Communication and Inequalities in Context".
Der Bereich Medien und Öffentlichkeiten des Instituts für Rechtsextremismusforschung (IRex) war von Annett Heft, Phoebe Maares und Kilian Bühling mit insgesamt 9 Vorträgen vertreten. Das Team bestehend aus Xixuan Zhang (Weizenbaum Institut, Berlin), Annett Heft und Yangliu Fan (Freie Universität, Berlin) durfte sich zudem über den „Top Student Paper Award“ für ihre Arbeit „Disagreeing but Cohesive? An Embedding-based comparative analysis of climate discourse dynamics on Reddit“ freuen!
Die folgenden Forschungen wurden bei der Konferenz vorgestellt:
„Disagreeing but Cohesive? An Embedding-Based Comparative Analysis of Climate Discourse Dynamics on Reddit“ präsentiert von Xixuan Zhang, Annett Heft und Yangliu Fan:
Der mit dem “Top Studet Paper Award” ausgezeichnete Beitrag beschäftigt sich mit der Diskursdynamik in drei Klimawandel-Communities auf Reddit. Die Forscher:innen entwickelten dafür ein Modell, das Textmerkmale und den Verlauf von Diskussionen analysiert. Damit wird gemessen wie sich Debatten entwickeln, Meinungsverschiedenheiten erkannt und untersucht, wie die Beteiligten aufeinander eingehen.
„Studying Digital Activism in the Age of Big Data: A Systematic Review of Online Protest Research“präsentiert von Annett Heft, Valerie Hase, Merja Mahrt, Stephanie Geise, Julia Niemann-Lenz und Miriam Milzner: Diese Arbeit widmet sich der Fragestellung, ob die computergestützte Sozialwissenschaft (CSS) die Forschung zu Online-Protesten bereichert oder zu neuen „blinden Flecken“ führt. Durch den Vergleich von CSS- und Nicht-CSS-Studien konnte das Team zeigen, wie der „computational turn“ die theoretischen und methodischen Horizonte der Forschung zu Online-Protesten beeinflusst.
„Tracing Characteristics and Dynamics of Conspiracy-Related Reporting in US Far-Right Hyperpartisan and Legacy Media“ präsentiert von Annett Heft, Juni Schindler, Kilian Buehling und Curd Knüpfer: Der Beitrag untersucht die Merkmale und Dynamiken der Berichterstattung über Verschwörungstheorien in hyperparteiischen extrem rechten Online-Medien und traditionellen Medien in den USA. Die Ergebnisse liefern detaillierte Einblicke darin, wie sich verschwörungstheoretische Inhalte innerhalb vernetzter und hybrider Nachrichtenökosysteme verbreiten.
„Differential appropriations of Telegram – Comparing political representatives’ communication on Telegram around the globe“ präsentiert von Annett Heft, Pablo Jost, Emese Domahidi et al.: Der Schwerpunkt des Beitrages lag auf der Erklärung der Nutzung von Telegram durch zentrale politische Vertreter:innen und Institutionen in verschiedenen Ländern weltweit. Die Studie stützt sich auf Daten zu mehr als 10.000 zentralen politischen Akteur:innen aus 31 Ländern, die unterschiedliche Kontextbedingungen repräsentieren.
„Digital Zombies: Reconstructing Deleted Telegram Messages via Snowball Bootstrap Imputation“ von Kilian Bühling: Mit dem Vortag zum Thema Datenverlust in der Forschung zu digitalen Spuren stellte Kilian Bühling eine neuartige Methode vor, um gelöschte Nachrichten aus öffentlichen Telegram-Kanälen aufzufinden und für die Forschung nutzbar zu machen: die „Snowball Bootstrap Imputation“. Die Beiträge und Grenzen der Methode werden anhand von drei Fallstudien veranschaulicht, in denen die Aktivitäten bekannter antidemokratischer oder rechtsextremer Akteur:innen auf Telegram analysiert werden.
„Who is in and who is out? Audience perceptions of journalistic boundaries“ von Phoebe Maares, Kim Löhmann, Folker Hanusch und Daniel Nölleke: Der Beitrag untersucht, wie das Publikum in Österreich die Grenzen zwischen traditionellem Journalismus und alternativen Akteur:innen wie Influencer:innen oder Podcaster:innen wahrnimmt. Die Ergebnisse der Studie liefern wichtige Einblicke in das veränderte Verständnis von journalistischer Legitimität in einer von Informationsüberfluss geprägten Medienlandschaft.
Darüber hinaus wirkten unsere Forscher:innen an den folgenden Studien mit:
„Media practices of contradicting by far-right actors“ von Hanna-Sophie Ruess, Susanne Kinnebrock, Michael Johann, Christian Schwarzenegger und Annett Heft
“Bridging Languages and Platforms: Building a Valid Keyword-Based Dictionary for Comparative Research on Contentious Issues” von Fabienne Lind, Miriam Milzner, Daniel Thiele und Annett Heft
„Doing dissent by acting on media: Materially shaping practices of contradicting on online platforms and digital infrastructures“ von Christina Haritos, Sigrid Kannengießer, Annett Heft, Margreth Lünenborg und Carola Richter.