Uni Tübingen

Meldung

15.10.2026

Neu berufen: Professorin Dr. Kirsten Glaser

W3-Professur für Neonatologie und neonatologische Intensivmedizin, Medizinische Fakultät

Professorin Dr. Kirsten Glaser

Professorin Dr. Kirsten Glaser hat zum 1. Oktober 2026 die W3-Professur für Neonatologie und neonatologische Intensivmedizin an der Medizinischen Fakultät angetreten. Zudem übernimmt sie die Leitung der Kinderheilkunde IV – Neonatologie und neonatologische Intensivmedizin am Universitätsklinikum Tübingen.

Kirsten Glaser studierte von 1998 bis 2004 Humanmedizin an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und promovierte dort 2005 an der Medizinischen Fakultät mit einer experimentellen Arbeit zur Interaktion von Neisseria meningitidis mit den Zellen der menschlichen Blut-Hirn-/Liquor-Schranke. 2019 habilitierte sie zum Thema „Ureaplasma Spezies in der Pathogenese der systemischen und zerebralen Inflammationsreaktion Früh- und Neugeborener“ an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. 2022 erfolgte die Umhabilitation an die Medizinische Fakultät Leipzig. 2025 wurde sie dort zur außerplanmäßigen Professorin ernannt.

Glasers beruflicher Werdegang begann an der Universitäts-Kinderklinik Würzburg, wo sie neben ihrer klinischen Tätigkeit wissenschaftlich zur Interaktion von Borrelia burgdorferi mit menschlichen Synovialzellen arbeitete. Nach ihrem Wechsel an die Kinderklinik des Städtischen Klinikums Karlsruhe schloss sie dort 2010 die Weiterbildung zur Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin und 2012 die Weiterbildung im Schwerpunkt Neonatologie ab. Im Herbst 2012 kehrte sie als Oberärztin mit dem klinischen Schwerpunkt Neonatologie, Infektiologie und pädiatrische Intensivmedizin an die Universitäts-Kinderklinik Würzburg zurück. 2019 erwarb sie die Zusatzbezeichnung Intensivmedizin und war federführend an der Neugestaltung der pädiatrischen Notaufnahme der Universitäts-Kinderklinik beteiligt. Professorin Glaser wechselte 2020 als Oberärztin in die selbständige Abteilung Neonatologie am Universitätsklinikum Leipzig. Von 2024 bis zu ihrer Berufung in Tübingen war sie dort leitende Oberärztin und stellvertretende ärztliche Direktorin der Abteilung.

In ihrer Forschung liegt der Schwerpunkt auf den Besonderheiten der neonatalen Immunantwort und den zugrunde liegenden Mechanismen inflammationsassoziierter Komplikationen Frühgeborener. Im Zentrum dieser Arbeiten stehen die bronchopulmonale Dysplasie (chronische Lungenschädigung Frühgeborener), die neonatale Sepsis und verschiedene Formen der Hirnschädigung Früh- und Neugeborener. Ein besonderer Fokus liegt auf der Bedeutung von Ureaplasmen für die neonatale Morbidität und der Interaktion zwischen dem neonatalen Mikrobiom und der frühen Immunantwort. Neben der experimentellen Grundlagenforschung erstreckt sich die wissenschaftliche Tätigkeit von Professorin Glaser auf translationale Projekte und multizentrische klinische Studien. Gegenwärtig leitet sie unter anderem die multizentrische NEO-CONSCIOUS-Studie zur neonatalen Kolonisation und Infektion mit Ureaplasmen bei sehr unreifen Frühgeborenen. 

Ihre wissenschaftliche Arbeit wurde durch nationale Förderinstitutionen, unter anderem durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Roland-Ernst-Stiftung im Gesundheitswesen, vielfach unterstützt. Daneben wurde Professorin Glaser für ihre wissenschaftlichen Leistungen 2023 mit dem Arthur-Schlossmann-Wissenschaftspreis und 2025 mit dem Wissenschaftspreis der Gesellschaft für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin (GNPI) ausgezeichnet; bereits 2018 erhielt sie den Chiesi Young Scientist Award. Kirsten Glaser ist Mitglied zahlreicher nationaler und internationaler Fachgesellschaften, wissenschaftlicher Forschungsverbünde und Gremien und gehört den Editorial Boards namhafter internationaler Fachzeitschriften an. Zudem ist sie als Gutachterin für zahlreiche wissenschaftliche Publikationsorgane tätig und engagiert sich vielfältig in der akademischen Lehre.

Steven Pohl