Ausschreibung im Bereich Geowissenschaften
09.09.2026
BMFTR: Förderung von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zum Thema „BiodivDetect – Technologien und Methoden zur Erfassung und Bewertung unerforschter Aspekte der Biodiversität in Deutschland“
Frist: 26. November 2026 (Zweistufiges Verfahren, Projektskizzen)
Der fortschreitende Verlust biologischer Vielfalt zählt zu den zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Trotz vielfältiger Forschungsbemühungen bestehen weiterhin erhebliche Wissenslücken, die eine belastbare Bewertung von Biodiversitätsveränderungen erschweren. Viele Arten, ihre genetische Vielfalt innerhalb von Populationen sowie ihre funktionellen Rollen in Ökosystemen sind bislang kaum erforscht, nicht beschrieben oder nur unzureichend verstanden. Diese Wissenslücken über Biodiversität und ihre Funktionen haben weitreichende ökologische wie ökonomische Folgen, etwa für Ernährungssicherheit, Klimaschutz, Rohstoffversorgung, nachhaltige Landnutzung und die Prävention von Gesundheitsrisiken und Naturgefahren.
Vor diesem Hintergrund sind belastbare wissenschaftliche Erkenntnisse zur bislang „verborgenen“ biologischen Vielfalt in Deutschland unverzichtbar, um evidenzbasierte Entscheidungen für Nachhaltigkeit und Wohlstand zu ermöglichen.
Ziel dieser Förderrichtlinie ist es, gezielt Wissenslücken zur biologischen Vielfalt in Deutschland zu schließen und ein vertieftes, nachvollziehbares Verständnis ihrer ökologischen Funktionen zu ermöglichen. Sie zielt zudem auf die anwendungsorientierte Nutzung und Weiterentwicklung moderner Schlüsseltechnologien im Kontext der Biodiversitätsforschung. Die Förderung soll die Entwicklung belastbarer, integrierter Datengrundlagen ermöglichen, die den Schutz und die nachhaltige Nutzung von Biodiversität unterstützen und zur Umsetzung nationaler und internationaler Biodiversitätsziele beitragen.
Ein weiteres Förderziel ist der Aufbau langfristig nutzbarer, qualitätsgesicherter Referenz- und Basisdaten, die räumliche und zeitliche Vergleiche ermöglichen und als Grundlage für Monitoring, Wirkungsanalysen sowie die Bewertung von Schutz- und Wiederherstellungsmaßnahmen dienen. Die geförderten Vorhaben sollen die Zusammenführung von Daten über verschiedene Organismengruppen hinweg voranbringen, deren ökologische Funktionen sichtbar machen und die wissenschaftliche Fundierung für Naturschutz, Klimaschutz und nachhaltige Landnutzung bereitstellen.
Durch die Verknüpfung innovativer Technologien mit taxonomischer Expertise und naturkundlichen Sammlungen sowie durch die Einbindung von Citizen-Science-Ansätzen soll der wissenschaftliche Kenntnisstand umfassend erweitert werden. Darüber hinaus unterstützt die Maßnahme nachhaltige Wertschöpfung aus der Nutzung genetischer Vielfalt sowie ökosystemorientierter Technologien.
Gefördert werden Verbundprojekte zur Forschung und Entwicklung, deren Kernziel die Entwicklung, Anwendung und Umsetzung von Technologien und Methoden zur Erfassung und Bewertung unerforschter Aspekte der Biodiversität ist. Die Vorhaben sollen einen wesentlichen Beitrag zur Vertiefung der Wissensbasis über die biologische Vielfalt in Deutschland leisten und insbesondere unbekannte taxonomische, genetische und funktionelle Ebenen der biologischen Vielfalt behandeln.
Der Fokus der Fördermaßnahme liegt auf terrestrischen Systemen sowie auf aquatischen Systemen des Festlandes (insbesondere Flüsse und Seen); der marine Bereich ist nicht Gegenstand dieser Bekanntmachung.
Die Forschungs- und Entwicklungsprojekte sollen inhaltlich an den nachfolgend genannten Themenfeldern ausgerichtet werden:
• Werkzeuge entwickeln und Technologien nutzen
• verborgene Biodiversität erfassen und funktionale Bedeutung erschließen
• Technologien implementieren und Erkenntnisse in Anwendungen überführen
Die Fördermaßnahme richtet sich an Einrichtungen, die durch Forschung, Entwicklung oder Umsetzung zur Erreichung der Ziele dieser Förderrichtlinie beitragen können. Antragsberechtigt sind insbesondere:
• Hochschulen, Fachhochschulen sowie außeruniversitäre Forschungseinrichtungen,
• Forschungsmuseen sowie Einrichtungen mit naturkundlichen Sammlungen,
• Einrichtungen des Bundes, der Länder und der Kommunen sowie deren Einrichtungen,
• Zusammenschlüsse der vorgenannten Einrichtungen.
Das Auswahl- und Entscheidungsverfahren ist zweistufig angelegt.
In der ersten Verfahrensstufe sind dem Projektträger zunächst für jeden Projektvorschlag aussagefähige Projekt¬skizzen in schriftlicher und/oder elektronischer Form vorzulegen. Stichtag für die Einreichung ist der 26. November 2026.
Mit der Abwicklung der Fördermaßnahme BiodivDetect hat das BMFTR derzeit folgenden Projektträger beauftragt:
Forschungszentrum Jülich GmbH
Projektträger Jülich
Geschäftsbereich Nachhaltigkeit
Postfach 61 02 47
10923 Berlin
E-Mail: foerderung-biodivspam prevention@ptj.de
Weitere Informationen:
https://www.bmftr.bund.de/SharedDocs/Bekanntmachungen/DE/2026/09/2026-09-01-bekanntmachung-biodivdetect.html?view=renderNewsletterHtml