Uni Tübingen

Meldung

15.10.2026

Neu berufen: Professorin Dr. Stefanie Deinhardt-Emmer

W3-Professur für Medizinische Mikrobiologie und Medizinische Virologie, Medizinische Fakultät

Professorin Dr. Stefanie Deinhardt-Emmer

Professorin Dr. Stefanie Deinhardt-Emmer hat zum 1. Oktober 2026 die Professur für Medizinische Mikrobiologie und Medizinische Virologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen angetreten. Deinhardt-Emmer studierte von 2004 bis 2011 Humanmedizin an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und promovierte dort 2011 im Bereich Virologie. Nach klinischen Stationen in der Gefäßchirurgie in Berlin sowie in der Hämatologie und Onkologie absolvierte sie ab 2015 ihre Weiterbildung in der Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie am Universitätsklinikum Jena. 2021 erwarb sie die Facharztanerkennung. Ab 2022 war sie Oberärztin am Institut für Medizinische Mikrobiologie des Universitätsklinikums Jena. 2023 habilitierte sie sich zum Einfluss viraler und bakterieller Infektionen auf die alveoläre Homöostase. Prägende wissenschaftliche Stationen waren zudem die Förderung als Clinician Scientist und ein Forschungsaufenthalt 2020/2021 im Campisi Lab am Buck Institute for Research on Aging in Kalifornien.

Im Zentrum ihrer Forschung stehen die Wechselwirkungen zwischen viralen und bakteriellen Erregern und dem menschlichen Wirt. Ein besonderer Fokus liegt auf Infektionen der Lunge, viral-bakteriellen Koinfektionen sowie der Frage, warum Risikofaktoren wie Alterung schwere Infektionsverläufe begünstigen können. Dafür nutzt sie humane translationale Infektionsmodelle, darunter Ex-vivo-Lungenschnittmodelle und primäre menschliche Immunzellen, um mechanistische Erkenntnisse eng mit klinisch relevanten Fragestellunen zu verbinden.

Professorin Deinhardt-Emmer ist Ko-Sprecherin der SFB-Initiative 1768 „VirusREvolution – Decoding Tools for Virus Research“ und koordinierte das BMFTR-geförderte Verbundprojekt „SARSCoV2Dx“. Für ihre wissenschaftliche Arbeit wurde sie unter anderem mit dem Nachwuchspreis der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie 2021 sowie dem Thüringer Tierschutzpreis 2023 für die Etablierung humaner Ex-vivo-Lungenschnittmodelle ausgezeichnet.

In Tübingen möchte sie die bereits beschlossene Zusammenführung von Medizinischer Mikrobiologie und Medizinischer Virologie mitgestalten und eine moderne, integrierte und konsequent patientenzentrierte Infektionsdiagnostik weiterentwickeln. Zugleich soll die infektionsimmunologische Forschung ausgebaut werden, um besser zu verstehen, wie Wirt-Pathogen-Interaktionen und individuelle Faktoren die Immunantwort und den Verlauf schwerer Infektionen bestimmen.

Steven Pohl