Uni-Tübingen

[˙le:a] geht online!

Endlich ist es soweit! Seit 1. Juni 2026 ist das Laboratorium für experimentelle Autor*innenschaft, kurz [˙le:a], online

Das Laboratorium für experimentelle Autor:innenschaft Tübingen-Weimar, ist ein transdisziplinärer Raum, in dem Autor:innenschaft und Textproduktion erprobt werden. Im Zentrum von [˙le:a], steht die Praxis der Verbalisierung, die erst die Autor:innenschaft und den Text hervorbringt.

[˙le:a] versteht Autor:innen als mündige Subjekte, insofern sie die Befähigung (ability) haben, sich zu artikulieren und ihre Worte zu verantworten (responseability). Diese Befähigung zur Antwort bildet die Grundlage von Autor:innenschaft. 

Während einer Exkursion nach Ranis (22.-27.08.24) wurden integrative Konzepte wie Kontaktimprovisation, Schreib-Wandern erprobt um das Bewusstsein für die Autonomie der individuellen Schreibpraxis zu erweitern. Die Studierenden beteiligten sich lebendig an der Skizzierung zur Weiterentwicklung des Projekts [˙le:a]. 

Die Ergebnisse dieser theoretischen Reflexion sollten anschließend in einem “Latent” festgehalten und auf einer Homepage öffentlich zugänglich gemacht und idealiter in weiterer Vernetzung mit anderen Kooperationspartner*innen erweitert und umgesetzt werden. Ziel ist es, ein lebendiges, kontinuierliches universitäres Schreibangebot zu schaffen, das wissenschaftliches Schreiben produktiv erweitert und Eigeninitative, Autor*innenschaft, Kreativität, Stilentwicklung, Kritikfähigkeit, aber auch die Infragestellung universitärer Verkrustungen produktiv fördert.

Diese Homepage ist nun endlich unter https://lab-lea.de/ öffentlich zugänglich! 

[˙le:a] ist eine »Meute«, eine bewegliche Ansammlung von Stimmen, die sich formieren, verändern und wieder zerstreuen. [˙le:a] sind Studierende und Dozierende, Viel- und Wenig-Schreiber:innen. Alle die an [˙le:a] mitschreiben wollen. [˙le:a] um oder neu schreiben wollen.

Am Ende ihres Studiums verstummen Studierende oftmals in fremden Zungen. Eine zentrale These von [˙le:a] ist, dass die Produktion von Texten nicht zwingend mit der Gründung von Autor:innenschaft zusammenfällt.

Deshalb fordert [˙le:a] dazu auf, jenseits der bloßen Reproduktion von Texten, das Schreiben als eine »wirklichkeitsstiftende Praxis« zu begreifen. Dabei möchte es die latenten Verfahrensweisen der Verbalisierung befragen, sie aber nicht in der üblichen Form der Hochschullehre manifestieren. Denn Autor:innenschaft ist keine fixierte Identität, sondern ein Prozess ständiger Veränderung und Verformung.

Ziel ist es, die Schreib- und Lesekompetenz als kulturtechnische Praxis zu vermitteln, die die Bildung und Artikulation einer eigenständigen Stimme unterstützt. Indem Studierende lernen, mit der Offenheit des Schreibens um zu gehen, entwickeln sie eine Artikulationsfähigkeit, die weit über das Schreiben von Texten hinausweist. 
 

Erfahre mehr über das Projekt unter lab-lea.de